Eva Kalmar /Rosenfeld/Roland
*3.7.1926 in Wien
Staatsangehörigkeit –
Religion jüdisch
Vater Gustav Kalmar *20.11.1881 in Wimpassing; ✡ ?
Mutter Nelly Wachtl*15.6.1894 in Bielsko-Biala; ✡ ?
Geschwister
Hedy Jenny Hadassah Kalmar *22.11.1923 in Wien; ✡ 7.12.2004; ooKurt Yigal Benjamin (1920-2004)
Beruf –
Adressen Sandwirtgasse 8; Rotterdam; Oldenzaal; Driebergen

Heirat Ernst Rosenfeld/Roland *14.4.1923 in Berlin; ✡ 4.8.2015 New York
Kinder ?
Weiterer Lebensweg
„Anschluss“ Österreichs 1938
Nach dem völkerrechtswidrigen Einmarsch der Wehrmacht erfolgte am 13. März 1938 der „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich
27.8.1938 Antrag von Vater Gustav Kalmar auf Unterstützung zur Emigration in die USA bei der Israelitischen Kultusgemeinde Wien

Flucht in die Niederlande
5.1.1939 Ernst Rosenfeld mit Kindertransport von Berlin ins Dommelhuis Eindhoven
Januar 1939 Eva und Hedy Kalmar flüchten nach Rotterdam, Niederlande
20.1.1939 Quarantine Beneden Heijplaat, Quarantainestraat 1, Rotterdam

23.3.1939 KL Smitoord, Losser

18.8.1939 Eindhoven, Petrus Donderstr 5 S. Grunfeld
1.2.1941 BSH, Oranjelaan 49, Kindertehuis Zonne-Hoogt

1.7.1942 als Botin in der Krankenversorgung
25.3.1943 Angestellte für die Afdeling H, Nederlandse Rode Kruis in Driebergen, die zu Zwangsarbeit gezwungenen Flüchtlinge betreut
Onderduiker
In den Niederlanden sind etwa 24 000 Juden ins Versteck gegangen, 8000 wurden verraten oder entdeckt und per Straftransport ab Westerbork nach Auschwitz oder Sobibor deportiert. 16000 überlebten bis zum Kriegsende
1943 geht Eva Kalmar als „onderduiker“ ins Versteck
Ernst Rosenfeld geht auch ins Versteck
Im Versteck überlebten Eva Kalmar und Ernst Rosenfeld die Besatzungszeit
Hachschara-Jeugdfarm Catarinahoeve in Gouda
Schwester Hedy geht in das Hachscharalager Catharinahoeve in Gouda

Kamp Westerbork
13.11.1942 Hedy Kalkmar eingewiesen in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork
1.2.1944 Schwester Hedy Kalmar auf dem 3. Transport nach Bergen Belsen von 908 Juden aus Westerbork
„Transport 222“
3. deutsch-palästinensischer Zivilgefangenenaustausch
Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.
Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.
26.4.1944 von den etwa 1.300 Austauschjuden mit Palästina-Zertifikat werden 272 ausgewählt, vor allem Mitarbeiter des Joodse Raad Amsterdam und deren Familienangehörigen. Sie sollen ausgetauscht werden gegen „Deutsche Templer“, eine Sekte in Jerusalem.
Die Hoffnung auf den Templer-Austausch zerschlägt sich für die meisten im Sternlager
Ende Mai 1944 Reduktion auf die endgültigen 222; Unterbringung in abgesonderter Baracke
Vier Wochen Wartens nach Absage des ursprünglichen Termins
29.6. 1944 222 Austauschjuden aus Bergen-Belsen mit dem Zug über Nürnberg nach Wien; hier kommen noch 61 Engländer und US-Amerikaner aus den Internierungslagern Vittel und Laufen (Salzach) hinzu. Die Fahrt geht über Budapest, Sofia nach Istanbul. In Wien, Istanbul und Aleppo wurden jeweils die Züge gewechselt; den Bosporus überquerte ein Ausflugsdampfer, der die Zeit bis zur Abfahrt des Zuges auf der asiatischen Seite von Istanbul mit einer mehrstündigen Rundfahrt überbrückte. Ab Aleppo über Beirut erreichte der Transport schließlich Haifa in Palästina.


10.7.1944 Ankunft von Schwester Hedy mit dem Transport 222 in Haifa
Wien-Oppeln

Nachkriegszeit
April 1946 Ausreise von Eva Kalmar aus den Niederlanden über Belgien nach Marseille
22.6.1946 Alija Beth mit 908 Ma’apilim; Einschiffung in Port de Sete, einem kleinen Hafen 200 km westlich von Marseille auf der von der Haganah gecharterten SS BIRIA


1./2.7.1946 Ankunft in Haifa; Camp Athlit; als Ziel gibt sie ihre Schwester Hadassah Benjamin im Kibbuz Galed an

13.-23.4.1948 Einreise von Ernst A. Rosenfeld, zuvor Eindhoven, auf der SS VEENDAM von Rotterdam nach New York
Gedenken
–
Quellen
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130315285
http://www.dokin.nl/surviving_children/eva-kalmar-born-3-jul-1926/
Hedy-Jenny Kalmar (born 22 November 1923)
https://www.myheritage.de/research
Kelly Bauer, Syds Wiersma, Kibboets op de Klei, Fries Film Archief Leeuwarden, 2020
Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020
Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002
Hannelore Grünberg-Klein, Zolang er nog tranen zijn, Nijgh & Van Ditmar, 2015
Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998
Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767
https://www.gfh.org.il/eng/Archive
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947