Schwersenz Horst

Horst Ari Schwersenz/Sharon

*12.7.1921 in Brieg; ✡29.3.2006 in Alonim

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Max Meir Schwersenz *30.8.1883 in Zerkow, Jarotschin; ✡ 28.4.1977 Kibbuz Galed

Heirat der Eltern 1913 in Kattowitz

Mutter Olga Pollak *26.10.1884 Kattowitz; ✡ 26.12.1977 Kibbuz Galed

Geschwister

Günther Schwersenz *21.6.1916 in Brieg; ✡1992 in Schweden

Heinz Schwersenz *30.3.1918 in Brieg; ✡21.2.1988 Kibbuz Galed; oo Annemarie Bukofzer

Beruf Landarbeiter

Adressen Brieg, Breslauer Tor-Platz 4; Kibbuz Alonim

Heirat 12.10.1944 in Raanana mit Rosel Birnbrey/Rachel Sharon*23.11.1921 in Stettin; ✡ 21.11.1884 in Alonim

Kinder

Eitan Sharon *2.9.1946; ✡ 3.12.2001 Alonim

Amos Sharon *19.7.1951; ✡ 8.11.2007 Alonim

Weiterer Lebensweg

Horst Schwersenz zur Hachschara auf Hof Wecker in Rüdnitz;

23.3.1937 Passausstellung für Horst Schwersenz in Brieg

Bruder Heinz zur Gärtnerlehre auf dem Brüderhof in Harksheide; der Brüderhof in Harksheide beherbergte von 1934 bis 1939 einen Hachschara Kibbuz in Trägerschaft des Hechaluz.

10.1.1938 Alija von Horst Schwersenz nach Haifa mit Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III)

Novemberpogrom

10.11.1938 Bruder Günter verhaftet in Heilbronn, zusammen mit anderen Chaluzim aus dem Hachschara-Zentrum in der Frankfurter Straße in Heilbronn

11.11.1938 Bruder Günter eingewiesen in das KL Dachau

1939 Bruder Günter zur Hachschara nach Schweden, Hässelby bei Stockholm

17.5.1939 beide Eltern in Brieg, Breslauer Tor-Platz 4 bei der Minderheitenzählung

17.5.1939 Bruder Heinz zur Hachschara in Havelberg bei der Minderheitenzählung

Rosel Birnbrey nach Deventer; „Deventer Vereeniging tot Vakopleiding“; sie wird zur Einzelhachschara auf einen Bauernhof in Herwikerwaard geschickt

Alija beth auf der SS DORA

Juli 16.7.1939 Boarding  von Rosel Birnbrey mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina; 29 Chaluzim gehören zum Misrachi/Dath Waäretz aus Beverwijk und Franeker.

12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht

Alija Beth – Sonderhachschara VII – der Paraguay-Transport

Für die SH 7 sollen etwa 30.000 Anmeldungen vorgelegen haben, zum großen Teil aber nur fiktiv, um gegenüber der Gestapo die geplante Auswanderung belegen zu können

August 1940 Bruder Heinz und beide Eltern offiziell abgemeldet nach „Paraguay“, zunächst Zugfahrt nach Berlin

16.8.1940 mit dem Zug aus Berlin, Bahnhof Friedrichstraße fahren 350 Jugendliche und 150 Eltern, deren Kinder bereits Palästina-Pioniere in Palästina waren, nach Wien mit dem Ziel über die Schwarzmeerroute nach Haifa zu kommen; Transportführer war Ephraim Frank

Zweiter Transportführer Hans Wendel

Leiter des Ordnungsdienst war Paul Jentes

Zwei bis drei Wochen in Wien, in einer jüdischen Schule oder Lehrlingsheim

3.9.1940 mit dem Zug von Wien nach Pressburg/ Bratislava an die Donau; in Pressburg für eine Woche in einem Lager im Stadtteil Patronka; Josef Nussbaum berichtet bei der Registrierung in Atlith, „The Camp was taken over as store for Heavy Opel trucks.“

10.9.1940 zum Donauhafen von Bratislava; dort Verteilung der Chalutzim auf die drei Ausflugsdampfer URANUS, MELK und SCHÖNBRUNN

10.-20.9.1940 von Bratislava nach Tulcea am Schwarzen Meer;

Anfang Oktober 1940 werden 1000 Flüchtlinge auf die drei Schiffe SS PACIFIC, SS MILOS und SS ATLANTIC verteilt, Deutsche auf die PACIFIC, Tschechen auf die MILOS.

Zwischenstopp im Hafen Agios Nikolaos, Kreta, um Kohle aufzunehmen

31.10.1940 von britischer Marine aufgebracht und in den Hafen von Haifa geleitet

1.11.1940 Ankunft von beiden Eltern und Bruder Heinz  auf der SS PACIFIC in Haifa.

3.11.1940 Ankunft der tschechischen Emigranten auf der SS MILOS, die ebenfalls auf die PATRIA verbracht werden

4.11.1940 Alle Passagiere der SS PACIFIC werden auf die SS PATRIA umgeschifft, dem von den Briten beschlagnahmten, als Truppentransporter umgebauten, großen französischen Frachtschiff (18 000 t)

7.11.1940 Registrierung der Eltern und Bruder Heinz im Camp Atlith; sie geben als Referenz an: Referenz Ari Horst Schwersenz, Ejn Charod

25.11.1940 Sprengstoff-Anschlag der Haganah im Maschinenraum der SS PATRIA, zu diesem Zeitpunkt waren bereits 1771 Ma’apilim (illegale Immigranten) auf das Schiff gebracht.

26.11. und 8.12.1940 die Überlebenden der SS PATRIA werden mit Bussen in das Internierungscamp Atlith verbracht;

Beide Eltern und Bruder Heinz war auf der SS PATRIA

12.10.1944 Heirat in Raanana mit Rosel Rachel Birnbrey

17.8.1947 Einbürgerung in Palästina, Ehefrau Rachel „illegally here, no passport“

Gedenken

Quellen

https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_brb_400213.html

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT400213-3.jpg

https://www.myheritage.de/research

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

https://www.ushmm.org/online/hsv/person_view.php?PersonId=9970327

Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

http://danielabraham.net/tree/related/dora/

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de843244

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de843245

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de843246

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de843247

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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