Kolko Max

Max Majer Kolko

*15.1.1920 in Grajewo Polen; ✡ 14.1.2012 in Hvidovre, Dänemark

Staatsangehörigkeit polnisch

Religion jüdisch

Vater Moses Kolko; ✡vor 1945 in Polen

Mutter Nella Gerszuni; ✡vor 1945 in Polen

Geschwister

Isaac Kolko *16.9.1906 in Grajewo; ✡vor 1945 in Polen

Cecilia Kolko *1905 in Grajewo; oo Brandt

Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant

Adressen Grajewo; Brüderhof; Hvidovre, Dänemark

Heirat Loni Rau

Kinder

Clara Kolko; oo Beckett

Weiterer Lebensweg

Besuch der Volksschule und Handelsschule

1923 Schwester Celia Kolko mit 18 Jahren nach Detroit ausgewandert

Der Brüderhof in Harksheide

Der Brüderhof in Harksheide beherbergte von 1934 bis 1939 einen Hachschara Kibbuz in Trägerschaft des Hechaluz. Die evangelische Einrichtung „Rauhes Haus“ hatte sie an den Bauern Leuschner verpachtet. Der große Hof bot Unterkunft für 35 Chaluzim.

Ab 1935 gab es hier auch eine „Mittlere Hachschara“ für 15-17-jährige Schulentlassene.

Max Kolko zur Hachschara auf den Brüderhof bei Tangstedt nördlich von Hamburg.

Amunbeliebtesten bei den Chaluzim war das Torfstechen im Zwickmoor. Max Kolko berichtet in einem Brief an Sieghard Bußenius:

„Wenn man am Abend nach Hause kam, war der Rücken wie zerbrochen“

Frühjahr 1938 Palästina-Zertifikate nur für die unter 18-Jährigen auf dem Brüderhof

Mai 1938 Max Kolko mit einer Gruppe der Älteren zur Einzelhachschara nach Dänemark.

Vor der „Polenaktion“ am 28.10.1938  flüchteten einzelne Chaluzim mit polnischem Pass über die Grenze nach Dänemark, einzelne mussten mit 700 anderen ab Hamburg Altona nach Zbaszyn fahren; der Hamburger Transport kam aber erst um Mitternacht an die bereits von Polen abgeschlossene Grenze und durften nach drei Tagen des Abwartens wieder nach Hamburg zurückkehren.

Im Novemberpogrom bleibt der Brüderhof von Verwüstungen verschont, vermutlich weil Pächter Leuschner NSDAP-Mitglied war. Es sollen aber vier ältere Chaluzim verhaftet worden sein.

März 1939 Auflösung des Kibbuz nach Kündigung des Pachtvertrages. Die Jugendlichen der mittleren Hachschara können nach Palästina emigrieren. Die über 17-jährigen gehen zum Teil nach Dänemark.

Auslandshachschara in Dänemark

Mai 1938 Max Kolko mit einer Gruppe vom Brüderhof zur Hachschara

5.11.1940 Max Kolko bei dänischen Census in Hørve, Vallekilde-Hørve, Ods, Holbæk bei Bauer Helge Bendsen auf Einzelhachschara als „Landbrugseleve“

Ausnahmezustand in Dänemark 1943

1939 Emigration nach Dänemark zur Hachschara auf einzelnen Bauernhöfen

9.4.1940 Einmarsch der Deutschen in Dänemark; Dänemark bleibt in Teilen autonom bis zum Oktober 1943

29.8.1943 Die deutschen Besatzer verkünden den „Ausnahmezustand“ wegen zunehmender Widerstandaktionen

17.9.1943 Adolf Hitler befiehlt die Endlösung in Dänemark

September 1943 Anordnung von Werner Best, SS-Obergruppenführer und Generalbevollmächtigter für Dänemark

„Die Festnahme der zu evakuierenden Juden erfolgt in der Nacht vom 1. zum 2.10.43. Der Abtransport wird von Seeland zu Schiff (ab Kopenhagen), von Fünen und Jütland mit der Bahn Sonderzug durchgeführt“.

28.9.1943 der deutsche Diplomat Georg Ferdinand Duckwitz verrät die geplante Deportation bei einem Treffen mit dänischen Sozialdemokraten.

Oktober 1943 7700 Juden können sich mit Hilfe der dänischen Bevölkerung in einer Massenflucht über den Øresund (Ostsee) nach Schweden retten.

18.10.1943  Max Kolko auf einem dänischen Fischerboot von Kopenhagen nach Malmö

Rückkehr nach Dänemark

14.1.2012 Tod von Max Kolko in Hvidovre bei Kopenhagen

Gedenken

21.8.1972 Pages of Testimony für die Eltern und Bruder Isaak von Schwester Cecilia Brandt

Quellen

https://safe-haven.dk

https://safe-haven.dk/fileadmin/user_upload/Uppgift_Kolko__Majer.pdf

Volkszählung in Dänemark von 1940 – Max Kolko

Sieghard Bußenius, Die Ausbildungsstätte des Hechaluz auf dem Brüderhof bei Harksheide, HaGalil 2007

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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