Kirschroth Herbert

Herbert Kirschroth

*22.12.1920 in Minden; ✡ vor 1945

Religion jüdisch

Staatsangehörigkeit polnisch

Vater Samuel Wolf Kirschroth *1.4.1893 in Warschau; ✡ vor 1945

Mutter Helene Hena Ingberg *27.5.1898 in Warschau; ✡ vor 1945

Onkel Hirsch Herz Wolf Ingberg *15.9.1870 in Warschau; ✡15.1.1943

Geschwister

Isidor Jakob Kirschroth *11.2.1919 in Minden; ✡20.5.2003 Tacoma, USA

Charlotte Kirschroth*4.9.1923 in Minden; ✡?

Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant

Adressen Minden; Groß Breesen;

Heirat ledig

Weiterer Lebensweg

Vater Samuel als polnischer Kriegsgefangener im 1. WK im Lager in Minden

Übersee-Gruppenwanderer Lehrgut Groß Breesen

Mai 1936 Eröffnung des nichtzionistischen Übersee-Gruppenwanderer Lehrgutes Groß Breesen; im Gegensatz zu anderen Lagern ist Groß Breesen nicht an jüdische Organisationen gebunden, war jedoch stark geprägt vom Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (C.V., assimiliert, liberal, national)

1936-1939 Curt „Bo“ Bondy Lagerleiter und pädagogischer Leiter, auf Bitten von Leo Baeck; von vielen ‚Groß-Breesenern‘ wurde er als charismatische Persönlichkeit, der sie viel zu verdanken haben, verehrt. Unterstützt wurde er von Ernst Cramer, einem älteren Praktikanten.

Leiter der landwirtschaftlichen Ausbildung war Oberinspektor Erwin Scheier, dessen Frau Ruth oblag die Hauswirtschaft, Tischlermeister Max Kiwi die Schreinerei.

Isidor und Herbert Kirschroth zur Umschulung ins Überseeauswanderer Lager Groß Breesen

Erste Polenaktion

28.10.1938 Abschiebung der Familie Kirschroth nach Zbaszyn

Mai 1939 Mutter Helene nach Minden zur Abwicklung des Vermögens.

Juli 1939 von Zbaszyn nach Warschau; Familie zuletzt im Ghetto Miedzyrzec Podlaski

Mai 1939 Isidor Kirschroth vermutlich auf der SS WARSZAWA von Gdynia nach England

23.3.1940 Heirat von Bruder Isidor in Sturminster mit Inge Salomon aus Minden; Wohnsitz der Eheleute in Lower Lillington; ihre Mutter lebt 1940 als Frieda Niermann in Arbutus Cottage bei Bristol

22.5.-1.6.1940 Isidor und Inge Kirschroth auf der SS SAMARIA von Liverpool nach New York

Ziel Hyde Park Farm Project in Burkeville ; 1938-1942 Aufbau des jüdischen Farm-Projekts, die Hyde Park Farm in Burkeville (Virginia, USA), wohin viele Groß Breesener kamen.

1948 Suchanzeige von Captain Kirshrot (Wien) nach Schwester Charlotte Kirszrot

Gedenken

Stolpersteine in Minden, Simeonstraße 8 für Samuel, Helene, Herbert und Charlotte Kirschroth

Stolpersteine in Minden, Kampstraße 32 für Onkel Hirsch seine Frau Soscha und die Cousins Moritz, David und Erika Ingberg

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1005491

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1005492

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1005494

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1005493

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/86279549

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Werner Angress, Generation zwischen Furcht und Hoffnung, 1985

https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_sln_43a.html

Arthur Wolff, Bericht für den Groß Breesen Rundbrief Nr. 24, 1984

Damit es nicht vergessen wird, Bericht in zwei Teilen, 1991

Günter Marcuse, Tagebuch Groß Breesen; Groß Breesen Rundbrief Nr. 23, 1966

https://archive.org/details/jdischesausb001f022/page/n2/mode/1up?view=theater

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 6471); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85.

https://zeitgeschichte-hamburg.de/files/public/FZH/Publikationen_digital/Werner%20T%20Angress%20Generation%20zwischen%20Furcht%20und%20Hoffnung.pdf

https://www.yumpu.com/de/document/read/3840614/21-brief-19-p745-54-gross-breesen-silesia

https://yvng.yadvashem.org/ad

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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