
Josef Gadiel Immerglück
*29.1.1921/29.5.1923 in Leipzig; ✡ 11. Juli 1948 in Gilboa, Israel
Staatsangehörigkeit polnisch
Vater Moses Immerglück *18.5.1892 in Olkucz; ✡vor 1945 in Polen
Mutter Eva Chava Wulff *1.12.1890 in Maciejowice; ✡vor 1945 in Polen
Geschwister
Norbert Nathan Immerglück *13.10.1917 in Zwickau; Überlebender; oo Sabina Stein
Salomon Immerglück *16.9.1919 in Zwickau; ✡vor 1945 in Polen
Joseph Gadiel Immerglück *29.5.1923; ✡11.7.1948 Israel
Sara Immerglück *11.6.1924 in Leipzig; ✡vor 1945 in Polen
Beruf Gärtner
Adressen Leipzig, Alexanderstraße 14
Heirat ledig
Kinder –
Weiterer Lebensweg
Vater Mose ist Uhrmacher, Mutter Eva ist die Geschäftsinhaberin
Besuch des Gymnasiums, Abschluss mit Abitur (?)

Bruder Norbert zur Hachschara ins Lehrgut Schocken, Gut Winkel, Spreenhagen
Josef Immerglück zur Hachschara in das jüdische Umschulungslager Landwerk Steckelsdorf bei Rathenow im Landkreis Jerichow II.
Träger ist der Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘; Träger zuletzt die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland RVJD
Lagerleiter ist Dr. Benjamin Abrahamson, ab 1941 Kurt Silberpfennig
Polenaktion
28.10.1938 die Familie wird ausgewiesen in der ersten Polenaktion, deportiert nach Zbaszyn, die Eltern und Schwester Sara verhaftet in Leipzig
28.10.1938 Josef Immerglück und drei weitere Chaluzim mit polnischem Pass verhaftet in Steckelsdorf und nach Zbaszyn deportiert; es sind diese vier: Siegfried Frank, Josef Immerglück, Artur Salli Kramer, Leopold Sandberg
28.10.1938 Salomon Immerglück verhaftet in Mannheim und nach Zbaszyn deportiert
12.3.1939 Vater Moses aus dem Lager Zbaszyn entlassen

In Polen ändert er sein Geburtsdatum auf den 29.5.1923, vermutlich um noch mit einem Kindertransport nach England kommen zu können
1.9.1939 Überfall der Deutschen Wehrmacht auf Polen
Oktober 1939 Lager Zbaszyn wird aufgelöst
1939 Josef Immerglück mit den Geschwistern Fanny und Hermann Brecher aus Bochum in ein Hachscharalager bei Bialystok
Bis auf Josef und Bruder Norbert kommt gesamte Familie vor 1945 in Polen um.
Alija
16.8.1940 Ausstellung eines polnischen Passes in Kaunas, Litauen
26.2.1941 Britisches Visum für Josef Immerglück erstellt in Moskau
Josef Immerglück auf dem Landwege nach Palästina.
Josef Immerglück mit Hermann Brecher aus Bochum über Moskau, Odessa, Istanbul, Syrien und den Iran nach Palästina
11.2.1941 Einreise nach Palästina
Mitglied der Hagana und ab 1944 vereidigter Soldat. Im Unabhängigkeitskrieg diente er in der Brigade „Golani“. Er fiel bei der Verteidigung von Gilboa, an der Straße zwischen Mokibela und Zar’in. Bestattet im Militärbereich des Friedhofs im Kibbuz Ein Hanatziv, Israel
Gedenken
7.5.1999 Pages of Testimony für die Eltern und Sara Immerglück von Bruder Nakhum Norbert Gadiel Immerglück
Quellen
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/129824369
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de254397
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de254654
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de254540
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1252226
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1195127
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018
Liste der Zbaszyn-Deportierten, die Verwandte im Ausland haben, erstellt in Krakau August 1939