Michel Henny

Johanna Henny Michel geb. Rosenthal

*31.5.1900 in Bochum; Tod nach 1.10.1944 in Stutthof

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater

Mutter Franziska Lautmann *1875 ; +28.12.1934 in Bochum

Geschwister

Josef Rosenthal *2.1.1902 Gelsenkirchen;

10.10.1933 Niederlande; oo Johanna Rosenthal (*24.10.1904 in Bochum, Tochter Evelin *30.1.1933 in Bochum)1.9.1942 ins Kamp Hummelo; 5.10.1942 Lager Westerbork; alle drei +19.2.1943 in Auschwitz

Irmgard Irma Rosenthal *26.7.1903 in Gelsenkirchen;

oo 7.11.1932 Julius Plaut (*3.7.1901 in Frankershausen) 19.9.1936 nach Amsterdam; 30.12.1942 Westerbork; +19.1.1945 in Auschwitz

Beruf Kauffrau; Geschäft für Rest- und Sonderpostenposten

Adressen Gelsenkirchen, Ottilienstraße 7; Bochum, Brückstraße 18, Dibergstraße 2

Heirat 27.11.1922 in Gelsenkirchen Max Michel * 6.10.1890 in Burgsteinfurt; +13.11.1944 in Stutthof

Trauzeuge ist Onkel Emmanuel Rosenthal *1867 in Bochum; oo Bernhardine Abraham; +29.12.1936 in Gelsenkirchen

Tochter Erika Michel *11.4.1925 in Gelsenkirchen; USA; oo Rubin Breslauer (*16.8.1916); 2 Kinder

Weiterer Lebensweg

1901 Umzug mit den Eltern nach Gelsenkirchen

28.12.1934 Tod der Mutter Franziska Rosenthal

Übernahme des Geschäftes der Mutter für Rest- und Sonderposten

1.7.1935 Umzug nach Bochum in die Brückstraße 18

9./10.11.1938 SA verwüstet Geschäfts- und Wohnräume

Frau Michel und Tochter Erika kommen bei Freimarks, Meinolphusstraße, unter

10.11.1938 Max Michel ins Polizeigefängnis Bochum, dann KL Sachsenhausen (unsicher)

Aufgabe, Schließung des Geschäftes Brückstraße 18

Ab Dez. 1938 geplante Auswanderung zunächst Chile, später Niederlande

Anfang 1939 Umzug in die Dibergstraße 2 in Bochum-Ehrenfeld, Zweizimmerwohnung

14. 2. 1939 Tochter Erika holt Visum im amerikanischen Konsulat in Stuttgart

16.3.-31.3.1939 auf der SS Manhattan von Hamburg nach New York

17.5.1939 mit Ehemann Max in Bochum bei Minderheiten-Volkszählung

24.1.1942 Henny und Max deportiert aus Bochum nach Dortmund, Börsensaal  Nähe HBF
27.1.1942 Transport Dortmund nach Skirotawa; Riga, Ghetto

1.2.1942 Ankunft Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto

18.5.1942 Schwager Sally auf dem Blechplatz im Ghetto Riga in Anwesenheit der Geschwister erschossen wegen „Butterbrot-Schmuggel“ vom Ghettokommandanten Krause

20.7.1942 Schwägerin Frieda Rosendahl aus dem enteigneten Benediktinerinnen-Kloster, Judenlager in Bonn Kapellenstraße 6 über Köln nach Trosty Malinec; alle 1164 im Wald erschossen

Juli-2. November 1943 schrittweise Auflösung des Ghettos Einrichtung des Konzentrationslagers Riga-Kaiserwald und verschiedener Betriebslager mit lokaler Kasernierung

Sommer 1944 Auflösung des KL Kaiserwald, Riga

Juli – September 1944 Transporte der Arbeitsfähigen aus Riga per Schiff nach Stutthof

6.8-9.8.1944 1. Großer Transport mit der „Bremerhaven“ von Libau nach Danzig

9.8. 1944 Ankunft der Schwägerin Emma Meyer in Stutthof

28.9.-1.10.1944 3155 Häftlinge aus Riga Kaiserwald, 300 von der Lenta auf dem Frachtschiff „Kanonier“ von Riga->Danzig; auf Kohleschiffen weiter nach Stutthof

1.10.1944 Ankunft von Henny Michel in Stutthof

11.-14.10.1944 Der letzte kleinere Transport aus Riga nach Danzig mit 190 Gefangenen

14.10.1944 Ankunft von Max Michel in Stutthof

13.11.1944 Tod des Max Michel in Stutthof

Tod Henny Michels nach 1.10.1944 in Stutthof

Gedenken

8.10.2020 Stolpersteine für Max und Henny Michel in der Brückstraße 18, Bochum

3.7.2008 Stolpersteine in Burgsteinfurt für Bertha, Sally und Ida Michel in Burgsteinfurt, Bütkamp 8

5.10.2013 Stolperstein in Burgsteinfurt für Schwagerer Julius Michel in Burgsteinfurt, Bütkamp 8

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Hubert Schneider, Die Entjudung des Wohnraums: Judenhäuser in Bochum; Münster, 2010

https://www.bochum.de/C125830C0042AB74/vwContentByKey/W2BYKB5J837BOCMDE/$File/270_271_272_Michel_Max_Johanna_Erika.pdf

https://www.stolpersteine-burgsteinfurt.de/geschwister-michel

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Rosenthal%201903%22%7D

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de931000

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de930969

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de953840

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de944763

https://www.joodsmonument.nl/nl/page/398604/jozef-rosenthal

https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_wfn_420127.html

https://collections.arolsen-archives.org/en/archive/4570649/?p=1&doc_id=4570652

https://collections.arolsen-archives.org/en/archive/130365748/?p=2&s=Rosenthal%201902&doc_id=130365748

https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=11000589&ind=1

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 6304); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

U.S. Behördendaten Verzeichnis

Wolfgang Scheffler, Diana Schulle, Buch der Erinnerung, Die ins Baltikum deportierten Juden 2011

Gertrude Schneider, Reise in den Tod, Deutsche Juden in Riga 1941-1944, Laumann-Verlag, 2008

Hilde Sherman: Zwischen Tag und Dunkel. Mädchenjahre im Ghetto, Frankfurt/M.-Berlin-Wien, 1984

Anita Kugler, Scherwitz – Der Jüdische SS-Offizier, 2017

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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