Frank Erich

Erich Ephraim Frank

*4.3.1909 in Gelsenkirchen; ✡17.3.1995 in Givat Hayim Ichud

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Hermann Frank *13.8.1874 in Paderborn; ✡18.5.1944 Auschwitz

Mutter Emma Aronheim *16.10.1865 in Hörde; ✡ 30.8.1942 in Theresienstadt

Geschwister

Beruf Geschäftsführer in Dortmund

Adressen Gelsenkirchen; Dortmund, Wilhelmstraße 20; Berlin

Heirat

Anna Nadel

Hanna Plaut

Kinder

Tochter oo Cohen

Yoach Frank

Avner Frank

Weiterer Lebensweg

17.5.1939 in Berlin bei Minderheiten-Volkszählung

März 1940 die führenden jüdischen Funktionäre aus Berlin, Prag und Wien werden von SS-Sturmbannführer Adolf Eichmann ins Reichssicherheitshauptamt nach Berlin vorgeladen, um die illegalen „Sondertransporte“ nach Palästina zu forcieren; Ephraim Frank als Vertreter des erkrankten Lyon vom Palästinaamt und als designierter Transportleiter dabei.

August 1940 Transportführer der Sonderhachschara SH 7, vermutlich vom Sammellager Ellguth über Berlin mit dem Zug nach Wien, Ziel über die Schwarzmeerroute nach Haifa; zweiter Transportleiter war Hans Wendel

August 1940 große Gruppe aus Ahrensdorf zur Vorbereitung nach Ellguth/Steinau

10.8.1940 Chawerim aus Paderborn abgemeldet, zunächst Zugfahrt nach Berlin

16.8.1940 mit dem Zug aus Deutschland fahren 350 Jugendliche und 150 Eltern, die bereits Kinder in Palästina hatten, nach Wien mit dem Ziel über die Schwarzmeerroute nach Haifa zu kommen; Transportführer war Efraim Frank aus Gelsenkirchen

30.8.1940 mit einer Gruppe von 29 Chawerim aus Paderborn offiziell abgemeldet nach „Paraguay“

Zwei bis drei Wochen in Wien, in einer jüdischen Schule oder Lehrlingsheim

3. 9.1940 mit dem Zug von Wien nach Pressburg/ Bratislava an die Donau;

10.9.1940 zum Donauhafen von Bratislava; dort Verteilung der Chalutzim auf die drei Ausflugsdampfer URANUS, MELK und SCHÖNBRUNN

10.-20.9.1940 von Bratislava nach Tulcea am Schwarzen Meer;

Anfang Oktober 1940 werden 1000 Flüchtlinge auf die drei Schiffe SS PACIFIC, SS MILOS und SS ATLANTIC verteilt, Deutsche auf die PACIFIC, Tschechen auf die MILOS.

Zwischenstopp im Hafen Agios Nikolaos, Kreta, um Kohle aufzunehmen

31.10.1940 von britischer Marine aufgebracht und in den Hafen von Haifa geleitet

1.11.1940 Ankunft der SS PACIFIC in Haifa.

4.11.1940 Alle Passagiere der SS PACIFIC werden auf die SS PATRIA umgeschifft, dem von den Briten beschlagnahmten, als Truppentransporter umgebauten, großen französischen Frachtschiff (18 000 t)

5.11.1940 Ankunft der tschechischen Emigranten auf der SS MILOS, die ebenfalls auf die PATRIA verbracht werden

8.11.1940 Registrierung im Camp Atlith; gibt drei Referenpersonen an:

Professor Adolf Reifenberg, Hebrew University, (*1889 in Berlin, seit 1922 in Jerusalem)

Benno Kohn, Tel Aviv, Hitlichdeith Olej Germania,

Maz Zimels, Gagour Settlement;

zunächst auch zur Deportation nach Mauritius vorgesehen

23. oder 24.11.1940 Ankunft der SS ATLANTIC in Haifa

25.11.1940 Sprengstoff-Anschlag der Haganah im Maschinenraum der SS PATRIA, zu diesem Zeitpunkt waren bereits 1771 jüdische illegale Einwanderer auf das Schiff gebracht.

Walter Steinitz, ebenfalls aus dem Umschulungslager Paderborn kommend, berichtet:

“ Am 25.November morgens um neun Uhr mussten alle auf die Reling, denn der Colonel hatte die Instruktion gegeben, aber um 9.12 Uhr hatte ein Kommando von 60-80 jungen Leuten ins Wasser zu springen, um die Engländer abzulenken, die mit kleinen Booten die Menschen auffischten. Zeitentsprechend zündete einer von uns eine Bombe, keine Zeitbombe, und ist mitgetötet worden. Es war der zweite Transportleiter – Hans Wendel. Niemand hatte von dieser Aktion gewußt – außer acht Leuten. Innerhalb von ein paar Minuten neigte sich das Schiff zur Seite. … Von den 4000 auf der SS PATRIA zusammengedrängten Menschen verloren etwa 260 ihr Leben.“ (ca 200 von 1771)

25.11.1940 Internierung in einer Lagerhalle im Hafen von Haifa; die ins Wasser gesprungenen kommen als verdächtige Mitwisser in die Arrestzellen der Polizeiwache von Haifa; Serie von Verhören, insbesondere wenn sie von den Briten der Zugehörigkeit zur Haganah verdächtigt wurden.

26.11.1940 Die an Bord Überlebenden als Schiffbrüchige der SS PATRIA im Camp Atlith interniert

8.12.1940 die in Haifa Inhaftierten werden mit Bussen in das Internierungscamp Atlith verbracht

Dezember 1940 noch auf die Umladung wartenden 1581 Emigranten auf der MILOS und ATLANTIC werden als „Detainees“ mit holländischen Frachtschiffen nach Mauritius deportiert. Dort trafen sie am 26.12.1940 ein und wurden in das das Zentralgefängnis von Mauritius nahe Beau Bassin verbracht.

1940 zunächst nur Freilassung kleiner Gruppen aus dem Camp Atlith, die eine Aufnahmeadresse in Palästina vorweisen können

Erich Frank schreibt zwei Karten an Alfred Selbiger die Hechaluz Zentrale in Berlin

September -Dezember 1941 Entlassung der meisten Internierten aus dem Camp Atlith

12.8.1945 Es sollte noch bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges dauern, bevor die 1.310 überlebenden Flüchtlinge aus Mauritius auf der SS FRANCONIA in das ersehnte Eretz Israel gebracht werden konnten.

Weiteres Schicksal der Familie

29.7.1942 Eltern von Dortmund nach Theresienstadt

30.8.1942 Tod der Mutter in Theresienstadt

15.5.1944 Vater Hermann Transport Dz von Theresienstadt nach Auschwitz; Tod in Auschwitz

17.3.1995 in Givat Hayim Ichud

 Gedenken

11.10.1956 Pages of Testimony für seine Eltern von Ephraim Frank

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3549475

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de867715

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de868072

https://www.statistik-des-holocaust.de/X1-4.jpg

https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=797618&ind=1

https://www.holocaust.cz/de/datenbank-der-digitalisierten-dokumenten/dokument/80837-frank-emma-todesfallanzeige-ghetto-theresienstadt/

https://collections.arolsen-archives.org/en/search/person/4982106?s=Frank%20Emma%201865&t=2546996&p=0

https://collections.arolsen-archives.org/en/search/person/4982168?s=Frank%20Hermann%201874&t=2546996&p=0

Margit Naarmann, Ein Auge gen Zion, Paderborn, 2000; ISBN3-89498-087-7

https://www.ushmm.org/online/hsv/person_view.php?PersonId=9968623

https://www.ushmm.org/online/hsv/person_advance_search.php?SourceId=19584

https://www.ushmm.org/online/hsv/source_view.php?SourceId=19561

https://www.ushmm.org/online/hsv/person_view.php?PersonId=9969772

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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