Czaczkes Elieser

Eliezer Czaszkes

*5.7.1923 Leipzig; ✡?

Staatsangehörigkeit polnisch, staatenlos

Religion jüdisch

Vater Anselm Usher Czaczkes *1.12.1890 in Buczaczes; ✡?

Mutter Süssel Sophie Farb *18.2.1890 in Pohajce; ✡ ?

Geschwister

Jehuda Czaczkes *8.11.1925 in Leipzig ; ✡?

Beruf

Adressen -; Schniebinchen, Sorau

Heirat

Kinder

Weiterer Lebensweg

22.8.1936 Barmitzwa in Leipzig

Hachschara Lehrgut Schniebinchen

Eliezer Czazskes zur Hachschara auf Gut Schniebinchen

Gut Schniebinchen war ein zuletzt dem Apotheker Otto Kaesbach gehörendes Landgut von 1117 Morgen  bei Sorau/ Sommerfeld in der Niederlausitz. Kaesbach produzierte hier nach Aufgabe der Landwirtschaft Arzneimittel wie das Sexmittel Okasa. Seine geschiedene Ehefrau Martha Kaesbach stellte als Verwalter Herrn von Horn ein. Die zum Gutsbesitz gehörige Wassermühle „Jessener Mühle“ verkaufte Kaesbach 1929 an die Familie Lichting; auch hier entstand später ein Hachscharalager.

1933/34 Abschluss eines Pachtvertrages über 180 RM pro Monat mit dem Jüdischen Jugendbund Habonim Noar Chaluzi (Bauleute). Der offizielle Briefkopf lautete: Jüdische Jugendhilfe Schniebinchen über Sommerfeld, Niederlausitz, Telefon Niewerle Nr. 11

Später lag die Verwaltung reichsweit bei der Ssochnuth (Sochnut, hebräisch הַסּוֹכְנוּתִ היְּהוּדִית לְאֶרֶץ יִשְׂרָאֵל ha-Sochnut ha-Jehudit le-Erets Jisra’el, ‚Jewish Agency‘ auch ‚Jüdische Agentur für das Land Israel‘)

Leiter von Schniebinchen war Dr. Alfred Cohn (April-Sept 1939); ab September 1939 wurden Ludwig Kuttner und Fanny Bergas als Wirtschaftsleiterin dessen Nachfolger. Cohn und Kuttner waren zuvor zuvor Lehrer an der Privaten Waldschule Kaliski in Berlin. Lotte Kaiser und Lotte Adam hatten die pädagogische Leitung. Das Verhältnis Jungen/Mädchen lag bei 60/40. Für Mädchen stand vor allem Hausarbeit wie Kochen, Backen, Nähen und Stricken auf dem Plan.

Polenaktion

28.10.1938 Elieser Czaczkes ausgewiesen nach Zbaszyn mit weiteren Mitgliedern der Familie Czaczkes

10.11.1938 in der Pogromnacht wird das Lager für einige Tage von örtlicher SA besetzt, die aber keine Misshandlungen an den Bewohner begeht.

Ab April 1939 war Jenny Rosenbaum später Aloni Jugendleiterin, bevor auch sie im November nach Palästina auswanderte. Sie berichtet von ihrer Ankunft:

„Auf dem Zaun ein Papagei. Ein lebendiger Papagei. Er heißt Laura… Papagei Laura rief im Vorbeigehen jedem zu „Heil Hitler Schalom“

März 1939 eine erste Alija beth Gruppe von einer Gruppe Chawerim aus Schniebinchen in Wien einem Sammeltransport angeschlossen, die ab Spalato, Jugoslawien auf einem kleinen Seeschiff „Dora“ nach etwa 10-tägiger Fahrt unbehindert in Palästina landete; sogenannte erste illegale Sonderhachschara SH1

Minderheitenzählung

17.5.1939 Eliezer Czazskes registriert mit 122 Personen Chaluzim und Angestellten in Schniebinchen; offenbar konnte er aus Polen zurückkehren.

17.5.1939 beide Eltern und Bruder Jehuda erfasst in Leipzig, Humboldtstraße 2 II rechts

Vor der Besetzung Dänemarks 1940 gingen viele mangels ausreichender Zertifikate für Palästina zur Einzelhachschara auf Bauernhöfe in Dänemark.

14.8.1939 Einreise beider Eltern und Bruder Jehuda auf der SS PALÄSTINA nach Haifa; der Vater mit einem Kapitalisten- Zertifikat der Kategorie A(1), Mutter und Bruder als Angehörigen Kategorie D.

Nachkriegszeit

Alija beth

Verbringung durch britische Marine in die Internmentcamps auf Zypern

25.1.1949 Einreise von Elieser und Josef Czaczkes von Zypern auf der SS GALILEA

1966 beide Eltern in Rechovot

Gedenken

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/129821301

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Genealogie Website My Heritage

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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