Birnbrey Rosel

Rosel Birnbrey/Rachel Sharon

*23.11.1921 in Stettin; ✡ 21.11.1884 in Alonim

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Siegfried Birnbrey *22.7.1886 in Stettin; ✡ nach 1940 in Belzec

Mutter Elisabeth Bittermann *24.7.1896 in Berlin; ✡ nach 1940 in Belzec

Geschwister

Helga Birnbrey *1916 in Stettin; ✡ 22.2.1935 in Stettin

Vera Gusta Birnbrey *11.4. 1927 in Stettin; ✡ nach 1940 in Belzec

Manfred Birnbrey *24.7.1936 in Stettin; ✡ nach 1940 in Belzec

Beruf Landarbeiterin

Adressen Stettin; Herwikerwaard; Kibbuz Alonim

Heirat 12.10.1944 in Raanana mit Horst Ari Schwersenz/Sharon *12.7.1921 in Brieg; ✡29.3.2006 in Alonim

Kinder

Eitan Sharon *2.9.1946; ✡ 3.12.2001 Alonim

Amos Sharon *19.7.1951; ✡ 8.11.2007 Alonim

Weiterer Lebensweg

Horst Schwersenz zur Hachschara auf Hof Wecker in Rüdnitz; sein Bruder Heinz war auf der SS PATRIA

10.1.1938 Alija nach Haifa von Horst Schwersenz mit Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III)

17.5.1939 beide Eltern und die Geschwister Vera und Manfred in Stettin, Rosengarten 8 bei der Minderheitenzählung

Rosel Birnbrey nach Deventer; „Deventer Vereeniging tot Vakopleiding“; sie wird zur Einzelhachschara auf einen Bauernhof in Herwikerwaard geschickt

Alija Beth auf der SS DORA

Juli 1939 76 Werkdorper aus dem Werkdorp Nieuwesluis nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA

16.7.1939 Boarding  von Rosel Birnbrey mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina; 29 Chaluzim gehören zum Misrachi/Dath Waäretz aus Beverwijk und Franeker.

16.7.1939 1939 5 Uhr morgens Boarding der acht verspätet aus Enschede kommenden Agudas- Chaluzim Rosa Appel, Elie Daube, Heinemann Gutmann, Issy Hirsch, Saul Lampelz, Bernhard Rosen, Rubin Rottenberg, Adolf Sanders.

17.7.1939 Zustieg von etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA

17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)

12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht

Am 12. Februar 1940 erhielten die Stettiner Juden den Befehl, sich binnen nur sieben Stunden für den Abtransport bereitzuhalten. Anschließend wurden sie in das Ghetto Lublin deportiert. Die Umstände, unter denen diese erste Massenverschleppung von Juden aus dem »Altreich« erfolgte, waren furchtbar. Elsa Meyring selbst berichtete später von der Deportationsaktion, die die Juden Stettins völlig unvorbereitet traf. Bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt wurden 1107 Juden, darunter viele Kinder und ältere Menschen, in einer mehrere Tage dauernden Fahrt in ungeheizten Waggons in den Bezirk Lublin gebracht, wo sie vom Ankunftsbahnhof aus auf Gewaltmärsche in die ihnen zugewiesenen Aufenthaltsorte getrieben wurden. Bereits auf der Zugfahrt und den Märschen starben die ersten Menschen, während andere Erfrierungen und Verletzungen erlitten, die später zum Tode führen sollten.

13.2.1940 Deportation von 1107 Stettiner Juden nach Lublin. Die dänische Zeitung „Politiken“ berichtet am 17.2.1940:

„In den Nachtstunden des 12. zum 13. Februar wurden in Stettin sämtliche Juden abtransportiert… Zwischen 3 und 4 Uhr am Morgen des 13. Februar wurden die Juden mit Frauen und Kindern ohne Rücksicht auf ihr Alter und ihren Gesundheitszustand durch je zwei Posten der SS und der SA aus ihren Wohnungen geholt und zum Güterbahnhof Stettin gebracht, von wo aus der Abtransport nach Ostpolen in den frühen Morgenstunden des Dienstag erfolgte. Auch die Insassen der beiden jüdischen Altersheime in Stettin, ca. 82 Personen, darunter Frauen und Männer über 90 Jahre, wurden deportiert. Soweit sie nicht mehr zu gehen imstande waren, wurden sie auf Tragbahren zum Güterbahnhof gebracht… Bereits auf der Durchfahrt durch Schneidemühl – etwa 24 Stunden nach dem Abtransport – mussten die ersten Leichen aus dem Deportationszug entfernt werden. Es handelte sich zunächst um eine Frauenleiche, der später die Leichen von zwei Kindern folgten. Einige andere Personen lagen im Sterben, wie Zurufe aus den Wagenfenstern des Zuges an den Stationsvorsteher des Bahnhofs besagten.“

12.10.1944 Heirat in Raanana mit Horst Ari Schwersenz

17.8.1947 Einbürgerung in Palästina „illegally here, no passport“

Gedenken

Quellen

https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_brb_400213.html

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT400213-3.jpg

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://www.myheritage.de/research

http://danielabraham.net/tree/related/dora/

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de843244

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de843245

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de843246

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de843247

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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