Marta Kowalski
*3.11.1923 in Mettmann; ✡Februar 1989 USA
Staatsangehörigkeit staatenlos
Religion jüdisch
Vater Isidor Kowalski *20.10.1894 in Kruschwitz; ✡14.5.1942 Kulmhof
Mutter Hinda Orenstein *19.9.1900 in Lodz; ✡ 14.5.1942 Kulmhof
Geschwister
Werner Kowalski *25.7.1928 in Mettmann; ✡14.5.1942 Kulmhof
Beruf –
Adressen Mettmann, Düsseldorfer Straße 75; Schniebinchen, Sorau
Heirat 1946 in London Isidor Rosenblat *12.12.1911; ✡Nov. 1969 USA
Kinder
Jakob Rosenblat *1947 England
Barbara Rosenblat *1950 England
Weiterer Lebensweg
Hachschara Lehrgut Schniebinchen
Marta Kowalski zur Hachschara nach Schniebinchen
Gut Schniebinchen war ein zuletzt dem Apotheker Otto Kaesbach gehörendes Landgut von 1117 Morgen bei Sorau/ Sommerfeld in der Niederlausitz. Kaesbach produzierte hier nach Aufgabe der Landwirtschaft Pharmaka wie das Sexmittel OKASA.
Seine geschiedene EhefrauMartha Kaesbach stellte als Verwalter Herrn v. Horn ein. Die zum Gutsbesitz gehörende Wassermühle (Jessener Mühle) verkaufte Kaesbach 1929 an die Familie Lichting, auch hier entstand später ein Hachscharalager.
1933/34 Abschluss eines Pachtvertrages über 180 RM monatlich mit dem Jüdische Jugendbund Habonim Noar Chaluzi (Bauleute), der offizielle Briefkopf lautete:
Jüdische Jugendhilfe Schniebinchen über Sommerfeld NL, Telefon: Niewerle Nr. 11
Später lag die Verwaltung reichsweit bei der Ssochnuth (Sochnut, hebräisch הַסּוֹכְנוּתִ היְּהוּדִית לְאֶרֶץ יִשְׂרָאֵל ha-Sochnut ha-Jehudit le-Erets Jisra’el, ‚Jewish Agency‘ auch ‚Jüdische Agentur für das Land Israel‘)
10.11.1938 in der Pogromnacht wird das Lager für einige Tage von örtlicher SA besetzt, die aber keine Misshandlungen an den Bewohner begeht.
Leiter von Schniebinchen war Dr. Alfred Cohn (April-Sept 1939); ab September 1939 wurden Ludwig Kuttner und Fanny Bergas als Wirtschaftsleiterin dessen Nachfolger. Cohn und Kuttner waren zuvor zuvor Lehrer an der Privaten Waldschule Kaliski in Berlin. Lotte Kaiser und Lotte Adam hatten die pädagogische Leitung. Das Verhältnis Jungen/Mädchen lag bei 60/40. Für Mädchen stand vor allem Hausarbeit wie Kochen, Backen, Nähen und Stricken auf dem Plan.
Ab April 1939 war Jenny Rosenbaum später Aloni Jugendleiterin, bevor auch sie im November nach Palästina auswanderte. Sie berichtet von ihrer Ankunft:
„Auf dem Zaun ein Papagei. Ein lebendiger Papagei. Er heißt Laura… Papagei Laura rief im Vorbeigehen jedem zu „Heil Hitler Schalom“
Vor der Besetzung Dänemarks 1940 gingen viele mangels ausreichender Zertifikate für Palästina zur Einzelhachschara auf Bauernhöfe in Dänemark.
März 1939 eine erste Alija beth Gruppe von einer Gruppe Chawerim aus Schniebinchen in Wien einem Sammeltransport angeschlossen, die ab Spalato, Jugoslawien auf einem kleinen Seeschiff „Dora“ nach etwa 10-tägiger Fahrt unbehindert in Palästina landete; sogenannte erste illegale Sonderhachschara SH1
Minderheitenzählung
17.5.1939 Marta Kowalski mit 122 Personen, 1939 waren 109 Chaluzim und Angestellte registriert in Schniebinchen
Sommer 1939 mit Kindertransport nach England
1946 Heirat in London mit Isidor Rosenblat

7.10.-13.10.1952 Marta mit Ehemann Isidor sowie den Kindern Jacob und Barbara Rosenblat auf der RMS MAURETANIA von Le Havre nach New York
Düsseldorf – Lodz – Kulmhof
Oktober 1941 Verbringung der Eltern und Bruder Werner aus Mettmann in das Sammellager Alter Schlachthof am Düsseldorfer Güterbahnhof

27.10.1941 beide Eltern und Bruder Werner von Düsseldorf nach Lodz
13.5.1942 aus dem Ghetto Lodz in das Vernichtungslager Kulmhof
Gedenken
–
Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de904404
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de904409
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de904410
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316