Chodorow Wolf

Wolf Chodorow

*16.07.1908; Bäcker; Recklinghausen; +1991 in Tel Aviv, Israel

Max Meir Chodorow*14.12.1880 in Berdichow; +14.2.1942 in Bernburg a.d. Saale

Staatsangehörigkeit Pole

Vater Max Meir Chodorow*14.12.1880 in Berdichow; +14.2.1942 in Bernburg a.d. Saale

Mutter Ilse Jetti Rosenbaum *10.10.1877 in Zablotow; +1942 in Polen

Großvater Mordechai Chodorow *1867 in Tolna; Rabbi von Kolomea; +7.10.1937 in New York

Großmutter Reizel Hager

Onkel

Nur einzelne

Menachem Mendel David Chodorow *8.4.1887; oo Cheina Hager; +28.2.1980 New York

Josef Leib Rosenbaum *28.1.1880 in Zablotow; + 1960er Jerusalem, Israel

Tanten

Nur einzelne

Berta Rosenbaum *18.3.1892 in Zablotow; oo 19.19.1919 in Recklinghausen Isaak Eigenfeld (1884-1942) ; + 30.9.1940 in Oberhausen

Yenta Miriam Chodorow *8.4.1887; +1944 Auschwitz; oo Menachem Mendel Hager, Rabbi von Visheva (1886-1941);

Geschwister

Hermann Hersch Chodorow *16.5.1906 in Zablotow; oo Grete Ransenberg aus Herne (1914-2000); Montevideo; +4.4.2000

Ida Chodorow*15.4.1909 in Zablotow; + nach 1938 in Polen

Rosy Rachel Chodorow *24.10.1910 in Zablotow; oo Samuel Kösten; +18.2.2004 in Pardes Chana

Saly Chodorow *25.7.1912 in Zablotow; bis 1938 bei Fa. Isaak Eigenfeld+ nach 1938 in Polen

Menachem Moni Chodorow *28.8.1914 in Dessau; oo Milli Attermann (*1917 in Köln); kriegsgefallen am 12.7.1948 in Migdal Tzedek

Frieda Chodorow *20.10.1916 in Dessau; + nach 1938 in Polen

Beruf Bäcker

Heirat

Kinder

Adressen Duisburg, Dallstraße 50; Recklinghausen, Herner Straße 7 b bei Rosenbaum;

Weiterer Lebensweg

1920 Umzug nach Dessau

Zeitweilig in Recklinghausen wohnhaft

28.-30.10.1938 ganze Familie im Landgerichtsgefängnis Duisburg

29.10.1938 Wolf nach Zbaszyn ausgewiesen laut Gedenk-Opferbuch Recklinghausen

30.10.1938 Mutter Ilse-Jetti und die Geschwister Ida und Saly nach Zbaszyn abgeschoben

9.9.1939 Vater verhaftet von Stapo Duisburg als „feindlicher Ausländer“

März- 2.9.1940 Vater im KL Sachsenhausen

Wie Ruth Tepper flüchtete er auf der bis 1941 auf der Grundlage des bereits erwähnten Haavara-Abkommens offengehaltenen Schwarzmeerroute über Wien, Bukarest zum rumänischen Hafen Tulcea. Dort legte im Oktober 1940 die unter griechischer Flagge stehende SS PACIFIC mit über 1000 Flüchtlingen ab und erreichte am 14.11.1940 den Hafen von Haifa; die Landung wurde den von den britischen Mandatsbehörden als illegal angesehenen Einwanderer verweigert. Die Flüchtlinge wurden nach und nach auf die zum Truppentransporter umgebaute ehemals unter französische Flagge fahrende SS PATRIA umgeladen. Da die Briten die aus ihrer Sicht illegalen Einwanderer zu der vor der afrikanischen Ostküste liegenden Insel Mauritius deportieren wollten, traf die jüdische Untergrundorganisation Haganah die folgenschwere Entscheidung, dies durch eine Sprengladung zu verhindern. Die am 25.11.1940 um 9 Uhr gezündete gewaltige Explosion brachte die SS PATRIA zum Kentern; 250 Flüchtlinge, auch Ruth Tepper fanden dabei den Tod.

Unfreiwilliger Augenzeuge des Dramas wurde Wolf Chodorow, der sich zum Zeitpunkt der Explosion an Bord der noch zu evakuierenden SS ATLANTIC befand. Obwohl die überlebenden Schiffbrüchigen der SS PATRIA nach Palästina einreisen durften, wurden die noch auf die Umladung wartenden 1581 Emigranten als „Detainees“ mit holländischen Frachtschiffen nach Mauritius deportiert wurden. Dort trafen sie am 26. Dezember 1940 ein und wurden in das das Zentralgefängnis von Mauritius nahe Beau Bassin verbracht. Es sollte noch bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges dauern, bevor die 1.310 überlebenden Flüchtlinge endlich am 12. August 1945 auf der SS FRANCONIA in das ersehnte Eretz Israel gebracht werden konnten.

3.9.1940 Deportation des Vaters nach Dachau

12.7.1941 Deportiert des Vaters von Dachau nach Buchenwald

2.3.1942 Vater Max auf dem „Transport I“ der ersten 90 Häftlinge mit grauen Bussen nach Bernburg a.d. Saale, Tötungsanstalt geordnet nach dem Alphabet von Abraham, Max (Nr. 1) bis Fuchs, Ernst (Nr. 90)

22. 4. 1942 Schwester Frieda von Düsseldorf ins Ghetto Izbica

12.8.1945 1.310 Internierte auf der SS FRANCONIA von Port Louis, Mauritius nach Palästina

1991 Tod in Tel Aviv

Gedenken

15.2.2006 Page of Testimony von Enkeltochter Meira Malka Kesten, Israel

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/en/search/person/5673768?s=Chodorow%20Max%201880&t=1583533&p=0

https://www.ushmm.org/online/hsv/person_view.php?PersonId=9992233

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de231202

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de900168

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de20038273

www.spurenimvest.de/2022/08/13/chodorow-max-meir/

https://www.recklinghausen.de/Inhalte/Startseite/Ruhrfestspiele_Kultur/Gedenkbuch/_Opferbuch_selfdb.asp?form=detail&db=545&id=67

https://eservice2.gkd-re.de/selfdbinter320/DokumentServlet?dokumentenname=545-654fieldDokument1.pdf

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=en&s_id=&s_lastName=Chodorow&s_firstName=&s_place=&s_dateOfBirth=&cluster=true

Vries, de, Manfred, Mauritius –die Insel des Lebens. Wie jüdische Flüchtlinge in einem britischen Camp die Shoa überlebten, in: Bund traditioneller Juden, Gemeindemagazin, Magazin zum traditionellen jüdischen Leben in Deutschland, Ausgabe April 2019, S. 32 ff

Illegale Einwanderung nach Palästina 1938-1946 (RG17) Accession Number: 2006.291 | RG Number: RG-68.067M

Zwischen 1938 und 1940 illegal nach Palästina eingewandert; Von den Briten nach Mauritius deportiert; 1945 nach Palästina

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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