Werner Jonathan Strauss
*25.7.1922 in Elberfeld; ✡30.4.2004 in Givat Brenner
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Adolph Strauss; ✡1932;
Heirat der Eltern 1920

Mutter Helene Rosenthal 10.3.1890 in Hörde; ✡ 22.4.1942 Izbica
Stiefvater Hugo Jakob *31.1.1879 in Dinslaken; ✡22.4.1942 Izbica
Beruf –
Adressen Elberfeld; Wuppertal; Dortmund, Alfred-Trappen-Str. 30; Schniebinchen, Sorau
Heirat Hannah Jaffe *1929 in Javne‘el; ✡2019 Israel
Kinder vier
Weiterer Lebensweg
1.8.1929 Zusammenschluss von Barmen, Elberfeld u.a. zur Stadt Wuppertal
Hachschara Lehrgut Schniebinchen
Gut Schniebinchen war ein zuletzt dem Apotheker Otto Kaesbach gehörendes Landgut von 1117 Morgen bei Sorau/ Sommerfeld in der Niederlausitz. Kaesbach produzierte hier nach Aufgabe der Landwirtschaft Pharmaka wie das Sexmittel OKASA.
Seine geschiedene Ehefrau Martha Kaesbach stellte als Verwalter Herrn v. Horn ein. Die zum Gutsbesitz gehörende Wassermühle (Jessener Mühle) verkaufte Kaesbach 1929 an die Familie Lichting, auch hier entstand später ein Hachscharalager.
1933/34 Abschluss eines Pachtvertrages über 180 RM monatlich mit dem Jüdische Jugendbund Habonim Noar Chaluzi (Bauleute), der offizielle Briefkopf lautete:
Jüdische Jugendhilfe Schniebinchen über Sommerfeld NL, Telefon: Niewerle Nr. 11
Später lag die Verwaltung reichsweit bei der Ssochnuth (Sochnut, hebräisch הַסּוֹכְנוּתִ היְּהוּדִית לְאֶרֶץ יִשְׂרָאֵל ha-Sochnut ha-Jehudit le-Erets Jisra’el, ‚Jewish Agency‘ auch ‚Jüdische Agentur für das Land Israel‘)
10.11.1938 in der Pogromnacht wird das Lager für einige Tage von örtlicher SA besetzt, die aber keine Misshandlungen an den Bewohner begeht.
Leiter von Schniebinchen war Dr. Alfred Cohn (April-Sept 1939); ab September 1939 wurden Ludwig Kuttner und Fanny Bergas als Wirtschaftsleiterin dessen Nachfolger. Cohn und Kuttner waren zuvor zuvor Lehrer an der Privaten Waldschule Kaliski in Berlin. Lotte Kaiser und Lotte Adam hatten die pädagogische Leitung. Das Verhältnis Jungen/Mädchen lag bei 60/40. Für Mädchen stand vor allem Hausarbeit wie Kochen, Backen, Nähen und Stricken auf dem Plan.
Ab April 1939 war Jenny Rosenbaum später Aloni Jugendleiterin, bevor auch sie im November nach Palästina auswanderte. Sie berichtet von ihrer Ankunft:
„Auf dem Zaun ein Papagei. Ein lebendiger Papagei. Er heißt Laura… Papagei Laura rief im Vorbeigehen jedem zu „Heil Hitler Schalom“
Vor der Besetzung Dänemarks 1940 gingen viele mangels ausreichender Zertifikate für Palästina zur Einzelhachschara auf Bauernhöfe in Dänemark.
März 1939 eine erste Alija beth Gruppe von einer Gruppe Chawerim aus Schniebinchen in Wien einem Sammeltransport angeschlossen, die ab Spalato, Jugoslawien auf einem kleinen Seeschiff „Dora“ nach etwa 10-tägiger Fahrt unbehindert in Palästina landete; sogenannte erste illegale Sonderhachschara SH1
Minderheitenzählung
17.5.1939 Werner Strauss erfasst mit 122 Personen, 1939 waren 109 Chaluzim und Angestellte registriert in Schniebinchen
13.10. 1939 fuhren etwa 20 Chawerim, ab Schniebinchen über Sommerfeld und Breslau nach Wien, wo sie der Sonderhachschara (SH2) über die Schwarzmeerroute angeschlossen werden und auf der SS HILDA vor der Drei-Meilen-Zone von der Royal Navy vor Haifa geentert werden.
16.11.1939 eine Gruppe Chaluzim verlässt Schniebinchen zur der Sonderhachschara (SH5) über die Schwarzmeerroute, der Kladovtransport. Fast alle werden am 12./13.1941 in Zasavica durch Massenerschießungen der Wehrmacht ermordet.
29.1.1940 Erlaubnis der Briten im Hafen von Haifa zu landen, von wo sie mit Bussen in das britische Internierungslager nach Athlith verbracht werden
Alija von Werner Strauss, Zeitpunkt und Route unbekannt.
Düsseldorf – Izbica


22.4.1942 Mutter Helene Jacob aus Essen, Wagnerstraße 12 mit Ehemann Hugo Jakob auf dem Transport Düsseldorf – Izbica
Gedenken
12.4.1999 Page of Testimony für Helenen Strauss von Jonathan Strauss
Grabstein für
Quellen
https://www.statistik-des-holocaust.de/OT420422-17.jpg
https://www.statistik-des-holocaust.de/OT420422-18.jpg
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de978715
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316