Ehrenfried Günter

Günter Luis Ehrenfried

*23.6.1921 in Berlin; ✡13.10.1941 in Mauthausen

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Georg Bruno Ehrenfried *23.6.1889 in Frankfurt; ✡?

Heirat der Eltern 8.6.1919 in Leipzig

Scheidung der Eltern 29.9.1942 in Zürich

Mutter Käthe Hassmann *8.9.1893 in Leipzig; ✡ 2.7.1943 in Sobibor

Geschwister keine

Beruf Schlosser

Adressen Berlin; Breslau; Amsterdam,

Heirat ledig

Kinder

Weiterer Lebensweg

18.5.1936 Günter Ehrenreich flüchtet mit der Mutter aus Breslau nach Amsterdam

10.5.1940 Einmarsch der Wehrmacht in die neutralen Niederlande.

10.1.1941 Beginn der systematischen Registrierung der Juden in den Niederlanden

1941 Vater Georg Ehrenfried flüchtet in die Schweiz und überlebt dort

Auflösung des Werkdorp

20.3.1941 Auflösung des Werkdorp durch den SD der SS; 210 der 290 Lehrlinge werden nach Amsterdam verbracht und in Familien untergebracht; Gerd Vollmann berichtet darüber:

„Am 20. März kamen morgens blaue Busse von der Amsterdamer Gemeindebahn am Rande des Polders. … Die ca. 300 Werkdörfler wurden inspiziert durch Lages in Uniform und Barbie in Zivil.

Willy Lages, SS-Sturmbannführer, Leiter des Sicherheitsdienstes in Amsterdam; Klaus Barbie, SS-Obersturmführer, Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam

Zweite große Razzia in Amsterdam

14.5.1941 Bombenexplosion im Marine-Offiziersclub Amsterdam auf der Bernard-Zweerskade ist Anlass für Verhaftungswelle

Juni 1941 Zweite große Razzia in Amsterdam; der SD geht bei dieser Razzia anders vor als bei der ersten Razzia im Februar 1941, bei der  Juden wahllos auf der Straße aufgegriffen und festgenommen wurden; bei der zweiten Razzia nutzen die Deutschen Adresslisten und gehen gezielt zu den Häusern von dem sie wissen, dass dort Juden leben.

11.6.1941 SS-Obersturmführer Klaus Barbie von der „Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam“ erschleicht sich durch Täuschung die Adresslisten der „Werkdorper“

11.6.1941 „Vergeltungsmaßnahme“ 300 vorwiegend Jugendliche, davon 61 „Werkdorper“ im Durchgangslager Schoorl inhaftiert; von ihnen werden vier, die keine vier jüdischen Großeltern haben, freigelassen.

Von Dezember 1940 bis August 1941 war SS-Untersturmführer Hans Stöver Kommandant des Camp Schoorl

Liste der im Mauthausen ermordeten Hechaluz-Mitglieder (Juni Groep)

22.6.1941 Deportation von Günter Ehrenfried mit den 296 in Schoorl Inhaftierten in das KL Mauthausen; dort werden sie durch extrem harte Arbeit im Steinbruch und oftmals tödliche medizinische Experimente ermordet; keiner überlebt das Jahr 1941

13.10.1941 Tod von Günter Ehrenfried in Mauthausen

Amsterdam – Westerbork – Sobibor

29.4.1942 alle Juden in den Niederlanden müssen den „Judenstern“ tragen

Mutter Käthe vermutlich untergetaucht

29.6.1943 Mutter Käthe eingewiesen in das polizeiliche Judendurchgangslager, Baracke 86

2.7.1943 Mutter Käthe auf den nächsten abgehenden Transport nach Sobibor gestellt

Nachkriegszeit

Juni 1946 Vater Georg wird im Flüchtlingscamp „La Colline“ in Teiteret interniert.

Gedenken

Quellen

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Ehrenfried%22%7D

Henny E. Dominicus, Mauthausen, een gedenkboek, Amsterdam 1999

https://acrobat.adobe.com/id/urn:aaid:sc:EU:3788160f-e50b-425a-b9a8-a092142001f1

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://yvng.yadvashem.org/ad

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

www.werkdorpwieringermeer.nl/

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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