
Gerhard Schlomo Chaim Gluskinos
*9.8.1913 in Breslau; ✡17.8.2011 in Bnei Brak
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Wilhelm Zeev Gluskinos *9.10.1881 in Posen; ✡1965
Mutter Judith Breslauer *1.1.1882 in Kepno; ✡ ?
Tante Rebekka Slagter geb. Gluskinos
Geschwister
Ruth Rebekka Gluskinos *1.9.1914 in Breslau; 19.2.1943 in Auschwitz
Irene Rebekka Gluskinos *20.5.1917 in Breslau; oo David Theo Goldschmidt (1917-1976)
Georg Itzchak Gluskinos *26.1.1921 Breslau; ✡Febr. 2015 Ramat Gan
Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant
Adressen Breslau, Wallstraße 13; Würzburg; Neuendorf;
Heirat Miriam Stern
Kinder fünf
Josef Gluskinos
Daniel Gluskinos
Weiterer Lebensweg
Aufenthalt in Würzburg, vermutlich in der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt
1937 Bruder Georg flüchtet in die Niederlande
Landwerk Neuendorf
Gerhard Gluskinos zur Hachschara ins Landwerk Neuendorf
1932 Gründung als Hachschara-Lehrgut auf dem Gut Neuendorf in Brandenburg; Besitzer Hermann Müller, US-Citizen; Trägerverein war die Jüdische Arbeitshilfe e. V. (Landwerk Neuendorf) in Berlin, Ungefähr 1200 Chawerim wurden zwischen 1932 und 1938 ausgebildet. Leiter des Landwerks von Beginn 1932 bis zum Novemberpogrom 1938 war Alexander Moch (1893–1977).
Im Novemberpogrom wurden 38 männliche Angestellte und Chaluzim im KL Sachsenhausen interniert. Gerhard Gluskinos bekommt die Häftlingsnummer 12269; Moch besorgte in England 150 Ausreisevisa, mit denen er die Gefangenen aus der Haft auslösen konnte.

19.1.1939 Entlassung von Gerhard Gluskinos aus dem KL Sachsenhausen
6.2.1939 Passausstellung für Gerhard Gluskinos in Breslau
27.3.1939 Alija von Gerhard Gluskinos nach Haifa, Einreise mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III)
17.5.1939 Eltern und Schwester Irene in Breslau, Wallstraße 13 bei Minderheiten-Volkszählung

1939-1941 Gerhard Gluskinos studiert an der Talmud Thora Schule in Jerusalem
4.2.1942 Einbürgerung von Gerhard Gluskinos in Palästina
Alija der Familie Gluskinos
27.3.1939 Alija von Gerhard Gluskinos nach Haifa, Einreise mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III)
25.8.1939 Die Eltern emigrieren zur Tochter Ruth nach Apeldoorn
16.7.1939 Boarding von Bruder Georg mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der SS DORA
12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht


30.11.1939 Legale Alija der Eltern nach Palästina, Ankunft auf der SS MARCO POLO in Haifa
1.11.1940 Alija beth von Schwester Irene auf der SS PACIFIC, Ankunft in Haifa;
25.11.1940 Sprengstoff-Anschlag der Haganah im Maschinenraum der SS PATRIA, zu diesem Zeitpunkt waren bereits 1771 Ma’apilim (illegale Immigranten) auf das Schiff gebracht
Razzia in Apeldoorn – Kamp Westerbork
1939 Schwester Ruth von Emden in die Niederlande zunächst nach Borculo, dann Apeldoorn
17./18.11.1942 Schwester Ruth mit 67 Juden festgenommen bei einer Razzia in Apeldoorn
18.11.1942 Schwester Ruth in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork
16.2.1943 Ruth Gluskinos auf dem Transport von Westerbork mit 1108 Juden nach Auschwitz
Gedenken
1995 Page of Testimony für Schwester Ruth von Bruder Jitzchak
Stolperstein für Schwester Ruth in Apeldoorn, Burgemeester Tutein Noltheniuslaan 50
Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1581987
https://www.joodsmonument.nl/en/page/218427/ruth-rebekka-gluskinos
https://www.tracesofwar.com/sights/115266/Memorial-Stone-Burgemeester-Tutein-Noltheniuslaan-50.htm
https://www.joodsmonument.nl/en/page/593184/in-memoriam
BILDER & DOKUMENTE – הכשרות החלוץ בגרמניה – דור המשך (hachshara-dor-hemshech.com)
Harald Lordick, Das Landwerk Neuendorf: Berufsumschichtung – Hachschara – Zwangsarbeit; in Pilarczyk, Ulrike (Hrsg) Hachschara und Jugendalija, Schulmuseum Steinhorst, 2019
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten