Naftalie Hartog de Vries
*6.12.1902 in Haarlem; ✡ 13.4.1945 zwischen Uelzen und Lüneburg
Staatsangehörigkeit Niederlande

Vater Simon Philip de Vries *4.10.1870 in Neede, NL; Rabbiner; ✡ 24.3.1944 in Bergen-Belsen

Mutter Judith de Vries *31.7.1870 in Haaksbergen; oo 7.3.1894; ✡ 17.1.1944 in Bergen-Belsen
Geschwister
Manuel de Vries *25.1.1895 in Haarlem; ✡ 12.4.1896 in Haarlem
Eva de Vries *17.5.1896 Haarlem; Handarbeitslehrerin; oo de Jong; Borculo; ✡ 28.9.1993 Herzlia
Rosette de Vries *10.8.1897 in Haarlem; oo van Dijk; T 1.3.1981 in Haifa
Manuel de Vries *27.2.1899 in Haarlem; ✡ 19.3.1920 in Haarlem
Bertha de Vries *27.1.1901 in Haarlem; oo Eliazar Dasberg; ✡ 19.9.1978 in Israel
Nathan de Vries *12.11.1904 in Haarlem; oo Sophie de Jong * 10.4.1918; bd. ✡ 28.5.1945 in Tröbitz
Izak Salomon De Vries *16.7.1906 in Haarlem; Jurist; oo Julie Spitz (3.4.1910) ✡ 11.7.1996 in Herzlia
Aaron de Vries *1.9.1910 in Haarlem; Innenarchitekt; oo Reina Spier; ✡ 4.1.2003 in Haarlem

Beruf Kaufmann, Großhändler für Stoffe, Leinen
Adressen Haarlem; Utrecht, Biltstraat 104; Amsterdam ; Rotterdam, Willingestraat 86
Heirat 17.10.1929 in Haarlem Mirjam Roos *3.6.1903 in Groningen; ✡ 6.7.1997 in Herzlia
Kinder
Simon Philipp de Vries/ Ben-Praz *8.11.1930 in Utrecht; oo Koosje Bouwmann
David de Vries/ Ben-Praz *10.5.1938 in Amsterdam
Weiterer Lebensweg
18.12.1928 nach Utrecht
12.10.1934 Maartensdijk
7.5.1936 Amsterdam
28.11.1939 Rotterdam
Kamp Westerbork
18.5.1943 Internierung mit Frau und beiden Söhnen im polizeilichen Judendurchgangslager Westerbork

14.-16.1.1944 mit Frau und beiden Söhnen auf dem 2. Transport von Westerbork nach Bergen-Belsen mit 309 „Austauschjuden“
Sternlager Bergen-Belsen
Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.
Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.
10.4.1945 Evakuierung der Austauschjuden von Bergen-Belsen mit dem Ziel Theresienstadt
11.4.1945 mit Frau und den Söhnen Abfahrt des 3. Transports von Bergen-Belsen („Verlorener Zug“) mit weiteren 14Mitgliedern der Familie

11.-14.4.1945 bis Lüneburg sterben 30 jüdische Häftlinge

12./13.4 1945 12 Verstorbene auf der Strecke Uelzen – Lüneburg, so auch Naftalie de Vries bei Kilometerstein 115,5 etwa 30 m neben den Gleisen begraben
Später Umbettung auf den Friedhof Wichmannsburg
23.4.1945 Irrfahrt des verlorenen Zuges endet an der gesprengten Elsterbrücke; Ankunft Tröbitz,
Befreiung durch die 1. Ukrainische Front der Roten Armee, General Tschukow
Ehefrau Mirjam und beide Söhne überleben; emigrieren später nach Israel
Nachtrag
mindestens 18 unmittelbar Verwandte auf dem Verlorenen Zug
Naftalie Hartog de Vries war mit seiner Frau Miriam und den Söhnen Simon und David sowie mindestens 14 weiteren Angehörigen auf dem Verlorenen Zug
Sein Bruder Izak de Vries war auch auf dem Verlorenen Zug; 1948 Heirat mit der Witwe von Alexander Tal
http://spurenimvest.de/2021/09/15/tal-alexander/
Sein Bruder Nathan de Vries und seine Frau Sophie de Jong sterben am 28.5.1945 in Tröbitz an Fleckfieber; ihre Töchter Judith und Channa Bracha;
Seine Schwester Rosette mit Ehemann Joseph van Dijk und deren Töchter Judith und Elisabeth überleben in Tröbitz
Seine Schwester Bertha de Vries war verheiratet mit Eliazar Dasberg, aus der berühmten Rabbiner Familie Dasberg, die im Widerstand eine bedeutende Rolle spielte
Eliazar war ein Cousin von Naftali Hartog De Vries
http://spurenimvest.de/2025/08/04/dasberg-eli/
desen Neffe Rafael Dasberg ist auch auf dem Verlorenen Zug umgekommen; seine drei Geschwister Samuel, Dina und Fanny überleben den Transport
http://spurenimvest.de/2025/08/04/dasberg-rafael/
Quellen
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22de%20Vries%20Naftalie%22%7D
https://www.joodsmonument.nl/nl/page/229409/naftalie-hartog-de-vries
Charles Hess, Personal Memoir of Charles Hess, 1946
Geschwister Birnbaum, Die Erinnerungen, wie Pappi sie geschrieben hat, Bergen-Belsen Archiv
Coos Wever, The lost train; Masterarbeit, Universität Haifa, 2020
Jüdische Holocaust-Gedenkstätten und jüdische Einwohner Deutschlands 1939-1945
http://www.arlt-archiv.info/html/verlorener-transport.php
http://www.maxvandam.info/humo-gen/family/1/F12414?main_person=I32667