Bertha Brandel Gräber
*17.12.1913 in Kolbuszowa; ✡ 15.10.1938 in Freienstein/Berlin
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Efraim Gräber *4.10.1885; ✡25.3.1935 in Berlin
Mutter unbekannt
Geschwister unbekannt
Beruf Landwirtschaftliche Praktikantin
Adressen Kolbuszowa; Berlin; Freienstein
Heirat ledig
Kinder –
Weiterer Lebensweg
Hachschara auf Gut/Kibbuz Freienstein
Besitzer des Gutes war der Berliner Bankier Dr. Günther Jaffe, der nach dem Konkurs der Privatbank Jaffe mit seiner Familie von Berlin nach Freienstein zog.
10.7.1937 Eröffnung des Hachscharabetriebs in Freienstein in Trägerschaft des zionistischen Pfadfinderbundes Makkabi Hazair
10.7.1938 Feier des einjährigen Bestehens
10.11.1938 der Hof wird im Novemberpogrom überfallen, ein kleinerer Brand kann rasch gelöscht werden; Jaffe als Lagerleiter und 20 Männer über 17 Jahren werden verhaftet und in das KL Sachsenhausen verbracht. Jaffe wird am 12.12.1938 entlassen, der Hof wird arisiert. Jaffe flieht am 15.3.1939 mit seiner Familie nach Caracas, Venezuela, zu seinem Bruder dem renommierten Pathologen Prof. Rudolph Jaffe.
15.10.1938 Brandel Bertha Gräber stirbt in Berlin nach kurzer schwere Krankheit vermutlich im Jüdischen Krankenhaus Iranische Straße und wird auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee beigesetzt
Gedenken

Mitteilung des Jüdischen Friedhof Weißensee:
„Brandel Gräber (17.12.1913 Kolbuszova – 15.10.1938 Berlin), wurde unter Bestattungsnummer 99202 im Gräberfeld G 7 in der Reihe 26 beigesetzt. Der Grabstein aus dem Jahr 1939 ist umgefallen, die Inschrift nicht sichtbar.“
Die Beerdigung wurde von ihrem Onkel Samuel Listig bestellt. Er wohnte wie Bertha Brandel in der Dragonerstraße 46a (heute Max-Beer-Straße). Vermutlich ist dessen Frau Frieda geb. Konitz mit Bertha Gräber verwandt: Sie wurde am 9.6.1889 wie Bertha Gräber in Kolbuszowa geboren. Die Familie Listig hat die NS-Zeit leider nicht überlebt.
Der Vater von Bertha Gräber wurde ebenfalls im Gräberfeld 7 auf dem Friedhof Weißensee 1935 beigesetzt; der Schneider Efraim Gräber, whft. Dragonerstr. 46a, wurde mit Bestattungsnummer 91391 im Gräberfeld G 7 in der Reihe 17 beigesetzt. Der Grabstein ist umgefallen und die Inschrift nicht sichtbar.
Quellen
https://www.mappingthelives.org
Mitteilung des Jüdischen Friedhof Weißensee
https://www.myheritage.de/research
http://freienstein-pommern.de/
Peter Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History