Kerber Ingeborg

Ingeborg Kerber

*20.7.1923 in Gleiwitz; ✡ ?

Religion jüdisch

Staatsangehörigkeit deutsch, Palästina

Vater Max Kerber *11.11.1891 in Lissa;

Mutter Ida Schaal *16.12.1892 in Gleiwitz

Geschwister

Hannelore Kerber *13.10.1925 in Gleiwitz; Überlebende

Beruf

Adressen Gleiwitz, Niederwallstraße 17 II

Heirat 30.6.1943 Emil Berger, palästinensischer Staatsbürger

Kinder

Weiterer Lebensweg

17.5.1939 Schwester Hannelore mit den Eltern in Gleiwitz, Niederwallstraße 17 II bei Minderheiten-Volkszählung

Hachschara Lehrgut Schniebinchen

Ingeborg Kerber zur Hachschara in das Lehrgut Schniebinchen

Gut Schniebinchen war ein zuletzt dem Apotheker Otto Kaesbach gehörendes Landgut von 1117 Morgen bei Niewerle, Sommerfeld im Kreis Sorau in der Niederlausitz. Kaesbach produzierte hier nach Aufgabe der Landwirtschaft Arzneimittel wie das Sexmittel Okasa. Seine geschiedene Ehefrau Martha Kaesbach stellte als Verwalter Herrn von Horn ein. Die zum Gutsbesitz gehörige Wassermühle „Jessener Mühle“ verkaufte Kaesbach 1929 an die Familie Lichting; auch hier entstand später ein Hachscharalager.

1933/34 Abschluss eines Pachtvertrages über 180 RM pro Monat mit dem Jüdischen Jugendbund Habonim Noar Chaluzi (Bauleute). Der offizielle Briefkopf lautete: Jüdische Jugendhilfe Schniebinchen über Sommerfeld, Niederlausitz, Telefon Niewerle Nr. 11

Später lag die Verwaltung reichsweit bei der Ssochnuth (Sochnut, hebräisch הַסּוֹכְנוּתִ היְּהוּדִית לְאֶרֶץ יִשְׂרָאֵל ha-Sochnut ha-Jehudit le-Erets Jisra’el, ‚Jewish Agency‘ auch ‚Jüdische Agentur für das Land Israel‘)

Leiter von Schniebinchen war Dr. Alfred Cohn (April-Sept 1939); ab September 1939 wurden Ludwig Kuttner und Fanny Bergas als Wirtschaftsleiterin dessen Nachfolger. Cohn und Kuttner waren zuvor zuvor Lehrer an der Privaten Waldschule Kaliski in Berlin. Lotte Kaiser und Lotte Adam hatten die pädagogische Leitung. Das Verhältnis Jungen/Mädchen lag bei 60/40. Für Mädchen stand vor allem Hausarbeit wie Kochen, Backen, Nähen und Stricken auf dem Plan.

Novemberpogrom

10.11.1938 in der Pogromnacht wird das Lager für einige Tage von örtlicher SA besetzt, die aber keine Misshandlungen an den Bewohner begeht.

Kindertransport

England und die Niederlande öffnen die Grenze für Kindertransport

Das Flüchtlingsheim K.L. Smit-Oord in Losser

4.1.1939 Ingeborg Kerber auf dem Kindertransport von Berlin über Bielefeld, Bentheim nach Oldenzaal

4.1.1939 mit 40 Mädchen mit dem Bus von Oldenzal ins K.L. Smit-Oord in Losser, Flüchtlingsheim für jüdische Mädchen von Januar bis August 1939

7.2.1939 Wechsel mit Gusta Hausmann in das Alija-Heim Vondelhof, Amsterdam, Fredriksstraat 18a

ID 1939 litteken=Narbe linker Arm

10.3.1939 Ausstellung eines ndl. Identitätsbewijs in Den Haag

28.3.1939 ab Marseille Schiffsreise nach Palästina

3.4.1939 Ankunft in Tel Aviv, Alija mit Hechaluz Studentenzertifikat Kategorie B(III)

Wegen der unmittelbaren Nähe zur deutschen Grenze wird die Einrichtung aufgelöst; die meisten Kinder werden nach Driebergen und Rotterdam verlegt.

11.6.1944 Einbürgerung als palästinensische Staatsbürgerin

Gedenken

Quellen

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

www.dokin.nl/surviving_children/ingeborg-kerber-born-20-jul-1923/

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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