Rath Arthur

Arthur Aron Rath

*22.1.1919 in Essen; ✡ 1.9.2017

Staatsangehörigkeit  staatenlos

Religion jüdisch

Vater Otto Adolf Rath *27.2.1886 Korshov, Galizien; ✡?

Heirat der Eltern 1915

Mutter Anna Malka Schönbach in Galizien; ✡?

Geschwister

Bianca, Gerda, Arthur, Julius Rath

Uri Julius Rath *16.2.1916 in Essen; ✡25.2.1986 in Boston, Massachusetts

25.2.1986 in Boston, Massachusetts

Gerda Dora Rath *18.5.1917 in Essen

Bianca Rath *7.8.1920 in Essen; ✡ 13.1.1992 in Queens, NY; oo Tinianow

Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant

Adressen  Essen, Kirchstraße

Heirat 1965 in Queens Harriet Chersky

Kinder

Weiterer Lebensweg

1924 Mit fünf Jahren im laufenden Schuljahr eingeschult in der Jüdischen Volksschule, Lehrer Levinson, Spitzname „Spinnewipp“

1925-1928 mit Bruder Julius in eine jüdische Kleinschule in Oettingen, einer Kleinstadt in Franken geschickt.

1928 Wechsel auf das humanistische Gymnasium in Amberg, Franken; Paul Lang, der Neffe seines Gastvaters wird ein lebenslanger Freund.

Die Geschwister Julius und Gerda emigrieren nach Palästina

2.5.-12.5. 1936 Vater Adolf auf der SS Westernland von Antwerpen nach New York; er besucht dort seinen Onkel M.J. Fischer;

Heimatadresse ist Essen, Kirchstraße

Februar 1937 Abitur in Amberg

Sommer 1937 Besuch der „Breuer-Jeshiva“ in Frankfurt

April -August 1938 Universität Hamburg, ungezielter Besuch verschiedenster Seminare

Jugendleiter im einem jüdischen Sommercamp; Rückkehr nach Essen

6.9.1938 Vater Adolf schickt ihn ab Aachen mit dem Taxi nach Maastricht; von dort zu seiner Tante nach Den Haag

September 1938 die Eltern und Schwester Bianca folgen nach Den Haag

Er besucht für einige Monate die Ambachtschool, merkt aber schnell, dass das Metallhandwerk nichts für ihn ist. Eintritt in den BACHAD.

Anfang Juni 1939 wird er mit seinem Vater zwangsweise in das Flüchtlingslager „Quarantaine Heijplaat“ eingewiesen.

18.6 1939 – 28.11.1939 Einweisung von 218 Passagieren der ST. LOUIS in der ehemaligen Quarantänestation Heijplaat

1.9.1939 Überfall der Wehrmacht auf Polen

Oktober 1939 Arthur Rath mit einer kleinen Gruppe aus Heijplaat in das Camp Nieuwmarkt im Rotlichtviertel von Amsterdam

November 1939 abgestellt zum Aufbau des Vluchtelingencamp Westerbork; der Vater verhandelt mit der Misrachi-Organisation „Dath we Eretz“ die Geld für Unterkunft und Verpflegung verlangt

Kibbuz Franeker

März-Juli 1936 Bruder Julius Rath im Kibbuz Franeker, Friesland

30.11.1939 Bahnreise nach Franeker, Moshe Heller (Foto) holt ihn an der Station ab;

Kibbuz Franeker vorn v.l. Aron Rath, ?, Erich Levy, ?; stehend 2. v. re Hannah Levy, 3. v. re. Moritz Heller

Der 1935 von einem Arzt aus Franeker gegründete Kibbuz der religiösen Zionisten des Misrachi „Dath we Eretz“ bestand bis zu seiner Auflösung durch eine Razzia am 3. November 1941. Etwa 20 Jugendliche konnten in dem alten Bahnhof Harlinger Weg 45 unterkommen

Träger Misrachi/ Dath Waäretz; Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘. Die Hachschara Organisation hieß Dath Waäretz

30.11.1939 Arthur Rath zur Hachschara in den Kibbuz Franeker; er arbeitet als Volontär bei Bauer Kikstra

September 1940 wegen des Räumungsbefehls für alle Juden in den Küstenregionen mussten die Eltern und Schwester nach Utrecht umziehen

3.11.1941 Verhaftung von 20 Bewohnern bei einer Razzia des SD auf Grund einer Verleumdung; laut SS Hauptsturmführer Ferdinand aus der Fünten, Leiter der Zentralstelle für Jüdische Auswanderung in Amsterdam, wurde ihnen unterstellt: Wirtschaftssabotage (Hamstern), unerlaubtes Verlassen des Kibbuz und Abhören von Feindsendern (BBC)

Verbringung ins Gefängnis Blokhuispoort in Leeuwarden

Kamp Westerbork

17.12.1941 Einweisung der Franeker-Chaluzim in das Kamp Westerbork; er arbeitet mit anderen Chaluzim außerhalb des Kamps bei Bauern

Mai/Juni 1942 Einsatz beim Ausbau des Kamp Westerbork, wo bereits große Baracken mit Stockbetten gebaut werden

Juni 1942 die Familie beschließt, nach Süd Frankreich zu fliehen; er nutzt einen 3-Tage Urlaub zur Erklärung seiner Vermögensverhältnisse in Amsterdam zur Fahrt zu seiner Familie nach Utrecht.

Bahnfahrt nach Rosendaal; der Grenzübertritt gelingt erst im zweiten Anlauf;

Juli 1942 er trifft seinen Vater ihn Marseille wieder.

August 1942 Sein Vater und er entgehen einer großen Razzia in Marseille als alle Flüchtling in die großen Internierungscamps gebracht werden.

August 1942 mit Schwester Bianca gelingt die Flucht durch Schleuser nach Genf und weiter nach Zurich, wo er sich den schweizerischen Behörden stellen muss, die ihn letztlich in das Flüchtlingslager Gyrenbad bringen.

3./4.12.1942 die körperlich fitten Häftlingen werden in ein Arbeitslager bei Lugano verbracht.

März/April 1943 Verlegung in das Arbeitslager Bonstetten bei Zürich

Sommer 1943 erneuter Wechsel in ein neugeschaffenes Arbeitslager für gläubige Juden in Chaloet bei Court

Die religiösen Camps werden wieder aufgelöst und nach Raon ins Rhonetal verlegt

Dezember 1944 Entlassung aus dem Camp mit der Erlaubnis die Dolmetscher-Schule in Genf zu besuchen

8.5.1945 Freudenfest in Genf nach Kriegsende

Nachkriegszeit

September 1945 Immatrikulation in der Philosophischen Fakultät der Uni Basel und der Schule für Jüdisches Lehramt

11.1.1952 Einwanderung USA, Ankunft in New York

Studium in Boston

Arbeit bei der NY Public library

1957 Einbürgerung in Cleveland

Gedenken

Grabstein für Arthur Rath auf dem New Montefiore Cemetery, West Babylon, Suffolk, New York

Quellen

Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002

Arthur Rath, Autobiografie; Link: https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=IE246183

Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998

Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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