Heymann Ilse

Ilse Alisa Heymann

* 17.6.1922 in Dortmund; + 8.1.1986 in Beit Yitzak

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Otto Heymann *31.12.1893 in Kamen; Kaufmann; Theresienstadt; +1.2.1955 Haifa

Heirat der Eltern 25.4.1921 in Gemmingen

Mutter Karolina Vollweiler *3.3.1886 in Berwangen; Theresienstadt; +7.12.1964 in Haifa

Bruder Erich Heymann *4.5.1918; + in Israel

Beruf

Adressen Dortmund, Herner Straße 1

Heirat

1.Ehe 9.7.1942 Günther Ernst Aronade *19.3.1918 in Kattowitz; Buchenwald; Amsterdam; Westerbork; Frankreich; Drancy; Ausschwitz, Zwangsarbeit bei Siemens; Typhus;+13.2.1944 in Auschwitz

2.Ehe Rolf Bernhard Herman Elsberg *4.4.1919 in München; +10.11.2004 in Beit Yitzak

Kinder

Zwei Söhne, eine Tochter oo Seemann

Jochanan Elsberg *28.5.1948

Vardit Elsberg *10.1.1953

Weiterer Lebensweg

10.11.1938 Vater Otto verhaftet im Pogrom; „Schutzhaft“ im KL Sachsenhausen

1939 Bruder Erich über die Donauroute illegal nach Palästina

17.5.1939 mit den Eltern in Dortmund bei Minderheiten-Volkszählung

9.8.1939 Werkdorp Wieringen, Nieuwesluizerweg 42, Slootdorp (Wieringen)

Dort lernt sie ihre beiden Ehemänner Günther Aronade und Rolf Elsberg kennen

10.5.1940 Überfall der Deutschen Wehrmacht auf Holland, Belgien, Luxemburg und Frankreich

1940 Bruder Erich erfasst bei Palästina-Census in Hakibutz Ha’arzi

20.3.1941 Auflösung des Werkdorp durch den SD; 210 der 290 Lehrlinge werden nach Amsterdam verbracht und in Familien untergebracht; Gerd Vollmann berichtet darüber:

„Am 20. März kamen morgens blaue Busse von der Amsterdamer Gemeindebahn am Rande des Polders. … Die ca. 300 Werkdörfler wurden inspiziert durch Lages in Uniform (Willy Lages, SS-Sturmbannführer, Leiter des Sicherheitsdienstes in Amsterdam) und Barbie in Zivil (Klaus Barbie, SS-Obersturmführer, Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam). Unser Betriebsleiter Kemmerlin sorgte dafür, dass ca. 60 Jungen und Mädels bleiben durften, um das Vieh usw. zu versorgen. Die anderen kriegten 10 Minuten die Gelegenheit, um etwas zu packen und dann wurden wir mit Bussen nach Amsterdam gebracht…“

1941 Amsterdam Amstelkade 11, Geulstraat 7A

9.7.1942 Hochzeit in Amsterdam

27.-30.7.1942 Transport X/1 Eltern von Dortmund ->Theresienstadt

20.6.1943 Festnahme von Ehemann Ernst in Amsterdam, Transport nach Westerbork

14.9.1943 Ernst aus Westerbork geflüchtet; untergetaucht

Dez.1943 nach Frankreich geflüchtet gemeinsam mit Ehemann Ernst

Dez. 1943 Festnahme beim Übertritt der Demarkationslinie ins nicht besetzte Südfrankreich

im Gefängnis Château des Ducs de Bourbon, Mal Coiffée, Maison d’arrêt de justice et de correction in Moulin, Südfrankreich

Transport nach Drancy

10.2.1944 Drancy nach Auschwitz

Bei Ankunft in Auschwitz bei Selektion an der Rampe als arbeitsfähig eingestuft, Auschwitz-Tattoo

Arbeit in verschiedenen Kommandos, zuletzt Sortieren von Kleidung

17.-23.1.1945 Evakuierung der 60.000 Auschwitz-Häftlinge

Januar 1945 mit über 2.000 Frauen Transport aus Auschwitz ins KL Groß-Rosen

wegen Überfüllung nach Ravensbrück , weiter ins KL Sachsenhausen

Im KL Sachsenhausen wird die Aufnahme verweigert  

27. Januar zweiwöchiger Todesmarsch der Frauen mit ihren Kindern über 300 km bei strengem Frost zurück in das KL Ravensbrück

März 1945 wurden 4.500 norwegische und dänische Gefangene nach Neuengamme transportiert Konvoi von 36 weißen Rote-Kreuz-Bussen nach Dänemark zur Quarantäne in das Internierungslager Frøslev, von dort weiter nach Schweden

Verlegung ins Außenkommando Rechlin, Reparaturen am Flugfeld

Persönliche Notiz

Mein Onkel Hans Wittstamm, Feldwebel bei der Luftwaffe ist bei einem Fliegerangriff in Rechlin am 10.4.1945 auf dem Flugfeld von angreifenden Fliegern mit Maschinengewehren ums Leben gekommen.

15.4.1945 Zusage von Himmler, alle Frauen aus dem KZ Ravensbrück nach Schweden zu holen.

Frauen in Ravensbrück warten auf das Schwedische Rote Kreuz, in der Zivilkleidung zuvor ermordeter Häftlinge

22.4.1945 zweite Rettungsaktion 7500 Frauen aus Ravensbrück davon 1607 Jüdinnen aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Tschechien und Polen  mit weißen Bussen und einem Güterzug des  Internationalen Roten Kreuz in die Schweiz und nach Schweden

Liste niederländischer Häftlinge des KL Ravensbrück, die nach Schweden gebracht wurden

1.8.-31.8.1945 Vater Otto im Sanatorium Rusel, Urlading

19.8.1945 Registrierung der Eltern im DP-Camp Deggendorf

1.9.1945 Vater Otto in der Lungenheilstätte Kostenz, Perasdorf

Juli 1945 Ilse von Schweden für ein halbes Jahr nach Holland

25.8.1945 wieder in Amsterdam Uithoornstrat 49

Emigration Palästina

25. 1.1946 Ankunft von Ilse in Palästina

1.12.1947 Heirat mit Rolf Elsberg

8.1.1986 Tod in Beit Yitzak

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

www.juedisches-dortmund.de/heymann/

https://collections.arolsen-archives.org/archive/130252508/?p=1&s=Heymann%20Ilse%201922&doc_id=130252508

https://collections.arolsen-archives.org/archive/130306449/?p=1&s=Heymann%20Ilse%201922&doc_id=130306449

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Aronade%22%7D

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Elsberg%201919%22%7D

https://www.statistik-des-holocaust.de/X1-2.jpg

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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