Woislawski Max

Max Woislawski

*1.2.1913 in Grajewo; ✡19.10.1997 Shar Khefer

Staatsangehörigkeit staatenlos

Religion jüdisch

Vater Jurker Jehuda Woislawski; ✡?

Mutter Bertha; ✡ ?

Geschwister/Cousins

Siegfried Woislawski *31.12.1901 in Grajewo

Selig Woislawski *16.1.1902 in Grajewo

Minna Woislawski *27.5.1905 in Grajewo

Rosa Woislawski *11.2.1912 in Grajewo

Beruf

Adressen Grajewo; Berlin; Hof Jägerslust bei Flensburg; Dänemark; Schweden

Heirat Regina Nadler *27.9.1915 in Berlin; ✡19.10.1997 Shar Khefer

Kinder

Amos Aron Woislawski *16.2.1941 in Kalundborg in Dänemark

Weiterer Lebensweg

Hachschara-Lehrgut Jägerslust bei Flensburg

Juli 1937 Max Woislawski zur Hachschara in das Lehrgut Jägershof bei Flensburg

Juli 1938 Regina Nadler zur Hachschara in das Lehrgut Jägershof bei Flensburg

Der Hof gehörte der Familie von Käthe und ihrem Sohn Alexander Wolff (1891-1984); er war mit 77 Hektar der zweitgrößte in der Region Flensburg

Herbst 1934 Beginn der Hachschara-Ausbildung mit 12 Praktikanten; bis 1938 wurden hier etwa 100 Chawerim ausgebildet.

1935 kommt Jitzchak Skedi (1912-1982) als Sjalach des Kibbutz Givat Hashlosha auf den Hof, um Hachschara und Alija-Aktivitäten zu unterstützen.

1936 Bau eines Wohnhaus für die männlichen Arbeiter, womit die Kapazität auf 25 erhöht wird

Novemberpogrom

10.11.1938 brutaler Überfall und Verwüstung des Gut Jägerhof, angeführt vom Flensburger Polizeipräsidenten SS Standartenführer Hinrich Möller. Alle Bewohner werden verhaftet, die Männer zusammen mit 58 Juden zwischen 17 bis 72 Jahren eingesperrt im Gestapohauptquartier Düppelstraße 23 in Kiel; die „polnischen“ Juden wurden später freigelassen.

Aus Kiel werden sie später ins KL Sachsenhausen deportiert. Hofbesitzer Alexander Wolff kann im letzten Moment über die nahe gelegenen dänische Grenze flüchten. Seine Mutter Käthe Wolff kommt mit den Frauen ins Polizeigefängnis nach Flensburg; sie werden nach einem Tag entlassen.

Regina Nadler geht zu ihrer Familie nach Berlin

28.12.1938 Entlassung von 14 jüdischen Gefangenen aus Kiel aus der „Schutzhaft“ im KL Sachsenhausen, davon zehn aus dem Gut Jägerslust.

Dezember 1938 Viele aus Buchenwald und Sachsenhausen Entlassenen gehen zum Hachschara-Trainingskurs im Lager Schlosshofstraße in Bielefeld zusammen

Ende Januar 1939 eine größere Gruppe aus Jägerslust geht zur Einzelhachschara nach Dänemark

Minderheitenzählung

17.5.1939 Regina Nadler in Berlin, Adolfstraße 5/6 mit Mutter Mali und den Schwestern Anna, Rosa und Lotte

Ausnahmezustand in Dänemark 1943

1939 Emigration von Max Woislawski nach Dänemark zur Hachschara auf einzelnen Bauernhöfen

22.5.1939 Emigration von Regina Nadler nach Dänemark zur Hachschara

9.4.1940 Einmarsch der Deutschen in Dänemark; Dänemark bleibt in Teilen autonom bis zum Oktober 1943

5.11.1940 Max und Regina Woislawski registriert in Svallerup, Westseeland bei der Volkszählung in Dänemark

29.8.1943 Die deutschen Besatzer verkünden den „Ausnahmezustand“ wegen zunehmender Widerstandaktionen

17.9.1943 Adolf Hitler befiehlt die Endlösung für die Juden in Dänemark

September 1943 Anordnung von Werner Best, SS-Obergruppenführer und Generalbevollmächtigter für Dänemark

„Die Festnahme der zu evakuierenden Juden erfolgt in der Nacht vom 1. zum 2.10.43. Der Abtransport wird von Seeland zu Schiff (ab Kopenhagen), von Fünen und Jütland mit der Bahn Sonderzug durchgeführt“.

28.9.1943 der deutsche Diplomat Georg Ferdinand Duckwitz verrät die geplante Deportation bei einem Treffen mit dänischen Sozialdemokraten.

Oktober 1943 7700 Juden können sich mit Hilfe der dänischen Bevölkerung in einer Massenflucht über den Øresund (Ostsee) nach Schweden retten.

17.10.1943 Max und Regina Woislawski mit Sohn Aron auf einem Fischerboot von Landsgraver, Dänemark nach Barsebäck, Schweden

8.9.1944 Passanträge für Max und Regina Woislawski

München Shanghai

Schwester Rosa Woislawski emigriert von München nach Shanghai

Nachkriegszeit

Oktober 1945 Max und Regina Woislawski mit Sohn Amos auf der Mitgliederliste des Hechaluz Schweden, Teil B „Alte Chaluzim“

11.3.1949 Max und Regina Woislawski mit Sohn Aron auf der SS TRANSSYLVANIA von Marseille nach Haifa;

Max und Regina Woislawski leben in Sha’ar Hefer bei Natania.

7.10.2023 eine Urenkelin (*1999) wird bei dem Terrorüberfall der Hamas ermordet

Gedenken

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/search/topic/3-1-1-3_1211000?s=1211000

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4092137

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4092136

https://safe-haven.dk/fileadmin/user_upload/Uppgift_Woislawski__Max.pdf

https://safe-haven.dk/fileadmin/user_upload/Uppgift_Woislawski__Regina.pdf

http://danielabraham.net/tree/related/hachshara/

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411027-Wuppertal2.jpg

https://collections.yadvashem.org/de/names/9320650

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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