Jacobs Leopold

Leopold Jacobs

*19.10.1925 in Gelsenkirchen; ✡ 16.6.1970 in Israel

Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos

Vater Gustav Jacobs *22.4.1878 in Heiligenhaus; Klempnermeister; ✡ 5.11.1943 in Auschwitz

Heirat der Eltern 13.7.1917 in Kirchenlotheim, zweite Reihe rechts

Mutter Regine Oppenheimer *26.4.1890 in Altenlotheim; ✡24.12.1928 in Gelsenkirchen Buer

Stiefmutter Johanna Laser *22.3.1890 in Vöhl; ✡ 5.11.1943 in Auschwitz

Onkel Artur Jacobs *15.2.1883 in Heiligenhaus; ✡26.1.1942 in Hartheim Tötungsanstalt

Tanten

Helene Nora Jacobs *16.12.1884 in Heiligenhaus; ✡ nach 1941 in Minsk

Meta Herz geb. Jacobs *27.3.1880 in Heiligenhaus; ✡ 24.7.1944 in Riga

Geschwister

Hertha Jacobs *16.1.1918 in Frankenau; ✡2002 in Ormond Beach; oo Oscar Rothschild

Edith Jacobs *19.12.1920 in Gelsenkirchen; ✡ 1943 in Minsk

Margot Jacobs *14.6.1923 in Gelsenkirchen; ✡11.4.2022 in Culver City; oo Max Zeiss

Arie Jacobs

Beruf Schlosser, Automechaniker

Adressen Gelsenkirchen, Buer, Josefinenstraße 75, Judenhaus, Schalker Straße 36

Heirat Gizelle Edna Eisenstein *22.10.1931 in Czernowitz; ✡1972 in Israel

Kinder zwei

Margie Jacobs; oo Kenedy

Weiterer Lebensweg

Leo Jacobs spielte in einer Jugendmannschaft des FC Schalke 04

Leo Jacobs 1.Reihe 5. v.l. mit Lehrer Abraham Weinstock, Oberklasse der Israel. Volksschule

1932-1939 Jüdische Volksschule

6.12.1936 Onkel Artur in Heiligenhaus verhaftet

Onkel Artur ins KL Sachsenhausen

17.5.1939 bei Minderheiten-Volkszählung

1939 Schwester Edith als Haushaltshilfe nach Hamburg

1939-1941 in Jüdischer Lehrwerkstatt in Hamburg

17.5.1939 mit Vater und Stiefmutter in Gelsenkirchen bei Minderheiten-Volkszählung

23.6.1939 Vertrag zwischen der RVJD und der Stadt Paderborn zur Errichtung des Umschulungs- und Einsatzlagers Paderborn, Grüner Weg 86;

23.1.1941 Onkel Artur ins KL Neuengamme

2.7.1941 Schwester Herta heiratet in Amsterdam Oscar Asser Rotschild

14.9.1941 Ankunft von Onkel Artur Jakobs im KL Dachau

18.11.1941 Schwester Edith aus Hamburg nach Minsk

20. 12. 1941 Gestaposchreiben, Staatspolizeistelle Gelsenkirchen, die erste Aufforderung: „Sie haben sich auf einen Transport zum Arbeitseinsatz nach dem Osten vorzubereiten.“

20.1. 1942 Deportationsbefehl der Gestapo, sich für die nächsten drei Tage bereitzuhalten

24.1.1942 verhaftet, Sammellager Gelsenkirchen Wildenbruch-Halle
26. 1.1942 Onkel Artur verlegt von Dachau in die Tötungsanstalt Hartheim

26. 1. 1942 Tod von Onkel Arthur in der Tötungsanstalt Hartheim; „Häftlingseuthanasie 14f13“

27.1.1942 Transport Gelsenkirchen- Dortmund nach Riga-Skirotawa mit den Eltern, Schwestern Margot und Tante Meta Herz-Jacobs

1.2.1942 Ankunft Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto RigaJuli-2. November 1943 schrittweise Auflösung des Ghettos; Einrichtung des Konzentrationslagers Riga-Kaiserwald und verschiedener Betriebslager mit lokaler Kasernierung; Kommandant des KL Kaiserwald Sturmbannführer Albert Sauer

3. 11.1943 Auflösung des Ghetto Riga

Johanna und Gustav Jacobs wurden am 2.11.1943 nach Auschwitz deportiert, am 5. November eintrafen. Nach der Selektion wurden 120 Männer und 30 Frauen als Häftlinge ins Lager eingewiesen. Die anderen 850 Männer und Frauen, darunter wohl auch Johanna und Gustav Jacobs, wurden in die Gaskammern geschickt.

November 1943 vermutlich Kasernierung in einer der SS-Autowerkstätten auf der Lenta in Riga

Sommer 1944 Auflösung des KL Kaiserwald, Riga

24.7.1944 Tante Meta Herz bei Krebsbach-Selektion in Riga Außenlager Strasdenhof ermordet

Juli – September 1944 Transporte der Arbeitsfähigen aus Riga per Schiff nach Stutthof

6.-9.8.1944 1. Großer Transport mit der „Bremerhaven“ von Riga nach Danzig

28.9.-1.10.1944 Leo mit 3155 Häftlingen aus Riga Kaiserwald, 300 von der Lenta auf dem Frachtschiff „Kanonier“ von Riga->Danzig

1.10-1944 Ankunft im KL Stutthof zusammen mit Schwester Margot

15.1.- 10.3.1945 Zwangsarbeit im Stutthof-Männer-Außenlager Rieben, Schanz- und Befestigungsanlagen in Pommern

10.3.1945 Befreiung durch die Rote Armee

1945 kurzfristig in Gelsenkirchen

Schwester Margot in Amsterdam bei der Schwester Herta Rotschild

Belegungsliste Gehringshof

1946-1948 Gehringshof (IRO Camp 553)mit Onkel Ignaz Steuer

10.7.1947 Schwester Herta und Mann Oscar Asser Rotschild nach New York

21.6.1948 auf dem Gehringshof

1948 Alija nach Palästina

Gedenken

April 2012 Nachfahren der Familie Jacobs aus Kanada, Israel und den Niederlanden zu Besuch in Gelsenkirchen

5.10.2021 Stolperstein für Edith Jakobs in Hamburg, Hoheluftchaussee 91/93

11.6.2022 Stolpersteine für Gustav Jacobs und seine Schwestern Adele, Meta und Helene in Heiligenhaus, Hauptstraße

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

http://www.stolpersteine-gelsenkirchen.de/archiv.htm#1381

http://www.gelsenzentrum.de/fotos_juedisches_leben.htm

Luise Jacobs, Mord in Schloß Hartheim, Klartext, 2011

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de887446

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de862024

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de887501

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de887536

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Jacobs%20Margot%22%7D

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT420127-Gelsenkirchen7.jpg

Dietlind Kautzky, Thomas Käpernick Hrsg., Mein Schicksal ist nur eins von Abertausenden VSA 2020

Wolfgang Scheffler, Diana Schulle, Buch der Erinnerung, Die ins Baltikum deportierten Juden 2011

https://www.synagoge-voehl.de/images/pdf/lk/alt/Jacobs_Gustav.pdf

Christin Sandow (Hrsg.), Käthe Fries, Schießen Sie mich nieder, Lukas Verlag 2017

Gertrude Schneider, Reise in den Tod, Deutsche Juden in Riga 1941-1944, Laumann-Verlag, 2008

Gertrude Schneider, Exile and Destruction, The Fate of the Austrian Jews 1938-1945; Praeger 1995

Hilde Sherman: Zwischen Tag und Dunkel. Mädchenjahre im Ghetto, Frankfurt/M.-Berlin-Wien, 1984

Anita Kugler, Scherwitz – Der Jüdische SS-Offizier, 2017

https://collections.arolsen-archives.org/en/document/4499278

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/67430295

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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