Rosenstein Frieda

Frieda Rosenstein

*5.9.1927 in Frankfurt; + 1.8.2007 in Israel

den Vornamen erhält sie zu Ehren der Tante Frieda Rosenstein

*28.6.1905; + 27.12.1926 in Bochum; Jüdischer Friedhof Bochum

Mutter Sarah Rosenstein *15.4.1907 in Weitmar, Bochum; 17.3.1945 erschossen im Lager Henrichshütte Hattingen

Vater unbekannt, vermutlich unehelich geboren

Heirat der Mutter am 28. 5. 1932 in Bochum-Linden Friedrich Wegerhoff

Stiefvater Friedrich Wegerhoff *11.2.1905 in Bochum; überlebt; Rückkehr nach Bochum

Bruder Hermann Rosenstein * 5.6.1930 in Bochum; +17.3.1945 in Hattingen

Halbgeschwister

Hermann Rosenstein * 5.6.1930 in Bochum; +17.3.1945 in Hattingen

August Wegerhoff *16.8.1933 in Bochum; kriegsgefallen in Israel

Werner Wegerhoff *25.2.1935 in Bochum; +1998

Margret Wegerhoff *15.12.1936 in Bochum; + 2014

Margot Rivka Wegerhoff *14.2.1939 in Bochum; +1999 in Herzlia

Karl-Heinz Wegerhoff *5.6.1940 in Bochum

Siegbert Wegerhoff *15.6.1941 in Bochum

Karin Wegerhoff *3.5.1944; + erschossen 17.3.1945 in Hattingen

Adresse Bochum-Bergen, Schulstraße 100 (Bergener Straße?)

Heirat 1948 in Israel Tobias Tuwia Heringmann *20.11.1918 in Pommern; +12.8.2001 in Haifa

Kinder

Sarah Heringmannn *19.4.1912 in Jerusalem

und zwei weitere

Weiterer Lebensweg

1933 -November 1938 Besuch der jüdischen Volksschule Bochum, Lehrerin Else Hirsch

Ab Nov 1938 bis 1944 hilft ihrer Mutter im Haushalt

1944 6-9 Monate dienstverpflichtet in der Sackfabrik Sticht in Dortmund, tägliche Anreise mit der Bahn aus Bochum mit Sondererlaubnis

Lager Kassel-Elben 1944

15.10.1944 Vater in das Lager Kassel-Elben der Organisation Todt

Jugendliche Zwangsarbeiter in Hagen; Stadtarchiv Hagen

29.12.1944 Arbeitslager der Klöckner-Werke in Hagen-Haspe, rüstungsrelevante Hochöfen zur Stahlproduktion; wohnt dort mit 40 anderen Frauen in einem mit Stacheldraht umzäunten Barackenlager

20.2.1945 Transport X/5 mit 9 weiteren Kindern und Frauen aus Hagen-Haspe nach Theresienstadt; Arbeit in der Wäscherei und der Badeanstalt

13.3.1945 Mutter ins Auffanglager Henrichshütte mit Sohn Hermann und Baby Karin, Arbeitserziehungslager der Gestapo auf dem Gelände der Henrichshütte an der Blankensteiner Straße

17.3.1945 Mutter erschossen mit Sohn Hermann und Baby Karin, Henrichshütte Hattingen

31.3.1945 Karsamstag Befreiung in Kassel-Elben, vormittags zog die 9. Panzerdivision des V. Korps der 1. US-Armee von Süden her in das Dorf ein.

Vater Friedrich Wegerhoff zu Fuß zurück nach Bochum

8.5.1945 Frieda in Theresienstadt befreit

Sommer 1945 Rückkehr nach Bochum; lebt mit den Geschwistern August und Margret beim Vater und dessen neuer Partnerin

Schwimmbad des Kinderheims Blankenese

Fünf Geschwister in jüdisches Kinderheim in Hamburg-Blankenese, das von 1946-1948 zur Vorbereitzung der Emigration nach „Eretz Israel“ dient, alle fünf von dort nach Palästina

Der in der Entwicklung zurückgebliebene Bruder Karl-Heinz Bruder wird zur Adoption freigegeben.

17.1.1947 Friedas Aufnahmeantrag für die jüdische Gemeinde Bochum

Emigranten im Zug nach Sete Juli 1947

Juli 1947 Frieda nach Port de Sete bei Montpellier, Südfrankreich

11.7.1947 Auf der SS EXODUS mit 4515 Juden ohne Einreisevisum von Frankreich nach Haifa;

18.7. 1947 von britischen Kriegsschiffen verfolgt, in internationalen Gewässern 40 km vor Haifa gestoppt und von Marinesoldaten der Royal Navy geentert

Marines nach dem Kampf

Bei Kämpfen an Bord sterben vier Menschen.

Die SS EXODUS wird in den Hafen von Haifa geleitet, dort werden die Emigranten mit bereitliegenden Schiffen nach Frankreich zurückgebracht, wo sie wochenlang an Bord verbleiben, da sie freiwillig nicht von Bord gehen, was die französische Regierung zur Bedingung für eine Übernahme gemacht hatte.

Weiterfahrt mit den britischen Schiffen Empire Rival, Ocean Vigour und Runnymede Park nach Hamburg

7.9.1947 Ankunft der Flüchtlinge auf den Schiffen in Hamburg

Internierung im DP-Camp Poppendorf bei Lübeck in Nissenhütten und Zelten; später verlegt nach Sengwarden und Emden. Dort finden von der ORT organisiert Umschulungskurse zur Vorbereitung auf Palästina statt.

Illegaler Wechsel in die amerikanische Zone und erneute Versuche nach Palästina zu kommen.

1948 nach Palästina vermutlich noch rechtzeitig zur Staatsgründung

14.5.1948 Staatsgründung Israel

1948 Heirat mit Tobias Tuwia Heringmann

1.8.2007 Tod in Israel

Gedenken

2022 „Remember Frieda“ Ausstellung im Stadtarchiv Bochum Projekt der Mansfeld-Schule Bochum

30.10. 2009 Stolperstein für ihren Onkel Josef Rosenstein, Richardstraße 49, Bochum

Quellen

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de953176

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de752613

Keller, Manfred, Schneider, Hubert, Wagner, Johannes Volker (Herausgeber): Gedenkbuch. Opfer der Shoa aus Bochum und Wattenscheid, mit Beiträgen von Udo Arnoldi, Andreas Halwer und Irmgard Hantsche, Bochum 2000

Manfred Keller, Spuren im Stein, ein Bochumer Friedhof als Spiegel jüdischer Geschichte, 1997

www.freundeskreisbochumersynagoge.de/2022/06/13/19-mansfeld-schule-bochum/#more-1700

www.bo-alternativ.de/2021/10/26/verfolgungsgeschichte-der-familie-wegerhoff/

https://www.yadvashem.org/yv/de/exhibitions/childrens-survivors-blankenese/blankenese.asp

https://www.bochum.de/C125830C0042AB74/vwContentByKey/W28AZEEV284BOLDDE/$FILE/105_rosenstein_josef.pdf

https://www.statistik-des-holocaust.de/X5-1.jpg

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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