Hedy Jenny Hadassah Kalmar
*22.11.1923 in Wien; ✡ 7.12.2004
Staatsangehörigkeit Österreich; deutsch;
Religion jüdisch
Vater Gustav Kalmar *20.11.1881 in Wimpassing; ✡ vor 1945 in Polen
Mutter Nelly Wachtl *15.6.1894 in Bielsko-Biala; ✡ vor 1945 in Polen
Geschwister

Eva Kalmar *3.7.1926 in Wien; oo Ernst Arnold Rosenfeld (1923-2015)
Beruf Landwirtschaftliche Praktikantin
Adressen Wien, Sandwirtgasse 8; Gouda, Catharinahoeve

Heirat 30.11.1944 Ra’anana, Kurt Yigal Erich Benjamin *9.5.1920 ✡ 30.11.2004
Kinder ?
Weiterer Lebensweg
„Anschluss“ Österreichs 1938
Nach dem völkerrechtswidrigen Einmarsch der Wehrmacht erfolgte am 13. März 1938 der „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich
27.8.1938 Antrag von Vater Gustav Kalmar auf Unterstützung zur Emigration in die USA bei der Israelitischen Kultusgemeinde Wien
Hachschara-Jeugdfarm Catarinahoeve in Gouda
Das ab Oktober 1937 bestehende Hachscharalager Catharinahoeve in Gouda wurde möglich durch eine testamentarische Schenkung in Höhe von 80000 Gulden Hfl von Catharina van Zon. Die Jeugdfarm diente der Mittleren Hachschara für 14-17-Jährige zur Vorbereitung auf die Alija.
Robert Levisson übernahm die Funktion des Sekretär des Vorstandes, dem auch Frau A. Vroman angehörte, Mutter des Dichters und Biologen Leo Vroman.
Die Leitung der Gruppe lag bei dem Ehepaar Dr. Manfred Litten und Shoshana Jansje Litten-Serlui zuvor Danzig. Als Betriebsleiter eingestellt war zunächst Herrn Knol, dem Henk de Raaf und Franz Man zur Seite gestellt wurden. Nachbar Dirk van Schaik half als Vorarbeiter.
Ab 1940 lag die Verantwortung bei der Joodse Centrale voor Beroepsopleiding JCB.
1941 nach dem Rücktritt von Herr Knol übernahm Jan Middelburg die Betriebsleitung, unterstützt von Dirk van Schaik.
April 1943 erhalten die Chaluzim Schreiben, sich in den Arbeitslagern zu melden. Daraufhin tauchen viele unter.
1.6.1943 wird der Betrieb eingestellt und der Betriebsleiter entlassen



sitzend: Fanny Feingersch, Bernhard Alfred Mayer, Eric Mossel; Fotoalbum Levisson

vorn Gideon Litten, Roza Pinkhof, Hedy Kalmar; Fotoalbum Levisson
Kamp Westerbork
13.11.1942 Hedy Kalkmar eingewiesen in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork
1.2.1944 Hedy Kalmar auf dem 3. Transport nach Bergen Belsen von 908 Juden aus Westerbork

„Transport 222“
3. deutsch-palästinensischer Zivilgefangenenaustausch
Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.
Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.
26.4.1944 von den etwa 1.300 Austauschjuden mit Palästina-Zertifikat werden 272 ausgewählt, vor allem Mitarbeiter des Joodse Raad Amsterdam und deren Familienangehörigen. Sie sollen ausgetauscht werden gegen „Deutsche Templer“, eine Sekte in Jerusalem.
Die Hoffnung auf den Templer-Austausch zerschlägt sich für die meisten im Sternlager
Ende Mai 1944 Reduktion auf die endgültigen 222; Unterbringung in abgesonderter Baracke
Vier Wochen Wartens nach Absage des ursprünglichen Termins
29.6. 1944 222 Austauschjuden aus Bergen-Belsen mit dem Zug über Nürnberg nach Wien; hier kommen noch 61 Engländer und US-Amerikaner aus den Internierungslagern Vittel und Laufen (Salzach) hinzu. Die Fahrt geht über Budapest, Sofia nach Istanbul. In Wien, Istanbul und Aleppo wurden jeweils die Züge gewechselt; den Bosporus überquerte ein Ausflugsdampfer, der die Zeit bis zur Abfahrt des Zuges auf der asiatischen Seite von Istanbul mit einer mehrstündigen Rundfahrt überbrückte. Ab Aleppo über Beirut erreichte der Transport schließlich Haifa in Palästina.

10.7.1944 Ankunft des Transports im Camp Atlith, Haifa

Sie geht in den Kibbuz Galed

30.11.1944 Heirat in Ra’anana mit Kurt Yigal Erich Benjamin
Wien-Oppeln

April 1946 Ausreise von Eva Kalmar aus den Niederlanden über Belgien nach Marseille
22.6.1946 Alija Beth mit 908 Ma’apilim; Einschiffung in Port de Sete, einem kleinen Hafen 200 km westlich von Marseille auf der von der Haganah gecharterten SS BIRIA
1./2.7.1946 Ankunft in Haifa; Camp Athlit; als Ziel gibt sie ihre Schwester Hadassah Benjamin im Kibbuz Galed an
13.-23.4.1948 Einreise von Schwager Ernst A. Rosenfeld, zuvor Eindhoven, auf der SS VEENDAM von Rotterdam nach New York
Gedenken
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Quellen
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130315285
https://www.myheritage.de/research
Hedy-Jenny Kalmar (born 22 November 1923)
Kelly Bauer, Syds Wiersma, Kibboets op de Klei, Fries Film Archief Leeuwarden, 2020
Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020
Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002
Hannelore Grünberg-Klein, Zolang er nog tranen zijn, Nijgh & Van Ditmar, 2015
Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998
Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767
https://www.gfh.org.il/eng/Archive
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947