Gumpert Leopold

Leopold Leo Gumpert

*21.5.1878 in Werne/Lippe; ✡ 11.11.1958 in Asuncion Paraguay

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Philipp Gumpert *15.12.1822 in Filehne;;✡ 11.10.1913 in Werne

Heirat der Eltern 18.9.1862 in Werne

Mutter Rosalie Heymann *10.7.1838 in Werne; ✡12.8.1885

Geschwister

Sally Gumpert *4.7.1863 in Werne; ✡30.3.1928; oo 18.8.1891 in Mannheim Bertha Tannenbaum (*26.4.1863 in Fulda)

Cäcilie Gumpert *16.9.1865 in Werne

Helene Gumpert *28.7.1869 in Werne/Lippe; ✡21.9.1942 inTreblinka

Moritz Hugo Gumpert *8.5.1872 in Werne; ✡ 23.3. 1900

Rosalie Johanna Gumpert *28.3.1873

Louis Gumpert *14.12.1875 in Werne; ✡12.7.1942 in Lodz

Nichte Rosa Cahn* 30.10.1901 in Bochum; 30.4.1942 nach Zamosc; oo Alwin Lippmann

Beruf Handlungsgehilfe, Kaufmann

Adressen Werne; Essen, Heinickestraße 36; München

Heirat 10.4.1908 mit Paula Katz * ca.1870 in Essen

Kinder

Hilde Gumpert *11.9.1908; oo 1936 Fritz Rohr (*5.11.1907 Essen)

Dorothea Jeanette Gumpert *30.6.1910; oo 1930 Leo Blatt *19.10.1899 in Reyersbach

Weiterer Lebensweg

Vater Philipp war Lehrer in Werne

1925 Eröffnung eines Etagengeschäftes für Sportwesten und moderne Strickwaren.

1927 Austritt von Leo Gumpert aus der Firma Freudenberg trat nach 21 Jahren

1927 Leo Gumpert Teilhaber der Maßschneiderei Franz N. Czysch (1936 erloschen).

1930 boten sie Kredite für Beamte und Festangestellte

Leopold Gumpert zeitweilig in München registriert

23.10.1938 Emigration von Leopold und Paula Gumpert nach Paraguay

25.10.1938 Tochter Hilde mit Mann Fritz Rohr abgemeldet nach Paraguay

Weisswarengeschäft Cäcilie Gumpert, Werne Bonenstraße; Stadtarchiv Werne, H1/33

Novemberpogrom in Werne

10.11.1938 im Novemberpogrom in Werne (entnommen aus  „Verwischte Spuren“):

 „Als die SS in sein Haus eindrang floh Louis Gumpert aus dem Fenster des ersten Stocks. Mit einem Sprung wollte er sich auf das Dach des Nachbarhauses in Sicherheit bringen. Gumpert, damals fast 63 Jahre alt, rutschte jedoch ab und konnte sich nur knapp an der Dachrinne des Nachbarhauses festhalten. Diese konnte sein Gewicht jedoch nicht tragen, sie brach ab und Gumpert stürzte acht Meter in die Tiefe. Bei dem Sturz brach er sich die Kniescheibe. Kretschmer, der inzwischen das Haus wieder verlassen hatte, rief von unten zum offenen Fenster des Hauses Gumpert herauf: „Schmeiß uns mal so ein Judenweib herunter!“ und stachelte die Menge an, Steine und Stöcke gegen das Haus zu werfen. Louis Gumpert lag derweil schwer verletzt auf der Straße. Erst als vereinzelt aus der umstehenden Menschenmenge gefordert wurde, Gumpert ins Krankenhaus bringen zu lassen, wandte sich Kretschmer ihm zu. Er forderte ihn auf, seinen Namen zu nennen – obwohl er ihn natürlich kannte. Nur gegen Geld käme er ins Krankenhaus. Gumperts Verletzungen waren so schwer, dass er das Krankenhaus erst im März 1939 wieder verlassen konnte.“

Nachkriegszeit

Leopold Gumpert betreibt als einziger Überlebender von Paraguay aus das „Wiedergutmachungsverfahren“

Gedenken

Stolpersteine für Alwin, Rosel, Hannelore und Inge Lippmann sowie Helene, Cäcilie und Louis Gumpert in Werne, Bonenstraße 20

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

www.verwischte-spuren.de/juedisches-leben-in-werne/familie-gumpert/familie-gumpert-text/

Markus Gehling, persönliche Mitteilungen, September 2026

Michael Berger, „Weder Deutscher noch Held“,Die Geschichte des jüdischen Frontsoldaten Alwin Lippmann in:

Ralf Piorr / Peter Witte (Hg.) Ohne Rückkehr. Die Deportation der Juden aus dem Regierungsbezirk Arnsberg nach Zamość im April 1942; Klartext, Essen 2012

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/1592412

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de916906

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de916764

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de916769

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de916829

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de891782

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de881618

Hubert Schneider, Die Entjudung des Wohnraums: Judenhäuser in Bochum; Münster, 2010

Hubert Schneider, Leben nach dem Überleben: Juden in Bochum nach 1945; LIT Verlag 2014

Gedenkbuch der Opfer der Shoa aus Bochum und Wattenscheid, 2000

Manfred Keller, Spuren im Stein, ein Bochumer Friedhof als Spiegel jüdischer Geschichte, 1997

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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