Anna Kosiner

Anna Kosiner geb. Wetterhahn

*31.1.1919 in Rimbach, Bergstraße, Odenwald; ✡März 1943 Auschwitz

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Leo Wetterhahn *20.7.1881 in Rimbach

Mutter Ernestine Buchheimer 2.4.1884 in Großensachsen; ✡ vor 1944 in Piaski

Geschwister

Beruf Landarbeiterin

Adressen Rimbach; Mannheim, Luisenring 4; Gut Winkel, Spreenhagen;

Heirat ca 1942 Heinz Kosiner *26.4.1920 Berlin; ✡ 31.3.2000 in Long Beach

Kinder

Weiterer Lebensweg

1.4.1933 Vater Leo im KL Osthofen

Novemberpogrom

10.11.1938 Vater Leo verhaftet

Eingewiesen in das KL Buchenwald

Gut Winkel

29.7.1939 Heinz Kosiner aus Berlin zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.

1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben.

Im Novemberpogrom 1938 wurde Gut Winkel nicht überfallen.

19. Juni 1941 Auflösung Gut Winkel wird vom Hachschara- zum Arbeitseinsatzlager

5.7.1941 behördliche Anordnung zur Auflösung der Hachschara-Lager; Umbenennung der noch bestehenden in „Jüdisches Arbeitseinsatzlager“

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Anna Wetterhahn in Mannheim, Luisenring 4; hier wohnte die Familien des Textilkaufmanns Heinrich Bähr sowie Lußheimer, die Ehepaare Blumenthal und Wolf und Selma Weil

17.5.1939 die Eltern Leo und Ernestine in Rimbach, Bergstraße

17.5.1939 Heinz Kosiner in Berlin

Nach September 1939 Anna Wetterhahn ins Gut Winkel

Deportation der Eltern nach Piaski

Fabrikaktion – 31. Osttransport nach Auschwitz

1943 noch etwa 20 Chawerim im Arbeitseinsatzlager Gut Winkel, Spreenhagen

20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“

27.2.1943 Räumung des Arbeitseinsatzlagers Gut Winkel; Verbringung der Inhaftierten ins Sammellager nach Berlin, Große Hamburger Straße

März 1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz und ins „Generalgouvernement“ deportiert.

2.3.43 Fernschreiben des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamts (SS-WVHA) an den Lagerkommandanten von Auschwitz:

„Wie dort bekannt, beginnen am 1.3.43 die Judentransporte aus Berlin. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß sich bei diesen Transporten etwa 15000 vollkommen arbeitsfähige, gesunde Juden befinden, die bisher in der Berliner Rüstungsindustrie gearbeitet haben. Auf ihre weitere Arbeitsverwendungsfähigkeit ist mit allen Mitteln Wert zu legen.“

1.3.1941 Heinz und Anna Kosiner aus Gut Winkel auf dem 31. Osttransport mit 3222 Juden von Berlin nach Auschwitz; unter den 19 Chawerim sind 8 Ehepaare

Bei der Ankunft an der Rampe von Auschwitz werden 677 Frauen und Männer zur Zwangsarbeit ins Lager selektiert; vergeben werden die Häftlingsnummern: 36546 – 36930 (385 Frauen) und 104598 – 104889 (292 Männer). Von den 19 Chawerim erhalten nur 3 eine Häftlingsnummern

Heinz Kosiner 104787, Arno Michlowitz 104837, Rudi Moses 104831

2.3.1941 Heinz Kosiner an der Rampe zur Zwangsarbeit selektiert, er bekommt die Auschwitznummer 104787 in den linken Unterarm tätowiert

Der Todesmarsch aus Auschwitz

18.1.1945 Evakuierung des Lagers Jawischowitz und aller drei Auschwitz-Lager; ca. 60 000 Häftlinge; 10000 Männer aus Monowitz

22.1.1945 Registrierung von Heinz Kosiner im KL Buchenwald

Crawinkellager

24.1.1945 Heinz Kosiner aus Buchenwald in das Kommando S III, Ohrdruf

3.4.1945 zuerst Auflösung des Ohrdrufer Nordlagers, die weiteren Lager folgten Tage später.

Das Ende des KL Buchenwald

5.4.1945 Himmlers Befehl zur Evakuierung von Buchenwald (47500 Häftlinge);

5.4. 3000 von 6000 Juden auf dem Nachbargelände in den Fabrikhallen der DAW zusammengetrieben

6.-10.4.1945 Die SS beginnt mit der Evakuierung des Konzentrationslagers; etwa 28.000 Häftlinge des Stammlagers und mindestens 10.000 Häftlinge der Außenlager werden auf insgesamt 60 Marschrouten – meist zu Fuß – auf die Todesmärsche getrieben, 12000 (Schätzung) kommen auf diesen Märschen um.

6.4. 1945 von den ca. 6000 Juden im Lager, können etwa 3000 versteckt werden; 3105 Juden werden im Lager zusammengetrieben, in den Werkshallen der DAW (Deutsche Ausrüstungswerke) eingesperrt und Richtung Flossenburg in Marsch gesetzt

Todesmarsch Buchenwald Theresienstadt

6.-10.4.1945 Evakuierung des KL Buchenwald in geschlossenen Güterwaggons nach Theresienstadt, Flossenbürg und Dachau

10. April 1945 Ankunft in Leitmeritz/Theresienstadt

Nachkriegszeit

Kibbuz Buchenwald

1945-1948 Heinz Kosiner mit Frieda Scharf auf dem Gehringshof

29.5.1946 Registriert in DP Center Berlin

15.6.1946 Registriert auf dem Gehringshof

1.2.1948 noch auf dem Gehringshof; IRO-Antrag zur Emigration in die USA

11.-23.3.1948 Heinz und Frieda Kosiner auf dem Marinetransporter USS MARINE JUMPER von Bremerhaven nach New York

Gedenken

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1093901

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de990941

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de990935

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127212452

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/67789638

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/71068234

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130832015

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11241689

https://victims.auschwitz.org/victims

http://luckauer-juden.de/hachschara.html

Danuta Czech, Auschwitz Chronicle 1949-1945, Henry Holt and Company, Inc., New York 1990

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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