Schneider Max

Max Moshe Schneider

*30.10.1921 in München; ✡ ?

Religion jüdisch

Staatsangehörigkeit staatenlos

© Belgisches Staatsarchiv

Vater David Schneider *4.4.1892 in Rezekne, Lettland ; russ. Staatsbürger; ✡ 21.8.1942 Tod in Auschwitz

Heirat der Eltern am 17.8.1919 in Eger; die Ehe wurde später geschieden

Mutter Zlata „Lola“ Brande *31.7.1895 in Tlustenkie, Galizien; ✡ 1933 in Lemberg

Geschwister

Frieda Schneider *14.1.1920 in München; ✡ ?

Beruf Schreiner für Polstermöbelgestelle, landwirtschaftlicher Praktikant

Adressen München, Hohenzollernstraße 4; Gut Skaby Friedersdorf;

Heirat ledig

Kinder

Weiterer Lebensweg

6.1.1919 Zuzug der Eltern nach München

1936 (?) Flucht des Vaters nach Belgien

14.8.1936 Max Schneider beim Arbeitsamt München arbeitsuchend gemeldet

12.12.1936 Fremdenpass ausgestellt in München

7.12.1936 Fremdenpass verlängert in München

Das Lehrlingsheim und die Anlernwerkstatt in München

1.7.1928 Eröffnung des Hauses in der Wagnerstraße 3 mit schulentlassenen Jungen aus dem Kinderheim in der Antonienstraße 7 in Trägerschaft der Israelitischen Jugendhilfe e.V.

1.6.1936 Übergang in die Trägerschaft des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden

1.7.1937 Umzug in das größere Haus in der Hohenzollernstraße 4 mit 45 Wohnheimplätzen

August 1937 Eröffnung der Jüdischen Anlernwerkstatt in der aufgelassenen Hesselberg’schen Lederfabrik am Biederstein 7 für Schlosser, Elektriker und Schreiner; Leiter war der Diplom-Ingenieur Fritz Sänger.

Novemberpogrom

10.11.1938 Verhaftung von mindestens zehn erwachsenen männlichen Bewohnern des Lehrlingsheim

10.11.1938 Einweisung als „Aktionsjuden“ in das KL Dachau; Häftlingsnummer 19947

10.11.-29.11.1938 als „Aktionsjude“ im KL Dachau

29.11.1938 Entlassung von Max Schneider zusammen mit Paul Rindsberger aus dem KL Dachau

17.5.1939 Max mit Schwester Frieda Lehrlingsheim München, Hohenzollernstraße 4 bei Minderheiten-Volkszählung

Sommer 1939 Schwester Frieda nach England, vermutlich mit „domestic permi“

Das Hachschara-Gut Skaby in Friedersdorf

Das Hachschara- Lager auf Gut Skaby  in Friedersdorf, Kreis Beeskow bestand ab der Einrichtung im Mai 1939 für 40 Chawerim bis zur Auflösung am 27.2.1943 in der reichsweiten „Fabrikaktion“; alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz und ins „Generalgouvernement“ deportiert, so auch in den benachbarten Lagern Gut Winkel und Groß Breesen.

8.6.1939 nach Friedersdorf, Gut Skaby

1.9.1939 Überfall der Wehrmacht auf Polen

1.9.1939 auf der Ausländerliste des Kreises Beeskow „staatenlos“

Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 2

12.10.1939 zusammen mit den Chauluzim aus Gut Winkel Bahnfahrt von Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Breslau nach Wien

14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest

6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen

26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA

15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert

22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa

24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung

29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluß von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung

29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlith verbracht

18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager

29.1.1940 Registrierung in Atlith; gibt sein Schwester Frieda als Referenz an, als Gemeindeältesten Rabbi Ehrenthal (Dokument D/877/40/CHU);

29.7.1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlith

Flucht nach Belgien, Razzia in Brüssel

1936 flüchtet der Vater nach Brüssel, Adresse: Anderlecht 29

15.8.1942 früh morgens Befehl der Sipo-SD zur Razzia per Telefon Organisator war der Leiter des Antwerpener Judenreferats, SS-Oberscharführer Erich Holm. 50 belgische Polizisten und drei Offiziere wurden für 20:30 Uhr zum Dienst beordert und angewiesen, bestimmte Straßen abzusperren. Um 22:00 Uhr durchkämmten dann Angehörige von SS und Feldgendarmerie die Häuser. Etwa 1000 Verhaftete wurden ins 25 km entfernte Mechelen gebracht.

16.8.1942 Verhaftung und Einweisung des Vaters in das Durchgangslager Kaserne Dossin in Mechelen

18.8.1942 Vater David auf dem IV. Transport des RSHA mit 998 Juden nach Auschwitz

20.8.1942 Ankunft in Auschwitz

21.8.1942 Tod des Vaters in Auschwitz

Gedenken

5.2.1957 Page of Testimony für den Vater David von Sohn Sanny Uri

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://gedenkbuch.muenchen.de/index.php?id=gedenkbuch_link&gid=14207

https://beeldbank.kazernedossin.eu/portal/media

http://www.tenhumbergreinhard.de/transportliste-der-deportierten/transportliste-der-deportierten-1942/transport-18081942-mechelen.html

https://www.ushmm.org/online/hsv/source_view.php?SourceId=19561

www.raoulwallenberg.net/general/ruth-kl-uuml-ger-mossad-le/

Rudolf Stern (Chawer aus Dortmund), Meine Aliyah – 13. Oktober 1939 – 29. Januar 1940; unveröffentliches Manuskript, 1987

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130429404

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11208385

https://blha-recherche.brandenburg.de/detail.aspx?ID=2183926

https://www.mappingthelives.org

https://www.myheritage.de/research

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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