Meier Ernst

Ernst Meier

*19.9.1891 in Bocholt; +24.3. 1977 in Pikesville, Maryland

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Anzeige im Bocholter Volksblatt vom 28.Juni 1928

Vater Jakob Meier *6.3.1853 in Dülken; Teppichweberei; +16.7.1918 im Hotel Heinrich Peters in Lippspringe

Heirat der Eltern 7.11.1882

Mutter Pauline Ostberg *6.4.1859 in Rhede; +25.7.1915 in Bocholt (Bonn?)

Großeltern Joel Meier und Johanna Stiehl; + in München-Gladbach

Großeltern Meier Ostberg (Putzwollfabrik in Bocholt) und Rosa Plaat

Geschwister

Alma Meier *18.8.1883 in Bocholt; ledig; Geschäftsinhaberin; + 27.2.1935 Agneshospital in Bocholt

Martha Meier *14.11.1884 in Bocholt; Volksschullehrerin; +16.11.1915 in Bocholt

Gretchen Meier *28.11.1888 in Bocholt; +15.7.1889 in Bocholt

Max Meier *25.12.1889 in Bocholt; oo Lotte Risch; +20.10.1971 in Baltimore

Otto Meier *11.9.1896 in Bocholt; Düsseldorf; Berlin; oo Wanda Kocik (*22.3.1895 in Komorsk); + April 1945 auf dem Todesmarsch von Ohrdruf nach Regensburg

Karl Meier *30.11.1897 in Bocholt; +23.4.1900 in Bocholt

Beruf Geschäftsmann

Adressen Bocholt Nr. 692, Nordwall, Osterstraße 8; Berlin, Zarkerstr. 72

Heirat

Kinder

Weiterer Lebensweg

1.11.1932 Firma Jakob Meier feiert 50-jähriges Geschäftsjubiläum

Augenzeugenbericht von Neffe Harry Meier, Baltimore/USA,

 „Im Jahre 1932 zogen wir vom Ostwall in die Osterstraße 8 und wohnten in einer Wohnung über unserem Geschäft ‚Jacob Meier. Teppiche und Gardinen’, ein Geschäft, welches von meinem Großvater um 1880 errichtet wurde. Mein Vater, Max Meier, war zu diesem Zeitpunkt mit meinem Onkel Ernst Meier und meiner Tante Erna Meier, Inhaber des Geschäftes.“
31.3.1933 Boykott vor dem Geschäft Meier, Osterstraße 8
„Dann kamen die Nazis. Die Nazis marschierten die Königstraße entlang, vorbei an unserer Wohnung und sangen antisemitische Lieder. Die Fenster unseres Geschäftes wurden mit Teer beschmiert, mit den Wörtern „Jude – jüdisches Geschäft“. Nazis stellten sich vor dem Geschäft auf, machten Fotos und hinderten Kunden daran, das Geschäft zu betreten.“

Polizeibericht Bocholt
„Am 31. März und 1. April 1933 wurde in Bocholt gegen eine Reihe von jüdischen Geschäften von
Nationalsozialisten vorgegangen. Am 31. März 1933 wurden in der Wohnung des Synagogendieners Salomon Seif in der Nobelstraße Fensterscheiben zertrümmert und in den Geschäften von Löwenstein, Silberschmidt und Meier in der Osterstraße sowie bei Scherbel in der Nordstraße Fensterscheiben mit
schwarzer Farbe angestrichen.“

10.11.1938 November Pogrom

17.5.1939 mit Bruder Otto und Frau Wanda in Berlin-Schöneberg bei Minderheiten-Volkszählung

13.12.1939-1.1.1940 Bruder Max mit Familie auf der NOVA SCOTIA von Liverpool nach Boston

11.10.1939 Bahnfahrt von Breslau nach Wien

14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Budapest, Belgrad, Bukarest

6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen

26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA

15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert

22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa

24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung

29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluß von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung

29.1.1940 zunächst mit Bussen in ein Lager nach Athlith verbracht

17.2.1940 gibt als Gemeindeältesten in Bocholt Rabbi und Lehrer Leo Levy Nussbaum an; als Kontakt Georg Springer (Dokument D/821/40/CHU);

18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager

29.7.1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlith

Juni 1944 Bruder Otto nach Auschwitz; Auschwitz-Nr. 184079

22.1.1945 Bruder Otto von Auschwitz ins KL Buchenwald, Nr. 118572

26.1.1945 Bruder Otto ins Außenlager Ohrdruf (Kürzel SIII)

April 1945 Tod von Bruder Otto auf dem Todesmarsch Ohrdruf (SIII) über Cramwinkel, Buchenwald nach Regensburg

29.4.-18.5.1953 Ernst Meier als israelischer Staatsbürger auf der SS JERUSALEM von Haifa nach New York, Ziel Bruder Max in Baltimore 5813 Land Avenue

24.3.1977 Tod in Pikesville, Maryland

Gedenken

Grabstein auf dem Chevra Ahavas Chesed Cemetery, Randallstown, Maryland, United States

21.4.2005 Page of Testimony für Otto Meier von Nichte Martha Meier-Weimann, USA

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Harry Meier, Meine Erinnerungen an Bocholt, Stadtarchiv Bocholt

Greta Meier, Können Sie mich verurteilen, weil ich nichts mehr mit Deutschland und Bocholt zu tun haben möchte? Stadtarchiv Bocholt

Stadtarchiv Bocholt, SBOH 2 Nr. 1012, Tumultschadenssache Seif

https://www.bocholt.de/fileadmin/DAM/Fachbereich_21/Kultur/Erinnerung/unterrichtsmaterialien/pdf/unterrichtsmaterialien_niebur_oechtering_stand_20180910.pdf

https://www.ushmm.org/online/hsv/source_view.php?SourceId=19561

https://www.ushmm.org/online/hsv/person_view.php?PersonId=9982304

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1120524

StdA B, ZSlg., Bocholter Volksblatt, 21. November 1928

www.raoulwallenberg.net/general/ruth-kl-uuml-ger-mossad-le/

Rudolf Stern (Chawer aus Dortmund), Meine Aliyah – 13. Oktober 1939 – 29. Januar 1940; unveröffentliches Manuskript, 1987

https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=5593591&ind=1

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 8311); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

Passenger Lists of Vessels Arriving at Boston, Massachusetts, 1891-1943″ (National Archives Microfilm Publication T843, roll 448, line number 12, record id 005104610_00554_11); Digital Folder Number 005104610, Image Number 00554-s.

U.S. Sterbe-Verzeichnis der Sozialversicherung (SSDI)

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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