Beim Philippine

Philippine Beim

*15.7.1900 in Berlin ; ✡ ?.

Staatsangehörigkeit staatenlos

Religion jüdisch

Vater unbekannt

Mutter Rosa Beim geb. Lusch *20.8.1867 in Lemberg; Theresienstadt

Onkel Dawid Beim *31.5.1878 in Jaroslau; vor 1945

Tante Hinda Mondschein *11.8.1876 in Jaroslau; ; ✡ ?

Geschwister/Cousin

Jakob Beim *7.6.1904 in Jaroslau; oo Toni Beckermann

Beruf  Landarbeiterin

Adressen  Berlin; Seelow; Neuendorf; Urfeld;

Heirat Hess

Kinder

Weiterer Lebensweg

27.2.1935 Ausstellung eines Fremdenpasses für Philippine Beim in Seelow; in Altmahlisch und Oderbruch bei Seelow gab es Hachschara-Lager

Landwerk Neuendorf

1932 Gründung als Hachschara-Lehrgut auf dem Gut Neuendorf in Brandenburg; Besitzer Hermann Müller, US-Citizen; Trägerverein war die Jüdische Arbeitshilfe e. V. (Landwerk Neuendorf) in Berlin, Ungefähr 1200 Chawerim wurden zwischen 1932 und 1938 ausgebildet. Leiter des Landwerks von Beginn 1932 bis zum Novemberpogrom 1938 war Alexander Moch (1893–1977).

Philippine Beim zur Hachschara ins Landwerk Neuendorf

Hachschara in Urfeld

24.8.1935 Philippine Beim vom Landwerk Neuendorf zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.

Von März 1934 bis April 1940 war

der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für mehr als 150 meist junge Juden. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.

Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)

30.12.1935 Philippine Beim abgemeldet aus Urfeld zurück ins Landwerk Neuendorf

Alija

22.6.1936 Ankunft von Philippine Beim in Haifa mit einem Arbeiter Zertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS

Minderheitenzählung

17.5.1939 Mutter Rosa in Berlin, Jüdisches Altersheim, Weinbergsweg 13

17.5.1939 Onkel Dawid Beck mit Frau und Cousin Jakob mit Frau Toni und Sohn Wolfgang Beim in Berlin, Wedding, Swinemünder Straße 66

1939 Dawid Beck abgeschoben nach Polen

6.6.1940 Einbürgerung von Philippine Beim in Palästina

1. Großer Alterstransport von Berlin nach Theresienstadt

Räumung des Jüdischen Altersheim Schönhauser Allee 22

29.7.1942 Anordnung der Gestapo Berlin vor dem Transport:

„Alle Altersheime sind zu diesem Zweck voll zu belegen. Mit Rücksicht auf diese Aufgabe soll auch die Räumung der Schönhauser Allee erst nach dem 17.8.1942 beginnen. Die Durchschleusung soll in den Altersheimen erfolgen. Von dort aus geschieht auch die Verladung zum Bahnhof auf Kraftwagen der Fahrbereitschaft. Mit Rücksicht auf die grossen Transporte sollen die laufenden Alterstransporte am 14., 17. und 18.8.1942 in Fortfall kommen. Im Altersheim Köpenick soll alles erfasst werden, was in der dortigen Umgegend wohnt: So z.B. alle Einwohner von Grünau, Karlshorst, Lichtenberg, Friedrichshagen, Friedrichsfelde. Die Verladung an die Bahn soll dann vom Lehrter Güterbahnhof erfolgen. Das Ziel der grossen Alterstransporte ist ebenfalls Theresienstadt.“

17.8.1942 Mutter Rosa als Witwe auf dem 1. Großen Alterstransport von Berlin nach Theresienstadt

23.10.1942 Tod der Mutter in Theresienstadt

Gedenken

8.2.1956 Page of Testimony für die Mutter Rosa Beim von Philippine Beim-Hess

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1026121

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1043170

StA Bornheim, Slg Zerlett

Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)

https://collections.arolsen-archives.org/en/document/11222373

https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Projekte/Widerstandskarte/josef-wimar-giesen-versteckte-juedische-jugendliche-in-der-pogromnacht/DE-2086/lido/dc00018960

Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.

https://www1.wdr.de/urfeld100.html

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://collections.arolsen-archives.org/de

Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume

Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018

https://www.kortumgesellschaft.de/tl_files/kortumgesellschaft/content/download-ocr/erinnernzukunft/Mitteilungsblatt-EfdZ-2011-Nr-15.pdf

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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