
Regina Salzmann /Rachel Zalcman
*28.5.1924 in Berlin; ✡ 2020 im Kibbuz Ein HaKhoresh
Staatsangehörigkeit polnisch, staatenlos; Palästina
Religion jüdisch
Vater Josef Salzmann *21.11.1896 in Warschau
Mutter Estera Rottner *1903 in Warschau; vor 1944 in Polen
Großeltern Izrael Zalcman (*1873) und Norma Mendelsohn (*1874)
Tante Masha Zalcman *21.2.1911 in Warschau
Geschwister
Moshe Zalcman *1921 in Warschau; vor 1944 in Polen
Israel Zalcman *1922 in Warschau; vor 1944 in Polen
Beruf –
Adressen Berlin, Rosenthalerstraße 59; Schniebinchen, Sorau
Heirat –
Kinder –
Weiterer Lebensweg

12.4.1934 zu Ostern Wechsel in die 63. Volksschule in Berlin
Polenaktion
28.10.1938 vermutlich wurden die Eltern und Brüder nach Zbaszyn abgeschoben
Hachschara Lehrgut Schniebinchen
Ca 1938 nach der Ausschulung Regina Salzmann zur Hachschara in das Lehrgut Schniebinchen
Gut Schniebinchen war ein zuletzt dem Apotheker Otto Kaesbach gehörendes Landgut von 1117 Morgen bei Sorau/ Sommerfeld in der Niederlausitz. Kaesbach produzierte hier nach Aufgabe der Landwirtschaft Arzneimittel wie das Sexmittel Okasa. Seine geschiedene Ehefrau Martha Kaesbach stellte als Verwalter Herrn von Horn ein. Die zum Gutsbesitz gehörige Wassermühle „Jessener Mühle“ verkaufte Kaesbach 1929 an die Familie Lichting; auch hier entstand später ein Hachscharalager.
1933/34 Abschluss eines Pachtvertrages über 180 RM pro Monat mit dem Jüdischen Jugendbund Habonim Noar Chaluzi (Bauleute). Der offizielle Briefkopf lautete: Jüdische Jugendhilfe Schniebinchen über Sommerfeld, Niederlausitz, Telefon Niewerle Nr. 11
Später lag die Verwaltung reichsweit bei der Ssochnuth (Sochnut, hebräisch הַסּוֹכְנוּתִ היְּהוּדִית לְאֶרֶץ יִשְׂרָאֵל ha-Sochnut ha-Jehudit le-Erets Jisra’el, ‚Jewish Agency‘ auch ‚Jüdische Agentur für das Land Israel‘)
Leiter von Schniebinchen war Dr. Alfred Cohn (April-Sept 1939); ab September 1939 wurden Ludwig Kuttner und Fanny Bergas als Wirtschaftsleiterin dessen Nachfolger. Cohn und Kuttner waren zuvor zuvor Lehrer an der Privaten Waldschule Kaliski in Berlin. Lotte Kaiser und Lotte Adam hatten die pädagogische Leitung. Das Verhältnis Jungen/Mädchen lag bei 60/40. Für Mädchen stand vor allem Hausarbeit wie Kochen, Backen, Nähen und Stricken auf dem Plan.
10.11.1938 in der Pogromnacht wird das Lager für einige Tage von örtlicher SA besetzt, die aber keine Misshandlungen an den Bewohner begeht.
Ab April 1939 war Jenny Rosenbaum später Aloni Jugendleiterin, bevor auch sie im November nach Palästina auswanderte. Sie berichtet von ihrer Ankunft:
„Auf dem Zaun ein Papagei. Ein lebendiger Papagei. Er heißt Laura. … Papagei Laura rief im Vorübergehen jedem zu: „Heil Hitler Schalom“.
März 1939 eine erste Alija beth Gruppe von einer Gruppe Chawerim aus Schniebinchen in Wien einem Sammeltransport angeschlossen, die ab Spalato, Jugoslawien auf einem kleinen Seeschiff „Dora“ nach etwa 10-tägiger Fahrt unbehindert in Palästina landete; sogenannte erste illegale Sonderhachschara SH1
Minderheitenzählung
17.5.1939 Regina Salzmann registriert mit 122 Personen, 109 Chaluzim und Angestellten in Schniebinchen

4.7.1939 Ausstellung eines Fremdenpasses für Regina Salzmann in Sorau
9.8.1939 Einschiffung auf der SS PALESTINA in Triest mit einer großen Gruppe Jugendlicher zwischen 15 und 17 Jahren


14.8.1939 Einreise von Regina Salzmann mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III) in Haifa
27.10.1943 Einbürgerung in Palästina
Sie lebt Kibbutz Ein HaKhoresh
2020 Tod in Kibbuz Ein HaKhoresh
Gedenken
–
Quellen
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/12671526
https://safe-haven.dk/fileadmin/user_upload/Fraemlingspass_Pollin__Oskar.pdf
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Genealogie Website My Heritage