Else Levy
*7.4.1910 in Altkarbe („Halbjüdin“, JJNN); ✡15.3.1951 im Kfar Jedidia, Israel
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Siegmund Levy *13.11.1874 in Altkarbe; ✡ Brasilien
Mutter Eugenia Wegwitz *17.11.1882 in Altkarbe; ✡ 1960 Brasilien
Großeltern Isidor und Dorata Levy
Großeltern Heinrich und Alwine Wegwitz
Geschwister
Gertrud Levy *26.6.1911 in Altkarbe; ✡ ?; oo Hohensee
Hertha Levy *12.12.1912 in Altkarbe; ✡ ?; oo Saul Münz
Alfred Levy *12.1.1917 in Altkarbe; ✡ ?;
Beruf –
Adressen Altkarbe bei Friedeberg; Gut Winkel, Spreenhagen; Ahrensdorf
Heirat
Sommer 1939 Wilhelm Brüll *18.2.1910 in Seubelsdorf; ✡ ?
David Schmidoff
Kinder drei
Weiterer Lebensweg
23.4.1934 Einreise von Schwester Hertha mit Ehemann Saul Münz von Triest nach Haifa mit Arbeiterzertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS
Landwerk Altkarbe
Vater Siegmund ist Landwirt in Altkarbe und ermöglicht Jugendlichen eine Hachschara auf seinem Hof in der Neumark, heute Polen.

Die Hachschara erfolgte zwischen 1933 und 1936 auf dem Gut Obermühle des jüdischen Landwirts Siegmund Levy. Die Chaluzim kamen zumeist aus dem Makkabi Hazair.
1935 eine Makkabi Gruppe geht nach Palästina
Das Lager wird auf Veranlassung des Reichskriegsministers zum 1.8.1936 durch die Staatspolizeistelle Frankfurt/Oder geschlossen, „da es sich in unmittelbarer Nähe zu militärischen Anlagen befindet. … Die Lagerinsassen wurden in das Umschulungslager in Havelberg untergebracht.“
Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 Wilhelm Brüll und Else Levy im Gut Winkel
17.5.1939 Schwester Gertrud mit Ehemann Karl Hohensee und Tochter Ruth in Altkarbe, Friedeberger Straße
19.1.1939 Emigration der Eltern, Einreise nach Rio de Janeiro
Gut Winkel
Wilhelm Brüll und Else Levy zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen
Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.
1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben.
Im Novemberpogrom 1938 wurde Gut Winkel nicht überfallen.
17.5.1939 Wilhelm Brüll und Else Levy im Gut Winkel
Bei der Minderheitenvolkszählung am 17. Mai 1939 wurden 210 jüdische Bewohner erfasst.

Im September 1939 ist Else Levy noch auf der Belegungsliste von Gut Winkel geführt
Landwerk Ahrensdorf
1939 Wilhelm und Else Brüll wechseln in das Landwerk Ahrensdorf
Heirat kurz vor der Alija
Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 2
12.10.1939 Bahnfahrt von Wilhelm und Else Brüll von Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Breslau nach Wien
14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest
6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen
26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA
15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert
22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa
24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung
29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluss von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung
29.1.1940 Wilhelm und Else Brüll mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht
13.2.1940 18.2.1940 Registrierung von Else Brüll in Athlit
Sie gibt Brockman in Altkarbe als Gemeindeältesten an, als Referenzen Bernstein und Ullmann
(Dokument D/698/40/CHU)
18.2.1940 Registrierung von Wilhelm Brüll in Athlit;
er gibt Fried als Referenz an, als Gemeindeältesten Wilhelm Sander, beide Ahrensdorf
(Dokument D/844/40/CHU)
18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager
29.7.1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlit

Gedenken
Quellen
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/71650449
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de849021
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de849030
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de993627
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
Genealogie Webseite My Heritage
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316