Hattenbach Hans

Hans Theodor Hattenbach

*7.9.1918 in Kassel; ✡ 13.2.1967 in Johannesburg, Südafrika

Religion jüdisch

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Siegfried Hattenbach *23.5.1879 in Hoof; ✡ 3.9.1943 in Auschwitz

Mutter Else Dannenberg *23.7.1888 in Gronau; ✡ 3.9.1943 in Auschwitz

Geschwister

Adolf Hattenbach *16.4.1912 in Kassel; ✡Sept. 1964 Johannesburg

Josef Walter Hattenbach *17.9.1913 in Kassel; ✡4.8.1917 in Kassel

Edith Hattenbach *10.5.1921 in Kassel; ✡14.11.1958 in Detroit; oo Eugen Mannheimer

Cousins Vater Reuven Hattenbach (1878 – 1944)Kassel, Schützenstraße 1

Arthur Hattenbach *25.3.1914

Walter Hattenbach *1.10.1916 in Kassel

Erich Hattenbach *13.10.1919

Beruf Praktikant

Adressen Kassel, Annastraße 11; Amsterdam; Werkdorp Barsingerhorn, Wieringermeer

Heirat Rosenthal

Kinder drei

Enid Hattenbach *17.6.1947 in Johannesburg; 11.4.2002 Los Angeles; oo Byrne

Weiterer Lebensweg

Ostern 1925 Einschulung Volksschule

Ostern 1929 bis Mai 1933 Wilhelmsgymnasium in Kassel bis zur Obertertia; verlässt das Gymnasium auf Drängen des Direktors. Hans Hattenbach im „Wiedergutmachungsverfahren“: „Im April erhielten meine Eltern eine Vorladung vom damaligen Schuldiretor Paeckelmann. Meine Mutter leistete dieser Vorladung Folge und es wurde ihr mitgeteilt, daß es im Interesse der Schulordnung besser besser wäre, wenn ich die Schule verlassen würde. Mein Vater war kein Frontsoldat des ersten Weltkrieges und meine Eltern beschlossen dieser Aufforderung Folge zu leisten.“

Im Abgangszeugnis bestätigt Direktor Paeckelmann: Der Schüler verlässt die Anstalt um eine Gartenbau-Lehranstalt in Hannover zu besuchen.

Vermutlich kurzzeitig in der Israelitischen Gartenbauanstalt in Ahlem

29.8.1933 Flucht der Eltern von Kassel nach Amsterdam

26.10.1933 Abmeldung der Eltern in Kassel

1934 finden die Chaluzim Helmut Jacobi aus Dortmund und Hans Hattenbach vorübergehend Aufnahme bei der Familie von Dr. med. Bernard Eisendrath in Zaandam

Helmuth Jacobi (l.) und Hans Hattenbach in Zaandam 1934. (Sammlung L. Hermes)
Hans Hattenbach und Helmuth Jacobi. 1934. (Sammlung L. Hermes)

30.6.1936 Hans Hattenbach zu den Eltern und Schwester Edith nach Amsterdam

Walter Hattenbach aus Kassel, Schützenstraße 1, war zur Hachschara in Groß Breesen, er wird auch in den Rundbriefen wiederholt erwähnt. Schützenstraße 1 wohnten auch Arthur und Erich Hattenbach

Der Aufbau des Werkdorp Nieuwe Sluis

28.6.1934 Hans Hattenbach zum Aufbau und Hachschara ins Werkdorp Nieuwe Sluis

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.

Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs

Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.

28.4.1935 Rückkehr vom Werkdorp zu den Eltern nach Amsterdam

30.4.1937 Hans Hattenbach abgemeldet aus Amsterdam nach Pietersburg, Südafrika

31.12.1938 Hans Hattenbach auf der-Emigrantenliste des Werkdorps, abgemeldet nach Südafrika

19.5.1943 Heirat von Schwester Edith mit Eugen Mannheimer/Marc Maartens in Amsterdam

Kamp Westerbork

24.7.1943 beide Eltern sowie Schwester Edith mit Mann Eugen in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork;

31.8.1943 beide Eltern werden auf den aus Westerbork abgehenden Transport nach Auschwitz gestellt.

Au-Be 170

Abkürzung für ‚Ausnahmebescheinigung‘. Im Sommer 1943 wurde eine Liste aufgestellt, auf der ca. 170 Personen aufgeführt wurden. Sie wurden bis auf weiteres von der Deportation ausgeschlossen. Obwohl ein Großteil der Juden und Jüdinnen zu dem Zeitpunkt bereits deportiert wurde, wollte Aus den Fünten (Leiter der Zentralstelle) den Amsterdamer Judenrat nicht vollständig auflösen.

Edith und Ehemann haben als Mitarbeiter des Joodse Raad sehr gute Beziehungen und bleiben vom Transport zunächst verschont;

Eugen Mannheimer steht auf der AuBe Liste; sie werden sogar noch am 9.9.1943 nach Amsterdam entlassen.

17.12.1943 erneute Einweisung von Edith und Mann als Strafgefangene „S“ in die Strafbaracke 67

Theresienstadt –  Auschwitz

25.2.1944 Edith und Mann auf dem Transport XXIV/4 von Westerbork nach Theresienstadt

28.9.1944 Ehemann Eugen Mannheimer auf den Transport E k von Theresienstadt nach Auschwitz

Eugen Mannheimer überlebt die Todesmärsche, Edith wird am 8.5.1945 in Theresienstadt befreit

Nachkriegszeit

Schwester Edith mit Mann Eugen kehren nach Amsterdam zurück; sie emigrieren zunächst nach London

30.1.1947 Schwester Edith mit Mann Eugen von Buenos Aires nach New York in die USA

Gedenken

12.6.2023 Stolpersteine für die Eltern sowie Adolph, Hans und Edith Hattenbach in Kassel, Annastraße 11

Quellen

www.werkdorpwieringermeer.nl/

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

https://www.kassel-stolper.com/biografien/familie-hattenbach

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de834571

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de834575

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130337986

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Hattenbach%22%7D

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 7274); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://yvng.yadvashem.org/ad

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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