Wahrhaftig Selma

Selma Wahrhaftig

*28.4.1922 in Berlin; ✡ ? in Australien

Staatsangehörigkeit polnisch, staatenlos

Religion jüdisch

Vater Chaim Wahrhaftig *27.11.1893 in Lezajsk; ✡ vor 1945 in Polen

Mutter Chaja Nellenbogen *17.3.1883 in Przemysl; ✡1

Geschwister

Sophie Wahrhaftig *26.1.1920 in Berlin; 15.5.1942 Tod im KL Kulmhof

Edith Wahrhaftig *27.6.1925 in Berlin; ✡ 6.4.1945 in Bergen-Belsen

Beruf Landwirtschaftliche Praktikantin

Adressen Berlin, Sophienstraße 5

Heirat 9.9.1945 in Amsterdam mit Cornelis Lindemanns *9.11.1917 in Rotterdam

Kinder

Willem Wahrhaftig *1945 in Amsterdam

Weiterer Lebensweg

Ostern 1928 Einschulung in die jüdische Volksschule

5.5.1933 Wechsel auf die jüdisch-orthodoxe Privat Adass Jisroel in Berlin

29.7.1936 Austritt aus der Adass Jisroel Schule

1.Polenaktion

28.10.1938 Vater Chaim Wahrhaftig verhaftet in Berlin und ausgewiesen nach Zbaszyn

Adresse Zbaszyn, Jezioma 5

17.5.1938 Mutter Chaja und Schwester Sophie in Berlin Schöneberg Apostel-Paulus-Straße 15

18.6.1939 Ausweisung der Mutter nach Polen

27.10.1941 Schwester Sophie auf dem Osttransport von Berlin ins Ghetto Lodz

15.5.1942 Deporationder Schwester Sophie aus Lodz und Tod im KL Kulmhof

Selma in den Niederlanden

6.12.1938 die Mutter setzt die Schwestern Selma und Edith mit den Cousinen Lotte, Rosa und Adolf Wahrhaftig in einen Fernzug von Berlin nach Nijmegen.

9.1.1939 Huize Overvoorde, van Vredenburchweg 174, Rijswijk

13.9.1939 Huis ten Vijver, Dwarsweg 3, Scheveningen

31.5.1940 Den Haag, v. Limburg Stierumstr. 74, beim Onkel Moses Wahrhaftig

Der Aufbau des Werkdorp Nieuwe Sluis

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija).

Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.

Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs

Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.

Anfang 1937 Offizielle Eröffnung der nun fertiggestellten Anlage.

5.9.1940 Selma Wahrhaftig zur Hachschara Werkdorp Wieringen, Nieuwesluizerweg 42, Slootdorp (Wieringen)

Auflösung des Werkdorp und die zweite große Razzia in Amsterdam

20.3.1941 Auflösung des Werkdorp durch den SD der SS; 210 der 290 Lehrlinge werden nach Amsterdam verbracht und in Familien untergebracht; Gerd Vollmann berichtet darüber:

„Am 20. März kamen morgens blaue Busse von der Amsterdamer Gemeindebahn am Rande des Polders. … Die ca. 300 Werkdörfler wurden inspiziert durch Lages in Uniform und Barbie in Zivil.

Willy Lages, SS-Sturmbannführer, Leiter des Sicherheitsdienstes in Amsterdam; Klaus Barbie, SS-Obersturmführer, Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam

Unser Betriebsleiter Kemmerlin sorgte dafür, dass ca. 60 Jungen und Mädels bleiben durften, um das Vieh usw. zu versorgen. Die anderen kriegten 10 Minuten die Gelegenheit, um etwas zu packen und dann wurden wir mit Bussen nach Amsterdam gebracht…“

Unterbringung der 210 Werkdorper zunächst in Asschers Diamantschleiferei im Amsterdamer „Pijp“

27.3.1941 Unterbringung der Werkdorper in Gastfamilien oder bei Verwandten;

30.5.1941 Selma Wahrhaftig wohnt Rubensstraat 58, Amsterdam

1.8.1941 endgültige Schließung des Werkdorpes.

Jeugdhuis Plantage Franschelaan 13 in Amsterdam

10.11.1941 Ernst Rosenbaum zusammen mit Gerhard Hirsch, Hans Joseph, Günter Levy, Harald Rosenbach, Norbert Schweitzer, Hans Stern und Gert Herz zur Eröffnung ins Jugendheim des Joodse Raad, Plantage Franschelaan 13

Viele Werkdorper wurden nach der Auflösung des Werkdorps hier untergebracht, vor allem die älteren, später durften auch jüngere Geschwister hier wohnen. Das Gebäude gehörte dem Joodse Raad, ebenso wie das Haus auf der Nicolaas Witsenkade 14, wo auch Werkdorper wohnten. Hier wohnten zwischen November 1941 und April 1943 67 Personen, davon 44 Werkdorper

21.1.1943 Selma Wahrhaftig in das Jeugdhuis, Pl. Franschelaan 13

21.1.1943 Selma Wahrhaftig in das Jeugdhuis, Pl. Franschelaan 13

27.4.1943 Amsterdam, Pretoriusstraat 89-III

1943 Selma Wahrhaftig geht als „onderduiker“ in ein Versteck

1945 Selma überlebt als „onderduiker“ im Versteck

7.6.1955 Auswanderung nach Melbourne, Australien

Gedenken

Quellen

http://dokin.nl/deceased-children/Adi-Alie-Adolf-Wahrhaftig-born-3-Feb-1928

http://dokin.nl/surviving-children/Rosa-Wahrhaftig-born-16-Sep-1923

http://dokin.nl/surviving-children/Selma-Wahrhaftig-born-28-Apr-1922

http://dokin.nl/deceased-children/Edith-Wahrhaftig-born-27-Jun-1925

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1175144

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1175106

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1175055

http://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://collections.arolsen-archives.org/en/document/130395618

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Wahrhaftig%201922%22%7D

https://infocenters.co.il/gfh

https://www.mappingthelives.org

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Wahrhaftig%201922%22%7D

https://collections.arolsen-archives.org/en/document/130395615

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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