
Richard Rafael Grüneberg/Giveon
*7.2.1916 in Elberfeld; ✡ Aug 1985 in Afula
Staatsangehörigkeit deutsch; staatenlos
Religion jüdisch
Vater Ludwig Grüneberg *9.5.1876 in Hachen; ✡ 11.12.1943 in Theresienstadt
Heirat der Eltern 2.5.1904 in Linnich
Mutter Sofie Mendel *3.4.1876 in Linnich; ✡ 11.2.1943 in Theresienstadt
Geschwister
Hilde Grüneberg *1903 in Elberfeld; ✡1918 in Elberfeld
Kurt Grüneberg *7.5.1910 in Hüsten; ✡1957 in England
Dr. Rudolf Grüneberg *20.3.1911 in Elberfeld; ✡ 12.10.1977 in Edinburgh; oo 1939 in Harwich mit Viktoria Treistmann (*19.8.1914 in Meinerzhagen; ✡2011 England)
Ilse Grüneberg *20.3.1914 in Elberfeld; ✡5.10.1970 in Naharija; oo Rudolf Stern (1909-1993); oo Jakob Lodner (1914 in Fürth-1986 Haifa)
Beruf Professor für Archäologie
Adressen Elberfeld; Wuppertal; Rüdnitz; England; Jerusalem; Tel Aviv
Heiraten

1945 in England Judith Genzer *22.7.1921 in Wien; ✡ 9.3.2007 in Afula
Kind eins
Weiterer Lebensweg
Das jüdische Umschulungslager Hof Wecker in Rüdnitz
Richard Grüneberg zur Hachschara auf den Hof Wecker in Rüdnitz bei Bernau
zur Hachschara in das jüdische Umschulungslager Hof Wecker beim Bahnhof in der Bahnhofstraße in Rüdnitz bei Bernau. Der Hof Wecker in Rüdnitz, gelegen an der Bahnlinie Berlin Eberswalde in Rüdnitz war im Besitz der Familie Schocken. Leiter war Erich Marx. Die Eheleute Chane und Robert Emmerich sind als Köchin und Hausmeister angestellt.
Er bestand von 1933 bis 1941 und war somit eines der ersten zionistischen Hachscharalager der Jüdischen Jugendhilfe in Brandenburg.
Hachschara Lehrgut Schniebinchen
Rudolf und Ilse Grüneberg zur Hachschara in das Lehrgut Schniebinchen
1933/34 Abschluss eines Pachtvertrages über 180 RM monatlich mit dem Jüdische Jugendbund Habonim Noar Chaluzi (Bauleute), der offizielle Briefkopf lautete:
Jüdische Jugendhilfe Schniebinchen über Sommerfeld NL, Telefon: Niewerle Nr. 11
Später lag die Verwaltung reichsweit bei der Ssochnuth (Sochnut, hebräisch הַסּוֹכְנוּתִ היְּהוּדִית לְאֶרֶץ יִשְׂרָאֵל ha-Sochnut ha-Jehudit le-Erets Jisra’el, ‚Jewish Agency‘ auch ‚Jüdische Agentur für das Land Israel‘)
10.11.1938 in der Pogromnacht wird das Lager für einige Tage von örtlicher SA besetzt, die aber keine Misshandlungen an den Bewohner begeht.
Leiter von Schniebinchen war Dr. Alfred Cohn (April-Sept 1939); ab September 1939 wurden Ludwig Kuttner und Fanny Bergas als Wirtschaftsleiterin dessen Nachfolger. Cohn und Kuttner waren zuvor zuvor Lehrer an der Privaten Waldschule Kaliski in Berlin. Lotte Kaiser und Lotte Adam hatten die pädagogische Leitung. Das Verhältnis Jungen/Mädchen lag bei 60/40. Für Mädchen stand vor allem Hausarbeit wie Kochen, Backen, Nähen und Stricken auf dem Plan.
Minderheitenzählung
17.5.1939 122 Personen, 1939 waren 109 Chaluzim und Angestellte registriert in Schniebinchen
Rudolf Grüneberg, seine Schwester Ilse sowie deren späterer Ehemann Rudolf Stern registriert in Schniebinchen, Sorau
Emigration nach England 1939
29.9.1939 Rudolf Grüneberg bei brit. Census in der Refugee Training Farm, Great Engham Manor, Tenterden, Kent
29.9.1939 Rudolf Grüneberg bei brit. Census inPinetrees Flat, Hothfield, West Ashford, Kent
20.6.1945 Alija von Richard und Edith Grünberg
Alija beth – Sonderhachschara (SH2) auf der SS HILDE
13.10. 1939 fuhren etwa 20 Chawerim, u.a. Ilse und Rudolf Stern ab Schniebinchen über Sommerfeld und Breslau nach Wien, wo sie der Sonderhachschara (SH2) über die Schwarzmeerroute angeschlossen werden und auf der SS HILDA vor der Drei-Meilen-Zone von der Royal Navy vor Haifa geentert werden.
12.10.1939 Bahnfahrt von Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Breslau nach Wien
14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest
6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen
26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA
15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert
22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa
24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung
29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluss von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung
29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht
15.2.1940 Registrierung in Athlit; Ilse gibt als Referenz Madrich Ludwig Kuttner an , als Gemeindeältesten Dr Alfred Phillip, Rabbi (Dokument D/776/40/CHU);
18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager
29.7.1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlit
Theresienstadt
21.-22.7.1942 beide Eltern auf dem Transport von Wuppertal ab Düsseldorf nach Theresienstadt
11.2.1943 Tod der Mutter in Theresienstadt
11.12.1943 Tod des Vaters in Theresienstadt
Nachkriegszeit
20.6.1945 Alija von Richard und Edith Grünberg von England nach Haifa
Eintritt in den Kibbuz Mischmar HaEmek als Landarbeiter
14.7.1947 Einbürgerung von Richard und Edith Grüneberg in Palästina
Studium der Ägyptologie an der Hebr. Universität in Jerusalem
Promotion an der Sorbonne
Professor, Dozent am Archäologischen Institut der Universität in Tel Aviv
Gedenken
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Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de880542
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de880567
https://www.statistik-des-holocaust.de/TT420721-14.jpg
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316