Cohn Ruth

Ruth Cohn

*11.11.1924 in Breslau; ✡ 30.6.2015 in Ein‘Schemer Israel

Staatsangehörigkeit polnisch;staatenlos

Religion jüdisch

Vater Willy Cohn *12.12.1888 in Breslau; ✡ 29.11.1941 in Kauen Fort IX

Heirat der Eltern 6.10.1913 in Breslau

Mutter Ella Proskauer *1.12.1892 in Breslau; ✡ 5.3.1943 in Auschwitz

Stiefmutter Gertrud Rothmann *20.2.1901 in Berlin; ✡ 29.11.1941 in Kauen Fort IX

Geschwister

Wolfgang Cohn *7.5.1915 in Breslau; ✡2009 in Antony, Frankreich

Adolf Abraham Cohn *6.8.1919 in Breslau; ✡23.2.2008 Kibbuz Moaz Haim

Halbgeschwister

Susanne Cohn *4.3.1932 in Breslau; ✡ 29.11.1941 in Kauen Fort IX

Tamara Cohn *19.7.1938 in Breslau; ✡ 29.11.1941 in Kauen Fort IX

Stefan Brienitzer *11.10.1929; ✡ 16.3.2018 Edinburgh

Beruf Landarbeiterin; Archivleiterin im Kibbuz Ein’Schemer

Adressen Breslau, Opitzstr. 28; Gut Winkel, Spreenhagen;

Heirat

24.3.1946 in Kankun mit Shalom Artarac *16.5.1925 in Sarajevo

Itzchak Nussbaum Atzmon * in Wien; ✡2007 in Ein‘Schemer

Kinder fünf

Weiterer Lebensweg

1922 Scheidung der Eltern

1933 Bruder Wolfgang nach Frankreich; später Fremdenlegion

1935 Bruder Adolf nach Hachschara nach Palästina

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Ruth Cohn mit beiden Eltern in Breslau, Opitzstr. 28

Kindertransport – 20. Englandtransport

4.7.1939 Halbbruder Stefan Brienitzer ab Berlin über Bentheim, Hoek van Holland nach Harwich

Gut Winkel

1939 Ruth Cohn zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.

September 1939 Ruth Cohn in den Namenlisten verschiedener Gemeinden im Landkreis Beeskow-Storkow

Dänemark

1939 Zusage zur Emigration von 500 garantierten Jugendlichen nach Dänemark zur Hachschara auf einzelnen Bauernhöfen

Einschiffung von Ruth Cohn in Warnemünde nach Dänemark

27.1.1940 Ausstellung eines deutschen Passes für Ruth Cohn in Apenrade, Dänemark

9.4.1940 Einmarsch der Deutschen in Dänemark; Dänemark bleibt in Teilen autonom bis zum Oktober 1943

5.11.1940 Ruth Cohn bei Familie Jensen in Sejerslev-Ejerslev-Jørsby, N. H. Mors, Thisted bei der dänischen Volkszählung

Alija – Odessatransport

1940 organisiert Eva Warburg von Stockholm aus den Transfer der jungen Chaluzim unter 18 Jahren auf dem Landwege über Finnland, Moskau, Odessa, Istanbul, Syrien, Libanon nach Haifa, da durch den Kriegseintritt der Franzosen und Briten nach dem Überfall auf Polen die Schiffreise unmöglich geworden war.

8.5.1940 Eva Warburg, Jugend-Alijah Schweden an das Hilfskomitee der Jüdischen Gemeinde Stockholm:

„…hat nämlich die Jewish Agency über die Youth-Aliyah Schweden nicht weniger als 95 Zertifikate für Kinder im Alter von 15-17 Jahren erteilt. … Vorbereitungen für die Reise haben bereits

begonnen; wir verhandeln zur Zeit mit Intourist über die Reise durch Russland.

Denn diese wird wohl über Moskau und Odessa nach Haifa gehen.“

Ruth Cohn mit Hans Asriel, Alfred Ascher und Heinz Deutschkron auf dem Odessa-Transport über Land nach Palästina

8.12.1940 Turku

11.12.1940 Ausreise über die finnische Grenzstation Vainikkala

Moskau, Odessa, Istanbul

21.12.1940 Ausreise über die türkisch-syrischen Grenzorte Islahye und Meydan-Ekbaz,

Stempel :Türkiye’den çıktığı görüldü – Es wurde festgestellt, dass er aus der Türkei kam

24.12.1940 Ausreise Ras en-Nakoura

24.12.1940 Einreise von Ruth Cohn aus dem Libanon über den Grenzort Ras En Naqura/ Rosh HaNikra mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija

Massenerschießung im Fort IX Kauen

28.10.1941 „große Aktion“ Massenerschießung im Fort IX  9000 Juden, die Hälfte davon Kinder

17.11.1941 Die Züge aus Berlin Da 26 (17.11.), München (20.11.), Frankfurt/Main (22.11.), Wien (23.11.) und Breslau (25.11.) wurden nicht wie ursprünglich vorgesehen nach Riga, sondern ins litauische Kowno geleitet.

25.11.1941 nach Ankunft der Juden aus Frankfurt/Main Massenerschießung zusammen mit den zuvor Eingetroffenen aus Berlin und München, insgesamt 2934 Juden durch das Einsatzkommando 3 der Einsatzgruppe A des Befehlshabers der Sicherheitspolizei und des SD wurden insgesamt 2934 Menschen im Fort IX außerhalb der Stadt erschossen.

Der erste Transport mit schlesischen Juden verließ am 25.11.41 den Bahnhof Breslau-Odertor, nachdem die Menschen zuvor im Sammellager am Schießwerderplatz konzentriert wurden

29.11.1941 Tod von des Vaters, der Stiefmutter und beiden Halbschwestern Susane und Tamara Cohn bei Massenerschießung im Fort IX in Kauen

Gedenken

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Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/71076335

https://victims.auschwitz.org/victims

Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

http://luckauer-juden.de/hachschara.html#B

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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