Löwenstein Heinz

Heinz Löwenstein

*8.7.1914 in Emden; ✡30.3.1999 in Israel

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Sally Löwenstein *3.7.1875 in Haren, Meppen; ✡ 12.11.1938 in Sachsenhausen

Mutter Minna Simon *25.4.1881 Ottersberg; ✡ 12.5.1942 in Kulmhof

Geschwister

Beruf Landarbeiter; Soldat; Polizist

Adressen Emden, Schlichte 6/8; Erfurt; Gut Winkel, Spreenhagen; Giat Brenner

Heirat 17.4.1942 in Givat Brenner Ruth Selig *30.3.1915 in Unna; ✡14.10.2000

Kinder zwei

Ronni Schlomo Löwenstein *14.3.1947; ✡7.6.2023; oo Bitter

Weiterer Lebensweg

Heinz Löwenstein in der Gartenbaustadt Erfurt zur Einzelhachschara; hier gab es zahlreiche gärtnerische Ausbildungsplätze, die sich für eine Hachschara anboten.

Novemberpogrom

10.11.1938 Heinz Löwenstein verhaftet in Erfurt

10.11.1938 Einweisung von Heinz Löwenstein aus Erfurt in das KL Buchenwald

10.11.1938 die Eltern Sally und Minna Löwenstein werden vom SA-Mob aus ihrer Wohnung in der Schlichte 6/8 geholt und in der Neutor-Schule eingesperrt. Die Frauen werden später wieder entlassen

11.11.1938 am Morgen werden die verhafteten Männer mit Bussen nach Oldenburg gefahren, wo sie mit etwa 250 Juden aus Ostfriesland in einer Kaserne interniert werden

12.11.1938 etwa 1.000 jüdische Ostfriesen, Oldenburger und Bremer mit der Bahn in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert

12.11.1938 Tod des Vaters Sally in Sachsenhausen

12.1.1939 Heinz Löwenstein zur Beisetzung der Urne des Vaters nach Emden aus Buchenwald entlassen

1939 Umzug der Mutter Minna zu ihrer Freundin Jeanette Visser in Emden, Boltentorstr. 23

Gut Winkel

27.1.1939 Heinz Löwenstein abgemeldet aus Emden zur Hachschara in Gut Winkel,

Gut Winkel bei Spreenhagen bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zur zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.

17.5.1939 Heinz Löwenstein in Gut Winkel, Spreenhagen

17.5.1939 Mutter Minna mit ihrer Freundin Jeanette Visser in Emden, Boltentorstr. 23

September 1939 Belegungsliste von Gut Winkel

Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 4

12.10.1939 Bahnfahrt von Heinz Löwenstein ab Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Breslau nach Wien

14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest

6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen

26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA

15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert

22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa

24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung

29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluss von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung

29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht

16.2.1940 Registrierung von Heinz Löwenstein in Athlit; er gibt als Referenz Jakob Nussbaum, Emden an , als Gemeindeältesten Rabbi Blum, Emden (Dokument D/1301/40/CHU)

18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager

Juli 1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlit

er gibt Moritz van de Bergh in Givat Brenner als Kontaktadresse an

Kontaktadresse an

Judenvertreibung aus Ostfriesland/Oldenburg

Januar 1940 Anordnung der Gestapo-Leitstelle Wilhelmshaven: Ausweisung der in Ostfriesland lebenden Juden „aus militärischen Gründen“ bis zum 1. April 1940. Die Altenheime bleiben zunächst ausgespart

26.2.1940 Minna Löwenstein mit ihrer Freundin Jeanette Visser in das Jüdische Altenheim in der Claas-Tholen-Straße 19 in Emden

Ghetto Lodz – Kulmhof

23.10.1941 Mutter Minna mit Jeanette Visser aus Emden auf dem Transport ins Ghetto Lodz

9.1.1942 Tod von Jeanette Visser im Ghetto Lodz

11.5.1942 Minna Löwenstein aus dem Ghetto Lodz in das Tötungslager Kulmhof

12.5.1942 Tod von Minna Löwenstein in Kulmhof

Palästina -Nachkriegszeit

Sommer 1941 Eintritt von Heinz Löwenstein in die Palestinian Company der Royal Army,

17.4.1942 Heirat in Givat Brenner mit Ruth Selig aus Unna/Westfalen

Einsatz in einer Versorgungseinheit in Ägypten; später mit der Jewish Brigade in Italien

1948 Soldat im Unabhängigkeitskrieg, Eintritt in die IDF

Ende der 1950er Wechsel von der IDF in eine Polizeieinheit

1.7.1961 Ostfriesenzeitung berichtet über den Eichmann-Prozess und erwähnt Heinz Löwenstein, Emden als Autor eines Berichtes

1970 erster Besuch in Emden; ab da enge Zusammenarbeit mit lokalen Aktivisten in Emden, Max-Windmüller-Gesellschaft

30.3.1999 Tod von Heinz Löwenstein

Gedenken

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/6520354

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5278099

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/71076339

Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

http://luckauer-juden.de/hachschara.html#B

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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