Steinweg Hedwig

Hedwig Steinweg geb. Philipp

*15.6.1885 in Wanne Bickern; ✡ März 1943 in Auschwitz

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Nathan Philipp *Nov. 1846 in Darfeld; ✡18.1.1913 in Wanne, Metzger in Wanne

Mutter Therese Schweizer *1844 in Schleiden; ✡17.12.1931 in Wanne

Geschwister

David Philipp *8.9.1880 in Wanne; +1944 in Stutthof; oo Recha Michel (*6.5.1888, +25.10.1944 in Riga);1938 Sachsenhausen;

Leopold Philipp *10.4.1882 in Wanne; Fleischer; ledig; ✡1943

Julie Philipp *24.8.1883, + vor 8.5.1945 in Riga

Philipp, Karl * 16.12.1886 in Wanne, ✡ 3.9.1926 in Bielefeld

Max Philipp *5.1.1891 in Wanne; 17.1.1891 in Wanne Bickern

Beruf Kaufmann

Beruf

Adressen Wanne-Bickern, Königstraße; Dortmund, zuletzt Judenhaus H.-Barmstraße 16

Heirat Georg Steinweg *27.7.1879 in Asseln; ✡ März 1943 in Auschwitz

Kinder

Marianne Steinweg *15.3.1915 in Dortmund; ✡ 22.12.1996 in Frankfurt; oo1936 Hermann Luwisch

Fritz Steinweg später Stevens*13.9.1921 in Dortmund;

Hans Steinweg * in Dortmund; +Juni 1960

Weiterer Lebensweg

27.4.1915 Ehemann Georg im 1. WK schwer verwundet gemeldet

16.6.1916 Ehemann Georg im 1. WK vermisst gemeldet

Preußische Verlustlisten vom 27.4.1915 und 16.6.1916, Seiten 6096 und 12937

1936 Heirat der Tochter Marianne mit Herman Luwisch, Emigration nach Palästina

Emigration von Sohn Fritz über Holland nach England;

November 1942 in Kraft tretendes Gesetz: „Alle im Reich gelegenen Konzentrationslager sind judenfrei zu machen und sämtliche Juden sind nach Auschwitz und Lublin zu deportieren.“

20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“

Anfang März 1943 reichsweite Fabrikation besonders in Berlin, Breslau und Westfalen; die 300 überwiegend in kriegswichtigen Betrieben Zwangsarbeit verrichtenden Juden aus dem Regierungsbezirk Arnsberg wurde im Saal der Gastwirtschaft Gerold am Brackeler Hellweg war in Dortmund als Sammelstelle interniert. In der Nacht vom 1./2.3.43 war die Gaststätte Zur Börse am Nordausgang des Dortmunder Hauptbahnhofs zugleich Zwischenstation für Juden aus einen Koppelzug, der von Stuttgart kommend über Trier durch das Ruhrgebiet geführt wurde und bereits 212 Menschen aus Württemberg, Baden und dem Rheinland aufgenommen hatte. Am 2.3.43 fuhr dieser Zug mit nunmehr über 500 Juden vom Dortmunder Südbahnhof aus weiter in Richtung Bielefeld, wo etwa 250 Menschen für den Transport im Saal der Eintracht am Klosterplatz gesammelt wurden.

2.3.1943 40 Stunden im geschlossenen Güterwaggon, Transport Bielefeld über Hannover – Erfurt – Dresden nach Auschwitz

3.3.1943 Ankunft und Selektion der ‚Alten Rampe‘ am Güterbahnhof von Auschwitz;

Ernst Michel berichtet über Issy Philipp, Großneffe aus Recklinghausen:

„Es gab nun zwei Reihen, beide rückten langsam voran. Männer an eine Seite, Frauen an die andere. … Issy schlurfte neben mir. Er war in Paderborn einer der charismatischen und zuverlässigsten Leiter. Er war dynamisch, optimistisch und stets hilfsbereit. Er war stark wie ein Stier. Er hatte Henny in Paderborn geheiratet einige Wochen vor unserer Deportation. Sie war bereits auf der anderen Seite. Tränen rannen sein Gesicht hinunter. Ich berührte ihn. Er nickte nur.“

Kalendarium von Auschwitz vom 3.3.1943

„Reichssicherheitshauptamt Transport, Juden aus Berlin. Nach der Selektion lieferte man 535 Männer als Häftlinge ins Lager ein, sie bekamen die Nr. 104 890 – 105 424; 145 Frauen bekamen die Nr. 36 9035 – 37 079. Die übrigen wurden vergast.“

Dazu gehörten auch Georg und Hedwig Steinweg.

Tod 5. März 1943 in Auschwitz

Weitere Lebensdaten der Familie

Die Kinder Marianne, Fritz und Hans überleben den Holocaust

Gedenken

Stolpersteine für

18.3.1957 Pages of Testimony für die Eltern und Familie Philipp in Wanne von Hans Steinweg

Grabstein auf dem jüdischen Friedhof

Quellen

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de975401

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Preußische Verlustlisten vom 27.4.1915 und 16.6.1916, Seiten 6096 und 12937

https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_wfn_43a.html

Werner Schneider, Jüdische Heimat im Vest Gedenkbuch 1983

Werner Schneider, Jüdische Einwohner Recklinghausens 1816-1945, in: 750 Jahre Stadt Recklinghausen. 1236-1986, hrsg. von Werner Burghardt, Recklinghausen 1986, S.225-252. Stadtarchiv Sta Re III Jüdische Gewerbebetriebe um 1938; Sta Re III 6520 Jüdische Einwohner im 3. Reich; Sta Re III 4407 Jüdische Kinder;
Jüdische Einwohner Recklinghausens, Sta Re III 6520

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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