Kokerbeck Helga

Helga Johanne Kokerbeck

*11.11.1924 in Bielefeld; ✡11.1.2018 in Odder Dänemark

Staatsangehörigkeit polnisch

Religion jüdisch

Vater Friedrich Wilhelm Paul Kokerbeck *10.12.1897 in Bielefeld; ✡25.8.1977

Mutter Martha Grünewald *8.6.1892; nach 8/1942 in Riga

1.Ehe mit Friedrich Kokerbeck *10.12.1897 in Bielefeld; ✡25.8.1977

Scheidung in Leipzig

2.Ehe am 29.6.1940 mit Peretz Paul Libowski *8.9.1892 in Schirwind; ✡1942 in Riga

Geschwister

Herbert Kokerbeck / Jonathan Kinarti *13.3.1923 in Bielefeld; ✡ ?

Tante? Betti Grünewald geb. Libowski*28.9.1908 in Stallupönen;

Beruf Haushälterin

Adressen Leipzig Bielefeld;

Heirat Hans Peder Ravn

Kinder eins

Weiterer Lebensweg

27.6.1939 Tochter Helga zur Ausbildung (Hachschara) in die Gartenbauschule Ahlem

Helga in Dänemark und Schweden

1939 Schwester Helga zur Einzelhachschara auf Bauernhöfen in Dänemark

Ausnahmezustand in Dänemark 1943

9.4.1940 Einmarsch der Deutschen in Dänemark; Dänemark bleibt in Teilen autonom bis zum Oktober 1943

5.11.1940 Helga bei dänischem Census in Voerladegard/Aarhus im Haushalt von Kaufmann Ivegaard Petersen

29.8.1943 Die deutschen Besatzer verkünden den „Ausnahmezustand“ wegen zunehmender Widerstandaktionen

17.9.1943 Adolf Hitler befiehlt die Endlösung für die Juden in Dänemark

September 1943 Anordnung von Werner Best, SS-Obergruppenführer und Generalbevollmächtigter für Dänemark

„Die Festnahme der zu evakuierenden Juden erfolgt in der Nacht vom 1. zum 2.10.43. Der Abtransport wird von Seeland zu Schiff (ab Kopenhagen), von Fünen und Jütland mit der Bahn Sonderzug durchgeführt“.

28.9.1943 der deutsche Diplomat Georg Ferdinand Duckwitz verrät die geplante Deportation bei einem Treffen mit dänischen Sozialdemokraten.

Oktober 1943 7700 Juden können sich mit Hilfe der dänischen Bevölkerung in einer Massenflucht über den Øresund (Ostsee) nach Schweden retten.

23.10.1943 Schwester Helga und Ehemann Hans Ravn von Kopenhagen nach Bärsebeck

Der Brüderhof in Harksheide

1938 bis März 1939 Jonathan Kokerbeck in der „Mittleren Hachschara“ auf dem Brüderhof

Im Novemberpogrom bleibt der Brüderhof von Verwüstungen verschont, vermutlich weil Pächter Leuschner NSDAP-Mitglied war. Es sollen aber vier ältere Chaluzim verhaftet worden sein.

27.1.1939 Passausstellung für Herbert in Bielefeld

März 1939 Auflösung des Kibbuz nach Kündigung des Pachtvertrages.

Herbert Kokerbeck kann mit seinen Chaluzim von der mittleren Hachschara mit Studentenzertifikaten der Jugendalija nach Palästina emigrieren. Die über 17-jährigen gehen zum Teil nach Dänemark.

13.3.1939 Alija, Einreise in Haifa mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija Kategorie B(III)

Deportation Bielefeld Riga

November 1941 Deportationsbefehl der Gestapo,

11.12.1941 Verbringung in den großen Saal des Kyffhäuser

13.12.1941 Die Mutter mit dem Stiefvater Peretz Libowski und ihrer Schwester Jenny Grünebaum von Bielefeld nach Riga Skirotawa

16.12.1941 Ankunft Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto Riga; Unterbringung in der Bielefelder Straße, Bielefelder Haus

Verzeichnis der Personen, die am Montag, dem 10.8.42 im Gewerbebetrieb eingestellt sind

10.8.1942 Martha Libowski auf der Liste der im Gewerbebetrieb im Ghetto Riga Beschäftigten

Juli-2. November 1943 schrittweise Auflösung des Ghettos; Einrichtung des Konzentrationslagers Riga-Kaiserwald und verschiedener Betriebslager mit lokaler Kasernierung; Kommandant des KL Kaiserwald Sturmbannführer Albert Sauer

Gedenken

13.4.1999 Page of Testimony für die Mutter und den Stiefvater Paul von Jenohatan Kokerbeck

Quellen

https://safe-haven.dk

https://safe-haven.dk/fileadmin/user_upload/Uppgift_Ravn__Helga_Johanne.pdf

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Dänische Volkszählung 5.11.1940

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

BillionGraves

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

Sieghard Bußenius, Die Ausbildungsstätte des Hechaluz auf dem Brüderhof bei Harksheide, HaGalil 2007

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert