Isaak Abraham Bubi Wolff
*25.4.1918 Aurich; ✡ 18.3.2006 in Buenos Aires
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch

Vater Abraham Wolff *7.7.1883 in Aurich; ✡11.5.1952 in La Juanita Monigotes
Heirat der Eltern 21.2.1913 in Zimmersrode, Fritzlar
Mutter Mathilde Katz *22.4.1884 in Gilsa, Hessen; ✡ 23.7.1955 in La Juanita Monigotes
Geschwister
Erna Wolf *8.6.1915 in Aurich; ✡ 25.4.2000; oo 1939 Hermann Altberger (1913-1986)
Manfred Wolff *11.9.1920 in Aurich; ✡4.11.1992 Buenos Aires; oo Ruth Löwenstein (*10.4.1921 in Korbach)
Ruth Wolff *29.11.1921 in Aurich; ✡ 2.12.1992; oo Walter Pins (*27.7.1919 in Dülmen)
Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant; Tischler
Adressen Aurich, Markstraße 5, Lilienstraße 12; Neuendorf; Buenos Aires
Heirat in Buenos Aires Hilde Stein *8.12.1923 in Kleinkrötzenberg; ✡10.1. 2005 in Buenos Aires
Sohn
Mario Alejandro Wolff *22.8.1957 in Buenos Aires
Weiterer Lebensweg
Isaak nach Hamburg zur Tischlerlehre
16.6.1936 Hermann Altberger in den Hachschara-Kibbuz Rissen in Altona (Hamburg)
Schwester Erna und Hermann Altberger fliehen nach Argentinien und erwerben dort in der jüdischen Siedlung Monigotes Land; Monigotes war bereits 1888 von russischen Juden gegründet worden.
Novemberpogrom in Aurich
10.11.1938 Novemberpogrom in Aurich; die Verwüstungen und das Abbrennen der Auricher Synagoge wurden vom Führer des Auricher SA-Sturmbannes Eltze angeführt. Dieser war von der SA-Gruppe Nordsee vermutlich kurz vor Mitternacht informiert worden.
Isaak Wolff mit seinem Vater und Bruder Manfred sowie auch alle männlichen Juden verhaftet und in der Landwirtschaftlichen Halle „Bullenhalle“ in Aurich interniert
10.11.1938 SA-Sportwart Wilhelm Bock ließ die „Aktionsjuden“ in der „Bullenhalle“ und auf dem Ellernfeld in entwürdigender Weise „Sport“ treiben. Die Gestapoleitstelle Wilhelmshaven ordnet an, die Juden in „Schutzhaft“ zu nehmen und in das Gerichtsgefängnis zu bringen. Zuvor werden einige ältere Männer nach Hause entlassen.
10.11.1938 18.00 Uhr 42 Männer in das Gefängnis von Aurich eingesperrt
11.11.1938 am Morgen werden die 42 Auricher mit Bussen nach Oldenburg gefahren, wo sie mit etwa 250 Juden aus Ostfriesland in einer Kaserne interniert werden
Letztlich werden etwa 1.000 jüdische Ostfriesen, Oldenburger und Bremer mit der Bahn in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert.
Isaak Wolff eingewiesen als Aktionsjude im KL Sachsenhausen; Häftlingsnummer 10515
Wegen seiner Tischlerkenntnisse muss Isaak beim Aufbau des kleinen Lagers für die jüdischen Gefangenen im KL Sachsenhausen mithelfen

13.12.1938 Entlassung von Bruder Manfred, Vater Abraham und Isaak Wolff aus dem KL Sachsenhausen
Dezember 1938 die Familie meldet sich aus Aurich ab
Die Familie reist mit dem Zug nach Genua, von dort per Schiff nach Argentinien; sie hatten noch Visa bekommen können, trotz der eigentlich von der argentinischen Regierung durch das geheime Circular 11 angeordneten Weisung an die Botschafter, keine Visa mehr auszustellen für Personen, „die ihre Herkunftsländer als Unerwünschte oder Verstoßene verlassen“.
3.2.1940 Ankunft der Familie in Buenos Aires
Die Familie geht in die jüdische Siedlung Monigotes in der bereits Schwester Erna und Mann Hermann Altberger Fuss gefasst haben
Bruder Manfred geht in die bekanntere, heute noch existente jüdische Siedlung Moises Ville in der Provinz Santa Fe
Gedenken
19.9.1918 Sieben Stolpersteine für Isaak, seine Eltern Abraham und Mathilde Wolff, und seine Geschwister Manfred und Ruth Pins, sowie Erna und Hermann Altberger
Quellen
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4092033
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://stolpersteineaurich.com/2010/01/19/abraham-isaak-wolff/ https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316