Hans Jakob Löwenstein /Jack Henry Low
*10.7.1911 in Königsberg; ✡ 26.2.1998 in Norwich, Connecticut
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Heinrich Löwenstein *10.7.1882 Königsberg; ✡ 25.11.1941 in Kauen Fort IX
Heirat der Eltern 16.12.1907 in Groß Gerau
Mutter Betty Amalie Hirsch *5.11.1884 in Groß Gerau; ✡ 25.11.1941 in Kauen Fort IX
Großvater Adolf Löwenstein *1.6.1853; 14.8.1923 in Wiesbaden
Großmutter Margarete Lilienthal *25.1.1859 in Königsberg; ✡ 17.8.1940 München
Großeltern Bernhard Hirsch und Stephanie Bloch
Geschwister
Gertrud Löwenstein *17.2.1909 in Königsberg; oo Armin Blumenthal (1903-1970)
Fritz Löwenstein *27.1.1910 in Königsberg; ✡16.9.1953 Norwich, USA; oo Johanna Schäfer
Elisabeth Löwenstein *11.7.1919 in Karlsruhe; oo Heinz Marx *11.3.1919 in München; beide ✡ 25.11.1941 in Kauen Fort IX
Die Mutter von Heinz Marx war Adele Marx geb. Voss *7.11.1893 in Köln, geschieden; ✡ 25.11.1941 in Kauen Fort IX
Beruf Landarbeiter, Gärtner
Adressen Karlsruhe; München, Schlosserstraße 2, Wendt-Dietrich-Straße 10; Gut Winkel, Spreenhagen; Welterod bei Caub/Kaub; Herrlingen,Ulm
Heirat
Erste Ehe 1937 ?
Vor dem 22.8.1942 Heirat mit Ruth Wassermann*19.2.1923 in Bopfingen
Kinder ?
Weiterer Lebensweg

Der Vater Heinrich war ab 1911 als Apotheker in Karlsruhe, Inhaber der Hirsch-Apotheke, Amalienstr. 32; der angestellte Apotheker Arnim Blumenthal wird 1932 sein Schwiegersohn
Fritz und Hans besuchen die Volksschule, im Anschluss das Realgymnasium Karlsruhe; Hans von 1921 bis 1926, Schulabgang aus der Untertertia wegen Nichtversetzung
1935 Bruder Fritz heiratet die Christen Johanna Schaefer
1936
Bruder Fritz mit Ehefrau Johanna nach Meran
1.10.1936 Verpachtung der Apotheke in Karlsruhe
1.10.1936 Umzug der Eltern von Karlsruhe nach München
Beth Chaluz Augsburg

1936 Hans Löwenstein zur Hachschara als Gärtnerpraktikant nach Augsburg in das Beth Chaluz in die Friedberger Straße 9, dann in der Armenhausgasse B 121 a (21), Träger war der Hechaluz; das Beth Chaluz befand sich bis 1937 in der Bernheimer-Villa in der Friedberger Straße 9; von Augsburg gingen viele Jugendliche auf das Hachschara Gut Bannacker in Augsburg-Bergheim, der Hechaluz betrieb dort in Haus drei eine landwirtschaftliche Ausbildung
Sommer 1938 Zuzug von Hans Löwenstein zu den Eltern nach München in die Wendt-Dietrich-Straße 10
Novemberpogrom
10.11.1938 Vater Heinrich in München verhaftet
10.11.1938 eingewiesen in das KL Dachau; Häftlingsnummer 19885

17.12.1938 entlassen aus dem KL Dachau
Gut Winkel
Hans Löwenstein zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen; Zeitpunkt unbekannt
Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.
Abgemeldet nach Welterod bei Caub/Kaub, dort lebten drei jüdische Famlien
Jüdisches Landschulheim Herrlingen
Privates jüdisches Internat Herrlingen, jüdisches Landschulheim Herrlingen bei Ulm
1.1.1938 Hans Löwenstein im Landschulheim Herrlingen bei Ulm (als Gärtner?)
1933-1939 Herrlingen war ein zionistisch ausgerichtetes Reformpädagogisches Landschulheim; Direktor war Joseph Hugo Rosenthal/Jashuvi (*14.12.1887 in Lage; ✡6.12.1980 Kfar Sava) zusammen mit seiner Frau Betty Goldschmidt aus Dortmund
1939-1942 Jüdisches Altersheim, zuletzt für Zwangseinweisungen
Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 beide Eltern, in München, Schlosserstraße 2
17.5.1939 Ruth Wassermann mit den Eltern und Bruder Julius in Bopfingen
Jüdisches Altersheim Oberstotzingen
Beginnend im Jahr 1942 diente das Schloss Oberstotzingen in Niederstotzingen als Jüdisches Altenheim; Hans Löwenstein ist hier als Gärtner angestellt.
Transport XIII/1 Württemberg nach Theresienstadt
3.8. 1942 Geheimerlass der Gestapo an die Landräte und Polizeidirektionen:
„In allernächster Zeit ist mit der Umsiedlung sämtlicher noch in Württembergansässigen Juden zu rechnen. Im Zuge dieser Umsiedlungsaktion wird auch der dem Kennzeichnungszwang nicht unterworfene jüdische Teil einer nicht mehr bestehenden deutsch-jüdischen Mischehe (privilegiert) erfaßt. Ich bitte daher um umgehende Mitteilung der im dortigen Bezirk wohnhaften Juden einernicht mehr bestehenden deutsch-jüdischen Mischehe. Der Meldung sind gleichzeitig die genauen Personalien, jetziger Beruf, die aus einer solchen Ehehervorgegangenen Kinder (Mischlinge 1. Grades), die nicht der jüdischen Religionsgemeinschaft angehören, beizufügen.“
14.8.1942 Eilerlaß der Gestapo an die Landratsämter vom 14. August 1942
„Am 22. August 1942 geht von Stuttgart aus ein Transport mit Juden nach dem Protektorat. Zu diesem Transport sind vom dortigen Kreis die in der Liste namhaft gemachten Juden eingeteilt. Diese werden inzwischen von der Jüdischen Kultusvereinigung Stuttgart schriftlich von der Evakuierung verständigt. Die Juden werden in einem Sammellager (Killesberg) in Stuttgart zusammengefaßt. Ich ersuche, sämtliche namhaft gemachten Juden dort zu sammeln und am Donnerstag, den 20. 8. 1942, nach Stuttgart (Hauptbahnhof)zu überstellen.“
Die noch in Lagern und Heimen eingewiesenen Juden in Haigerloch, Laupheim, Oberstotzingen, Tigerfeld, Rexingen, Eschenau, Oberdorf, Baisingen, Weißenstein, Göppingen, Buttenhausen und Buchau nach Stuttgart verbracht. Der Transport XII/1 umfaßte 1078 Personen, davon 90 in Oberstotzingen

22.8.1942 Hans und Ruth Löwenstein auf dem Transport XIII/1 Württemberg nach Theresienstadt

9.5.1945 Eintreffen der Roten Armee; Hans und Ruth Löwenstein erleben die Befreiung
Massenerschießung im Fort IX Kauen
28.10.1941 „große Aktion“ Massenerschießung im Fort IX 9000 Juden, die Hälfte davon Kinder
17.11.1941 Die Züge aus Berlin Da 26 (17.11.), München (20.11.), Frankfurt/Main (22.11.), Wien (23.11.) und Breslau (25.11.) wurden nicht wie ursprünglich vorgesehen nach Riga, sondern ins litauische Kowno geleitet.

20.11.1941 beide Eltern sowie Schwester Elisabeth, Schwager Heinz Marx und dessen Mutter Adele ab dem Güterbahnhof Milbertshofen auf dem Münchener Transport nach Riga, umgeleitet nach Kauen
25.11.1941 nach Ankunft der Juden aus Frankfurt/Main Massenerschießung zusammen mit den zuvor Eingetroffenen aus Berlin und München, insgesamt 2934 Juden durch das Einsatzkommando 3 der Einsatzgruppe A des Befehlshabers der Sicherheitspolizei und des SD wurden insgesamt 2934 Menschen im Fort IX außerhalb der Stadt erschossen.
25.11.1941 Tod der Eltern sowie Schwester Elisabeth, Schwager Heinz Marx und dessen Mutter Adele bei Massenerschießung im Fort IX in Kauen
29.11.1941 Massenerschießung der 2000 Juden der Transporte aus Wien und Breslau im Fort IX in Kauen
Nachkriegszeit
3.5.1946 in Assembly Center

Weiter ins DP Camp Bremerhaven

18.7.1946 Hans und Ruth Löwenstein auf der USS MARINE PERCH von Bremerhaven nach New York
1955 Eröffnung von „Jack’s Bike Shop“, welchen er 1980 wegen einer Erkrankung schließen muss
1957 Johanna Löwenstein zurück nach Karlsruhe
Gedenken
Quellen
https://gedenkbuch.karlsruhe.de/namen/2597
http://gedenkbuch.muenchen.de/index.php?id=gedenkbuch_link&gid=4518
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/68095539
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5059104
https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_swd_420822.html
https://victims.auschwitz.org/victims
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
Genealogie Webseite My Heritage
http://luckauer-juden.de/hachschara.html#B
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316