Pfingst Gerd

Gerd Pfingst

*10.4.1916 Berlin; ✡?

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Siegfried Pfingst *29.7.1883 in Bischofsburg; ✡ 9.10.1936 in Berlin

Heirat der Eltern 27.6.1912 in Berlin

Mutter Grethe Weinkeller *5.9.1884 in Berlin; ✡ 4.6.1958 in Kenia

Großmutter Lina Weinkeller geb. Pfingst *8.6.1861 in Bischofsburg; ✡25.2.1933 in Berlin

Cousine Dora Pfingst * 8.4.1921 in Minden; ✡9.1.2011 USA; oo Kurt Lerner

Geschwister

Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant

Adressen Minden; Dortmund Hörde; Berlin; Groß Breesen; Kenia, Australien

Heirat ja

Kinder zwei Töchter

Weiterer Lebensweg

1912 Vater Siegfried in Minden gemeldet; Porzellanhandel

Besuch der Bessen-Oberrealschule in Minden bis zur Mittleren Reife. An der Schule erfährt er ab 1934 antisemitische Schikanen aber auch Unterstützung durch Mitschüler und Lehrer

1934 Gerd Pfingst zur kaufmännischen Lehre in einem jüdischen Geschäft nach Dortmund-Hörde

1935 mit den Eltern nach Berlin; Schweißerlehrgang (in der ORT-Schule?)

9.10.1936 Tod des Vaters in Berlin

Übersee-Gruppenwanderer Lehrgut Groß Breesen

1936-1938 Gerd Pfingst in Groß-Breesen

Groß Breesen wurde vor 1933 vom Hechaluz genutzt, erst ab 1936 wurde die Ausbildungs-Stätte von nicht-zionistischen Organisationen für landwirtschaftlichen Umschichtungen reaktiviert.

Mai 1936 Eröffnung des nichtzionistischen Übersee-Gruppenwanderer Lehrgutes Groß Breesen; im Gegensatz zu anderen Lagern ist Groß Breesen nicht an jüdische Organisationen gebunden, war jedoch stark geprägt vom Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (C.V., assimiliert, liberal, national)

1936-1939 Curt „Bo“ Bondy Lagerleiter und pädagogischer Leiter, auf Bitten von Leo Baeck; von vielen ‚Groß-Breesenern‘ wurde er als charismatische Persönlichkeit, der sie viel zu verdanken haben, verehrt. Unterstützt wurde er von Ernst Cramer, einem älteren Praktikanten.

Leiter der landwirtschaftlichen Ausbildung war der Landwirtschaftliche Inspektor Erwin Scheier, dessen Frau Ruth oblag die Hauswirtschaft, Tischlermeister Max Kiwi die Schreinerei. Ilse Rohr war als Erzieherin angestellt: Sie gehörte vermutlich zur Gutsbesitzerfamilie Rohr.

1936 Gerd Pfingst zur Hachschara ins Überseeauswanderer Lager Groß Breesen

April 1938 Auswanderung von Gerd Pfingst nach Kenia

17.5.1939 Mutter Grethe in Berlin, Konstanzer Straße 11 bei Minderheitenzählung

4.8.1939 Mutter Grethe folgt nach Kenia, nachdem sie den Verkauf des Hauses in Minden am Marktplatz an Heinrich Becker abgewickelt hatte, der seit 1934 das Porzellangeschäfte übernommen hatte.

1.9.1939 Überfall der Wehrmacht auf Polen

Sommer 1940 Verhaftung der deutschen Flüchtlinge auch in Kenia als „enemy aliens“

ab 1941 Verwalter landwirtschaftlicher Betriebe für Farmer, die in die Royal Army eingezogen wurden

1950 Gerd Pfingst Verwalter auf einem größeren Gut

4.6.1958 Tod der Mutter Grete Pfingst in Kenia

1961 Auswanderung von Gerd Pfingst mit Ehefrau und zwei Töchter aus Kenia nach Australien, wo er eine Farm kauft

Juni 1964 25-Jahresfeier der Ankunft in Australien in Rockwood bei Herbert und Gerte Cohn mit 30 Teilnehmern (einschließlich Familie); dort trifft er auch den ebenfalls aus Minden stammenden Isi Kirshrot : „Gert Pfingst who travelled over 500 miles to come here especially to meet Isi as they both came originally from the same town in Westphalia, namely Minden“

30.6.1984 „Get together“ in Utica, NY, USA

22. -26.5.1986 Treffen der überlebenden Groß-Breesener in Shavey Zion, Israel

1994 Besuch in Minden in Begleitung seiner Cousine Dora Lerner

1994 Interview mit dem Historiker Peter Gurwitz in Minden

Gedenken

Quellen

http://www.hiergeblieben.de/pages/textanzeige.php?limit=100&order=titel&richtung=DESC&z=313&id=17477

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130251945

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/12114967

Werner Angress, Generation zwischen Furcht und Hoffnung, 1985

Artur Wolff, Damit es nicht vergessen wird, Bericht in zwei Teilen, 1991

https://archive.org/details/jdischesausb001f022/page/n2/mode/1up?view=theater

https://zeitgeschichte-hamburg.de/files/public/FZH/Publikationen_digital/Werner%20T%20Angress%20Generation%20zwischen%20Furcht%20und%20Hoffnung.pdf

https://www.yumpu.com/de/document/read/3840614/21-brief-19-p745-54-gross-breesen-silesia

https://yvng.yadvashem.org/ad

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

www.werkdorpwieringermeer.nl/

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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