Lewin Herbert

Herbert Zwi Lewin

*16.5.1917 in Osterode; ✡ 9.2.2013 in Wien

Staatsangehörigkeit deutsch; Österreich

Religion jüdisch

Vater Iwan Lewin *24.10.1877 Osterode; ✡ vor 1945 in Hull

Mutter Bertha Guth*27.3.1887; ✡ vor 1945 in Nottingham

Geschwister

Werner Lewin *Oktober1920; ✡1997 England

Beruf Landarbeiter; Bäcker; Koch

Adressen Osterode; Oberschlesien; Golenica;

Heiraten Gertrude Holzhacker *1914 in Wien; 2001

Kinder eins

Weiterer Lebensweg

28.2.1935 Passausstellung für Alfred Rosettenstein in Frankfurt/Oder

1937 Bruder Werner mit Permit nach England

1939 beide Eltern mit Permit nach England

Britischer Census

29.9.1939 beide Eltern und Bruder Werner in 128, Sutton Road, Kingston-upon-Hull, Yorkshire

Hachschara in Oberschlesien

Alfred Rosettenstein als Madrich (Leiter) in die Hachschara in Oberschlesien (Guttentag?)

Bericht seines ebenfalls aus Ostpreußen stammenden Freundes Herbert Lewin (*1917 Osterode):

„Der Bauer, bei dem ich zuerst auf Hachschara war, mußte mich entlassen, weil er auch eine Gastwirtschaft besaß und ihm seine Kunden gedroht hatten, die Gastwirtschaft nicht mehr zu besuchen, solange er einen Juden beschäftige. Danach fand ich einen anderen Bauern in Golenic, in Oberschlesien. Da hab ich mich in der Gruppe sehr wohl gefühlt und Alfred Rosettenstein kennengelernt. Er kam aus Frankfurt an der Oder und war ein glühender Zionist. Er war der Leiter unserer Gruppe. Eines Tages ist die Mitteilung gekommen ist, unsere ganze Gruppe wird aufgelöst und wir gehen nach Jugoslawien auf Hachschara.“

(Golenic/Schildberg liegt allerdings in Pommern. Er meint hier wohl Guttentag in Oberschlesien. Bis zum Einmarsch der Wehrmacht im April 1941 gab es in Kroatien den Kibbuz im Dorf Golenića. FJW)

1937 Passausstellung für Herbert Lewin in Allenstein

Hachschara in Golenića

Herbert Lewin und Alfred Rosettenstein in Golenica 3. und 2. von rechts

Nach der Aufhebung des völkerrechtlichen Sonderstatus für Oberschlesien (Deutsch-Polnisches „Genfer Abkommen“) gingen Gruppen aus Oberschlesien 1937 in den vom jugoslawischen HaSomer Hatzair betriebenen Kibbuz Bamidbar (Wüste) im Dorf Golenića bei Subotica an der kroatisch-ungarischen Grenze. Der jüdische Baron Gutmann war Besitzer vieler Güter und Ländereien und stellte eines seiner Güter für 120 Chawerim zur Eigenbewirtschaftung zur Verfügung.

Herbert Lewin, 1937-1939 in Golenića:

„In Subotica, an der ungarisch-jugoslawischen Grenze, besaß der jüdischer Baron Gutmann viele Güter und Ländereien. Und der hat ein Gut den deutschen Hechalutz (Pioniere, Neuankömmlinge) zur Bewirtschaftung zur Verfügung gestellt mit der Auflage, den ungarischen Inspektor und die jugoslawische Knechte weiter zu beschäftigen. Wir waren 120 Burschen und Mädels dort. Und wir hatten das ganze Gut für uns zur Bewirtschaftung, mit Weintrauben, mit Äckern und das waren eigentlich die zwei schönsten und unbeschwertesten Jahre, die ich erlebt habe.“

Alija beth

1939 Alija beth nach Palästina

Von Subotica an die Küste nach Suschak

Mit 500 tschechischen Chaluzim auf die SS GALILEA

Heimliche, unbehinderte, nächtliche Landung in Palästina

Eintritt in den kleinen Kibbuz Magdiel, eher eine WG die kein Land zur Verfügung hatte und wo er als Lohnarbeiter arbeitete; später als Kibbuz Bäcker

1944 Arbeit im Versorgungslager der British Army in Kirijat Motzkin

Nachkriegszeit

1948 eingezogen als Soldat in die IDF

1950-1955 Schiffskoch vor allem für die Einwandererschiffe

Oktober 1955 Auswanderung von Herbert und Trude Lewin nach Wien; prekäre soziale und berufliche Situation, erst nach langem Österreichische Staatsbürgerschaft

2002 Interview mit seiner Nichte Tanja Eckstein

Gedenken

Quellen

https://www.centropa.org/de/biography/herbert-lewin https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de954457

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1075053

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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