Translateur Herbert

Herbert Translateur

*23.4.1910 in Rosenberg; ✡ Okt. 1978

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Max Translateur *17.11.1883; ✡ 23.4.1933 (?)

Heirat der Eltern 25.6.1908 in Rybnik

Mutter Hulda Brauer*14.3.1888 in Rybnik; ✡ 5.1.1934 in Rosenberg/O.S.

Geschwister

Kurt Translateur Febr. 1912 in Nikolai; ✡ 1989 in Israel

Erich Translateur *5.2.1916 in Nikolai; ✡ 16.11.2005 in Cincinnati

Alice Translateur *1.4.1919; ✡ 22.6.2015 in Petah Tikwa; oo Hirsch

Beruf Praktikant

Adressen Nikolai; Polenzwerder;

Heirat ?

Kinder

Weiterer Lebensweg

30.9.1935 Einreise von Bruder Kurt in Haifa

Der vielfach notierte Todestag der Mutter vom 5.1.1934in Rosenberg ist fraglich, da sie auch im Dezember 1937 als Passagierin der SS GALILEA nach Haifa registriert ist

Hachschara Polenzwerder

Herbert Translateur zur Hachschara in das jüdische Lehrgut Polenzwerder bei Eberswalde in Brandenburg.

Das jüdische Lehrgut Polenzwerder wurde 1937 von der Jugendorganisation Jüdisch-nationale Jugend Herzlia (Betar) in Trägerschaft der Staatszionistischen Organisation (Revisionisten) in einer alten Ziegelei eingerichtet. Im Sommer 1938 wurde der BETAR zwangsaufgelöst. Nach dem das Lager im Novemberpogrom überfallen worden war, übernahm die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland RVJD das Lehrgut, in dem bis zu 45 Jugendliche in Landwirtschaft und Gärtnerei auf der Alija nach Palästina vorbereitet wurden.

Leiter des Gutes Polenzwerder

Bis 1937 Max Meyer, Sohn des Besitzers Gustav Meier

Ab 1937 David Kirschenbaum, Siegfried Peckel, als Inspektor Hermann Nördlinger

Ab Sommer 1939 Kurt und Anna Holzheim

Herbert zur Hachschara nach Polenzwerder; dann abgemeldet nach Rosenberg

20.12.1937 Ankunft von Mutter Hulda auf der SS GALILEA in Haifs

27.3.1939 Einreise von Schwester Alice Translateur auf der SS GALILEA nach Haifa

1.9.1939 Überfall der Wehrmacht auf Polen

Hachschara im Beth Chaluz Stuttgart

Bruder Erich Translateur zur Hachschara nach Stuttgart.

Seit Mitte der 1930er Jahre befand sich im Gemeindehaus der jüdischen Gemeinde Stuttgart in der Gartenstraße 30 ein Lehrlingsheim, auch Beth Chaluz genannt.

1937/1938 war hier Martin Studinski Madrich; zuvor im Kibbuz Jägerslust und Urfeld

Novemberpogrom

10.11.1938 Erich Translateur in Stuttgart, Gartenstraße 30 mit einer Gruppe von acht dort wohnenden etwa gleichaltrigen Juden aus ganz Deutschland verhaftet (Kibbuz-Wohngemeinschaft); sie werden ins Polizeigefängnis in der Büchsenstraße gebracht

13.11.1938 Internierung im KL Dachau, Häftlingsnummer 24194

28.12.1938 Entlassung aus dem KL Dachau

Emigration nach England

Britischer Census

29.9.1939 Lieselotte Schwarz als Hotelangestellte/Nurse in Paddocks Hotel, Ross and Whitechurch, Herefordshire

Onkel Salo Translateur und Ehefrau Margaret geb. Brauer (!) in 1, Templars Avenue, Hendon, Middlesex

1942 Heirat von Erich Translateur mit Lieselotte Schwarz

Nachkriegszeit

11.1.-17.1.1946 Emigration von Erich und Liselotte Translateur mit Tochter Miriam von Southampton nach New York

US Census

5.4.1950 Erich und Liselotte Translateur in Cincinnati

16.11.2005 Tod von Erich Translateur in Cincinnati

Zu Herberts Flucht und Leben nach 1945 gibt es nur das Todesdatum Oktober 1978

Gedenken

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/10768184

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 7264); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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