Essen van Joel

Joel van Essen

*24.9.1916 in Groningen ; ✡ 15.3.1945 in Bergen-Belsen

Staatsangehörigkeit Niederlande

Religion jüdisch

Vater Julius van Essen *3.7.1884 in Dalfsen; ✡ 23.7.1943 in Sobibor

Heirat der Eltern 30.6.1914 in Zwolle

Mutter Vrouwtje Frank *11.9.1891 in Zwolle; ✡23.7.1943 in Sobibor

Geschwister

Leo Salomon Joel van Essen *18.5.1915 in Groningen; ✡ 1.12.1943 in Auschwitz; oo Duifje Denneboom (*10.10.1922, 22.3.1945 in Bergen-Belsen

Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant

Adressen Groningen, H.W.Mesdagstraat 75; Beverwijk/Velsen; Franeker

Heirat  ledig

Kinder

Weiterer Lebensweg

Mutter Vrouwtje war aktive Zionistin

10.5.1939 Leo zur Einzelhachschara in Voorst bei der Deventer Vereeniging 14.6.1939 Joel im Kibbuz Beverwijk

Kibbuz Dath Waäretz in Beverwijk

Kibbuz DathWaäretz; der Kibbuz bestand von 1937 bis Ende 1940; Hachscharaorganisation des BACAHAD in der orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘. Die Hachschara Organisation hieß Dath Waäretz.

Die Ausbildung erfolgte bei Bauern und Handwerkern der Umgebung. Zusätzlich wurden Kurse an der Lagere Landbouwschool in Assendelft besucht.

Kibbuz Franeker

Der 1935 vom Arzt Dr. Jacob und seiner Frau Lina Bramson aus Franeker gegründete Kibbuz der religiösen Zionisten des Misrachi „Dath Waäretz“ bestand bis zu seiner Auflösung durch eine Razzia am 3. November 1941.

Träger Misrachi/ Dath Waäretz; Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘. Die Hachschara Organisation hieß „Dath Waäretz“

29.3. 1934 als erster Chaluz von Franeker bezieht Wolf Tempel ein Zimmer an der Dijkstraat 1;

April 1935 Anmietung des alten Bahnhofsgebäude am Harlinger Weg 45 für den des Kibbuz Franeker es konnte etwa 25 Bewohner aufnehmen, anfangs waren es 10-15, zuletzt bis zu 30 Chalutzim. Zuvor wohnten die Chaluzim in den Haus Noorderbolwerk 13.

Jacob Bramson kümmerte sich persönlich um die sorgfältige Auswahl die Bauernhof-Stellen.

Die geistliche Betreuung übernahm Oberrabbi Lewinson aus Leeuwarden

17.11.1939 Joel van Essen aus dem Kibbuz Beverwijk kommend angemeldet im Kibbuz Franeker

Nicht abgemeldet aus Franeker

3.11.1941 am Tag der Razzia war er wohl nicht in Franeker.

3.11.1941 Verhaftung der Bewohner bei einer Razzia des SD auf Grund einer Verleumdung; laut SS Hauptsturmführer Ferdinand aus der Fünten, Leiter der Zentralstelle für Jüdische Auswanderung in Amsterdam, wurde ihnen unterstellt: „Wirtschaftssabotage (Hamstern), unerlaubtes Verlassen des Kibbuz und Abhören von Feindsendern (BBC)“

Verbringung von 13 Chaluzim ins Gefängnis Blokhuispoort in Leeuwarden; sie sollten zur „Sonderbehandlung“ nach Mauthausen; Levinson, Oberrabbi in Leeuwarden kann aber erreichen, dass die Niederländer Lea Frank, Max Bollegraf und Eli Ascher entlassen werden und die anderen „nur“ in das Kamp Westerbork müssen

Onderduiker im Versteck

Joel taucht mit der jüngsten Schwester seiner Schwägerin Duifje Denneboom und deren Mutter in Zeist unter. Joel wird verraten. Die anderen beiden überleben.

28.2.1942 im KL Amersfoort

15.4.1943 Zwangsumzug der Eltern nach Amsterdam, Tugelaweg 43,

Kamp Westerbork

17./29.12.1941 Verbringung der 10 Franeker Chaluzim aus Leeuwarden: Rachel (‘Mimi’) Brandweiner, Hans Martin Cohn, Benno Freimann, Walter Goldschmidt, Moshe Heller, Hannah Levy, Isidor Malz, Arthur Rath, Adelheid Rothschild, Otto Zeichner

3.-5.10.1943 Verbringung aller jüdischer Zwangsarbeiter aus den Werkkampen nach Westerbork; die Ehefrauen werden bei Razzien verhaftet, so auch Bruder Salomon und seine Frau Duifje.

14.9.1943 Deportation der älteren Chaluzim (über 20 Jahre) von Westerbork nach Auschwitz; auf diesem Transport befanden sich mehrere orthodoxe Chaluzim u.a. Ernst Cosmann, Heinz Friedländer, Arnold ErlangerKarl Elias, Erwin Moses sowie die Brüder Wolff Wolffs und Lazarus Wolffs.

14.9.1943 Bruder Salomon mit der Gruppe der über 20-jährigen Chaluzim von Westerbork nach Auschwitz;

16.9.1943 Ankunft und Selektion der ‚Alten Rampe‘ am Güterbahnhof von Auschwitz; eingewiesen in Auschwitz III zum Aufbau des IG-Farben Werkes Buna Monowitz, auf LKW in die Quarantäneblöcke des „Arbeitslager Buna“ gebracht; Tätowierung der Auschwitzhäftlingsnummer in den linken Unterarm

Bruder Salomon in Auschwitz für 2 Monate in einer Außenkolonne zur Landarbeit

14.11.1943 Tod von Bruder Salomon im „Häftlingskrankenbau“ (HKB) des KL Monowitz nach Mitteilung des einziger Überlebenden dieser Chaluzim-Gruppe Arnold Erlanger

21.6.1943 beide Eltern von Amsterdam in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

20.7.1943 beide Eltern auf dem letzten Transport von Westerbork ins KL Sobibor

27.11.1943 Internierung von Joel van Essen im Kamp Westerbork

Austauschtransporte von Westerbork nach Bergen Belsen

Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.

Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.

11.-12.1.1944 auf dem zweiten Transport von 1037 „Austauschjuden“ mit vielen Chaluzim nach Bergen Belsen

15.3.1945 Tod von Joel van Essen im Sternlager von Bergen-Belsen

Gedenken

Stolpersteine für die Eltern in Groningen

2022 Joods monument Kibboets Franeker Harlingerweg mit 24 Opfernamen

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130284885

https://www.myheritage.de/research

https://historischcentrumfraneker.nl/inwoners

Kelly Bauer, Syds Wiersma, Kibboets op de Klei, Fries Film Archief Leeuwarden, 2020

Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020

Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002

Hannelore Grünberg-Klein, Zolang er nog tranen zijn, Nijgh & Van Ditmar, 2015

Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998

Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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