
Ruth Kaufmann
*24.10.1923 in Berlin; ✡ 3.7.2007
Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos
Religion jüdisch
Vater Alfred Kaufmann *6.12.1884 in Köln; ✡ 21.12.1957 in Amsterdam
Heirat der Eltern 13.5.1915 in Frankfurt
Mutter Paula Lea Adler *13.12.1886 in Frankfurt; ✡ ?
Scheidung der Eltern10.2.1946 in Jerusalem
Geschwister
Ernst Richard Kaufmann/ Gad Canaan *28.9.1918 in Berlin; ✡ 2002
Ellen Margot Kaufmann *28.1.1920 in Berlin; ✡ ?
Herbert Peter Kaufmann *1925 in Berlin; ✡ ?
Beruf Landwirtschaftliche Volontärin
Adressen Berlin; Amsterdam; Breda; Gouda;

Heirat Andrei Salamon/Chaim Shiloh; 17.12.1921 Timisoara, Rumänien; ✡9.6.2009 Tel Aviv
Kinder –
Weiterer Lebensweg
21.11.1905- 27.8.1907 Vater Alfred Kaufmann als Volontär in Amsterdam
24.10.1933 Flucht der Familie Kaufmann aus Berlin Charlottenburg nach Amsterdam

27.6.1939 Ruth Kaufmann abgemeldet aus Amsterdam nach Breda
Die Hachschara-Jeugdfarm Catarinahoeve in Gouda
Das ab Oktober 1937 bestehende Hachscharalager Catharinahoeve in Gouda wurde möglich durch eine testamentarische Schenkung in Höhe von 80000 Gulden Hfl von Catharina van Zon. Die Jeugdfarm diente der Mittleren Hachschara für 14-17-Jährige zur Vorbereitung auf die Alija.
Robert Levisson übernahm die Funktion des Sekretär des Vorstandes, dem auch Frau A. Vroman angehörte, Mutter des Dichters und Biologen Leo Vroman.
Die Leitung der Gruppe lag bei dem Ehepaar Dr. Manfred Litten und Shoshana Jansje Litten-Serlui zuvor Danzig. Als Betriebsleiter eingestellt war zunächst Herrn Knol, dem Henk de Raaf und Franz Man zur Seite gestellt wurden. Nachbar Dirk van Schaik half als Vorarbeiter.
Ab 1940 lag die Verantwortung bei der Joodse Centrale voor Beroepsopleiding JCB.
1939 Ruth Kaufmann zur Hachschara auf den Hof Catharinahoeve


Alija
7.11.1938 Alija von Andrej Salamon mit Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III)

26.2.1940 Passausstellung für Ruth Kaufmann in Gouda
24.3.1940 Alija von Ruth Kaufmann mit Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III)
Eintritt von Andrej in die Palestinian Company der Royal Army
28.6.1942 Heirat mit Andrej Salamon
28.6.1943 Einbürgerung des Ehepaar Salamon in Palästina
Werkdorp Nieuwe Sluis
1.10.1936 Ankunft von Ernst Kaufmann zur Hachschara im Joodsche Werkdorp Nieuwe Sluis
10.11.1936 Ernst Kaufmann angemeldet in Barsingerhorn
28.4.1938 Schwester Ellen abgemeldet aus Amsterdam nach Wieringermeer
Alija Beth auf der SS DORA
Juli 1939 Ernst und Ellen Kaufmann mit 74 Werkdorpern aus dem Werkdorp Nieuwesluis nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA
16.7.1939 Boarding mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina;
12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht
Amsterdam-Westerbork -Bergen Belsen
20.11.1941 Vater Alfred meldet auf der Polizeiwache Singel in Amsterdam den Diebstahl seines Herrenfahrrades
Beide Eltern und Bruder Herbert eingewiesen in das polizeiliche Juden Durchgangslager Westerbork
Bruder Herbert auf der „AuBe-Liste“
Au-Be 170
Abkürzung für ‚Ausnahmebescheinigung‘. Im Sommer 1943 wurde eine Liste aufgestellt, auf der ca. 170 Personen aufgeführt wurden. Sie wurden bis auf weiteres von der Deportation ausgeschlossen. Obwohl ein Großteil der Juden und Jüdinnen zu dem Zeitpunkt bereits deportiert wurde, wollte Aus den Fünten (Leiter der Zentralstelle) den Amsterdamer Judenrat nicht vollständig auflösen.
Austauschtransporte von Westerbork nach Bergen Belsen
Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.
Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.

11.-12.1.1944 Vater Alfred auf dem zweiten Transport von 1037 „Austauschjuden“ nach Bergen Belsen
„Transport 222“
3. deutsch-palästinensischer Zivilgefangenenaustausch
Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.
26.4.1944 von den etwa 1.300 Austauschjuden mit Palästina-Zertifikat werden 272 ausgewählt, vor allem Mitarbeiter des Joodse Raad Amsterdam und deren Familienangehörigen. Sie sollen ausgetauscht werden gegen „Deutsche Templer“, eine Sekte in Jerusalem.
Ende Mai 1944 Reduktion auf die endgültigen 222; Unterbringung in abgesonderter Baracke
Vier Wochen Wartens nach Absage des ursprünglichen Termins
29.6. 1944 222 Austauschjuden aus Bergen-Belsen mit dem Zug über Nürnberg nach Wien; hier kommen noch 61 Engländer und US-Amerikaner aus den Internierungslagern Vittel und Laufen (Salzach) hinzu. Die Fahrt geht über Budapest, Sofia nach Istanbul. In Wien, Istanbul und Aleppo wurden jeweils die Züge gewechselt; den Bosporus überquerte ein Ausflugsdampfer, der die Zeit bis zur Abfahrt des Zuges auf der asiatischen Seite von Istanbul mit einer mehrstündigen Rundfahrt überbrückte. Ab Aleppo über Beirut erreichte der Transport schließlich Haifa in Palästina.
10.7.1944 Ankunft der Eltern in Haifa
10.2.1946 Scheidung der Mutter von Alfred Kaufmann
1.6.1946 Rückkehr des Vaters nach Amsterdam
21.8.1946 Einbürgerung der Mutter in Palästina
Gedenken
Quellen
https://collections.jck.nl/details/collection/11010550
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Kapelner%22%7D
Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938
https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130317430
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130317585
https://danielabraham.net/tree/related/dora
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Alfred%20Kaufmann%22%7D