Heimann Ernst

Ernst Heimann

*16.7.1888 in Lügde; ✡ nach 28.4.1942 in Zamosc

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Isidor Willi Heimann *20.12.1856 in Lügde; ✡23.2.1931 in Schwerte

Heirat der Eltern 23.7.1884 in Lügde

Mutter Laura Eltzbacher *21.3.1863 in Neuenkirchen; ✡ca. 1953 in Hamburg

Geschwister

Max Hugo Heimann *8.4.1885 in Lügde; ✡1.2.1943 in Auschwitz

Schwägerin Meta Simmenauer *25.2.1890 in Myslowitz; ✡1.2.1943 in Auschwitz

Otto Heimann *9.10.1890 in Lügde; ✡23.8.1914

Willy Heimann *10.2.1897 in Lügde; ✡nach 28.4.1942 in Zamosc; oo Jenny Simons (1901-1942);

Beruf Kaufmann in Langendreer

Adressen Lügde; Wolfenbüttel; Schwerte; Horst; Bochum, Langendreer, Kaiserstraße 6; Dortmund. Deusener Straße

Heirat Regina Simmenauer *12.6.1895 in Myslowitz; ✡ nach 28.4.1942 in Zamosc

Ruth, Regina, Ernst Heimann

Tochter Ruth Heimann *30.3.1921 in Langendreer; ✡11/1997 in Coventry

Neffe

Otto Heimann später Robert Bob Hyman* 3.8.1921 in Horst Emscher; oo Edith Goldfarb (*7.1.1925 in Duisburg +2017 in New York) + 14.4.1998 in Miami

Weiterer Lebensweg

Nach 1898 Umzug der Familie nach Wolfenbüttel

Höhere Schule in Wolfenbüttel bis einschließlich Obersekunda

Umzug der Familie nach Schwerte

1.8.1914 Mobilmachung Beginn des Ersten Weltkrieges

23.8.1914 Bruder Otto, Musketier 10. Kompagnie des 4. Unterelsässischen Infanterieregiment 143 schon kurz nach Kriegsbeginn bei Parux in Lothringen kriegsgefallen

16.9.1914 Preußische Verlustlisten Seite 180: Musketier Otto Heimann 10. /143. IR „tot“ gemeldet

3.8.1921 Otto Heimann zu Ehren bekommt der Sohn von Max und Meta den Vornamen Otto

Mai 1918 Bruder Max als Sergeant im 1.WK leicht verwundet Preußische Verlustlisten vom 21.5.1918, Seite 23679

1919-1925 Bruder Max Geschäftsführer für Albert Simmenauer in Horst (Gelsenkirchen). Hier arbeitete auch Meta Simmenauer als Buchhalterin.

1922 Schwager Albert Simmenauer kauft für seine Schwester Meta das Textilgeschäft Harf in Langendreer, Kaiserstraße 6 (Alte Bahnhofstraße 6)

1925 Max Heimann, zuvor Geschäftsführer wird Mitinhaber mit seinem Bruder Ernst Heimann, der mit Meta’s Schwester Regina Simmenauer verheiratet ist,

23.2.1931 Tod des Vaters Isidor Heimann in Schwerte

1934 Schließung des Betriebes, Geschäftsräume stehen jahrelang leer; Max als Vertreter (Reisender) für Reisedecken, Meta fertigt und verkauft Gasanzünder

1937 Familie Ernst und Regina Heimann nach Dortmund

6.7.1938 Gesetz Änderung der Gewerbeordnung: Vertretertätigkeit für Juden untersagt einzustellen 30. September 1938 Max Heimann muss seinen Erlaubnisschein als Vertreter abgeben

Novemberpogrom

10.11.1938 die Wohnung wird im „Pogrom“ verwüstet, Ernst Heimann bewusstlos geschlagen und verhaftet. Eine nichtjüdische Arbeiterfamilie gewährt der Frau und Tochter Ruth Schutz in der eigenen Wohnung

10.11.1938 Ernst Heimann in Dortmund, Gefängnis Steinwache; Bruder Max im Bochumer Polizeigefängnis zusammen mit Sohn Otto in „Schutzhaft“

12.11.1938 Bahntransport in das KL Sachsenhausen

16.12.1938 Bruder Max aus KL Sachsenhausen entlassen

31.12.1938 Abmeldung des Gewerbetrieb von Meta Heimann

Januar 1939 Ernst Heimann aus Sachsenhausen entlassen

20.1.1939 Neffe Otto Heimann aus Sachsenhausen entlassen

7.2.1939 Neffe Otto mit Kindertransport nach England

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 mit Ehefrau Meta in Bochum bei

Sommer 1939 Tochter Ruth Heimann mit 18 Jahren als Älteste mit Kindertransport (?) nach London; vermutlich mit einem „domestic permit“, mit der Verpflichtung als Haushaltshilfe zu arbeiten; Ankunft Liverpool Station; nimmt ein Taxi zu der Familie von Kathleen Smith, die sie als Haushaltshilfe einstellt.

1939 Neffe Otto nach Kriegsausbruch als Enemy Alien interniert (Winston Churchill: „Collar the lot“)

Mai 1940 Otto auf der Isle of Man interniert (alle Jungen über 16/18 Jahren)

29.10.1940 Zwangsversteigerung des Hauses Kaiserstraße 6

November 1941 Max und Regina Heimann ursprünglich auf der Gestapoliste zur Deportation nach Riga im Dezember 1941; dieser Transport wurde auf den 27.1.1942 verschoben. Ernst und Regina konnten sich dem Riga Transport entziehen.

Dortmund – Zamosc – Belzec

28.4.1942 die Brüder Ernst und Willy mit ihren Frauen Regina und Julie werden von Dortmund aus nach Zamosc deportiert;

28.4.1942 Verbringung auf den Sportplatz und später in die Turnhalle des Sportvereins „Eintracht“ in Dortmund

30.4.1942 Deportation mit 791 Juden vom Sammellager zum Dortmunder Südbahnhof am Heiligen Weg deportiert nach Zamosc; von der Familie Neuwahl zählen dazu; Siegfried mit Frau Charlotte und Schwester Ruth Neuwahl, Onkel Albert mit Frau Frieda und ihren Kindern Hannelore und Julius Neuwahl, Onkel Siegfried Neuwahl und Frau Wilhelmine aus Schwerte

3.5.1942 Ankunft in Zamosc

Tod nach dem 3.5.1942, Ort und Datum des Todes unbekannt

Bei der Räumung des Ghetto Zamosc werden die Bewohner in die KL Belzec und Sobibor zur Ermordung deportiert. Niemand vom Zamosc-Transport kehrte zurück.

Bochum -Theresienstadt – Auschwitz

27.7.1942 Max und Meta von Bochum über Dortmund mit Transport X/1 nach Theresienstadt deportiert

29.1.1943 Max und Meta mit Transport Ct Nr. 228 und 229 von Theresienstadt nach Auschwitz

30.1.1943 Ankunft an der Rampe von Auschwitz

1.2.1943 Tod von Max und Meta in Auschwitz

Gedenken

2.11.2007 Stolpersteine für Max und Meta Heimann in Bochum Langendreer, Alte Bahnhofstraße 6

5.6.2023 Stolpersteinverlegung für Neffe Otto Heimann Alte Bahnhofstraße 6

Quellen

Ralf Piorr / Peter Witte (Hg.) Ohne Rückkehr. Die Deportation der Juden aus dem Regierungsbezirk Arnsberg nach Zamość im April 1942; Klartext, Essen 2012

Jacqueline Lorient-Goldfarb, Persönliche Mitteilungen, 2021

Clemens Kreuzer, Davidstern in Langendreer – Aufstieg und Untergang; Gimmerthal Verlag Bochum, 2011

https://www.bochum.de/C125830C0042AB74/vwContentByKey/W289AGEG967BOLDDE/$FILE/071_072_Heimann_Meta_und_Max.pdf

Hubert Schneider, Die Entjudung des Wohnraums: Judenhäuser in Bochum; Münster, 2010

Gedenkbuch der Opfer der Shoa aus Bochum und Wattenscheid, 2000

Manfred Keller, Spuren im Stein, ein Bochumer Friedhof als Spiegel jüdischer Geschichte, 1997

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de855699

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de855724

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de962557

Oberst von Kühn (Hrsg) Ehrenliste des 143. IR in Buchform, Hersfeld, Febr. 1920

http://www.denkmalprojekt.org/2015/das-4te-unter-elsaessische-infant-reg-nr-143_gr-he_wk1.html

Jacqueline Lorient-Goldfarb, Persönliche Mitteilungen, 2021

https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_wfn_420127.html

https://www.statistik-des-holocaust.de/X1-37.jpg

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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