Hattenbach Edith

Edith Hattenbach

*10.5.1921 in Kassel; ✡14.11.1958 in Detroit

Religion jüdisch

Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos

Vater Siegfried Hattenbach *23.5.1879 in Hoof; ✡ 3.9.1943 in Auschwitz

Mutter Else Dannenberg *23.7.1888 in Gronau; ✡ 3.9.1943 in Auschwitz

Geschwister

Adolf Hattenbach *16.4.1912 in Kassel; Sept. 1964 Johannesburg

Josef Walter Hattenbach *17.9.1913 in Kassel; 4.8.1917 in Kassel

Hans Theodor Hattenbach *7.9.1918 Kassel; ✡ 13.2.1967 Johannesburg; oo Rosenthal

Cousins Vater Reuven Hattenbach (1878 – 1944)Kassel, Schützenstraße 1

Arthur Hattenbach *25.3.1914

Walter Hattenbach *1.10.1916 in Kassel

Erich Hattenbach *13.10.1919

Beruf Sekretärin; Referentin des Joodse Raad

Adressen Kassel, Annastraße 11; Amsterdam;

Heirat 19.5.1943 in Amsterdam mit Max Eugen Manfred Mannheimer/Marc Maartens *6.10.1918 in Berlin; ✡18.1.1991 in Michigan

Kinder zwei

Weiterer Lebensweg

Ostern 1927 Einschulung in der  Volksschule

Ostern 1931 zum Oberlyzeum, heute Jacob-Grimm-Schule

29.8.1933 Flucht von Edith mit den Eltern von Kassel nach Amsterdam

26.10.1933 Abmeldung der Eltern in Kassel

Helmuth Jacobi (l.) und Hans Hattenbach in Zaandam 1934. (Sammlung L. Hermes)

1934 finden die Chaluzim Hans Hattenbach und Helmut Jacobi aus Dortmund vorübergehend Aufnahme bei der Familie von Dr. med. Bernard Eisendrath in Zaandam

30.6.1936 Hans Hattenbach zu den Eltern und Schwester Edith nach Amsterdam

Der Aufbau des Werkdorp Nieuwe Sluis

28.6.1934 Bruder Hans Hattenbach zum Aufbau und Hachschara ins Werkdorp Nieuwe Sluis

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.

Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs

Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.

28.4.1935 Rückkehr von Hans Hattenbach vom Werkdorp zu den Eltern nach Amsterdam

30.4.1937 Hans Hattenbach abgemeldet aus Amsterdam nach Pietersburg Südafrika

31.12.1938 Hans Hattenbach auf der-Emigrantenliste des Werkdorps, abgemeldet nach Südafrika

Die Eltern betreiben eine Pension in Amsterdam, Euterpestraat 35, in der Nähe des SS-Zentrale auf der Euterpestraat 1

19.5.1943 Heirat von Edith mit Eugen Mannheimer/Marc Maartens in Amsterdam

Kamp Westerbork

20.6.1943 die verwitwete Schwiegermutter Alice Mannheimer-Fränkel (1894-1989), Schwägerin Ellen und Peter Luss eingewiesen in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

24.7.1943 beide Eltern sowie Schwester Edith mit Mann Eugen in das Kamp Westerbork

31.8.1943 beide Eltern werden auf den Transport von Westerbork nach Auschwitz gestellt.

Au-Be 170

Abkürzung für ‚Ausnahmebescheinigung‘. Im Sommer 1943 wurde eine Liste aufgestellt, auf der ca. 170 Personen aufgeführt wurden. Sie wurden bis auf weiteres von der Deportation ausgeschlossen. Obwohl ein Großteil der Juden und Jüdinnen zu dem Zeitpunkt bereits deportiert wurde, wollte Aus den Fünten (Leiter der Zentralstelle) den Amsterdamer Judenrat nicht vollständig auflösen.

Edith und Ehemann haben als Mitarbeiter des Joodse Raad sehr gute Beziehungen und bleiben zunächst vom Transport verschont; Eugen Mannheimer steht auf der AuBe Liste; sie werden sogar noch am 9.9.1943 zusammen mit Peter Luss nach Amsterdam entlassen.

13.10.1943 Peter Luss zurück ins Kamp Westerbork

22.11.1943 Schwägerin Ellen Mannheimer heiratet in Westerbork Peter Luss aus Dortmund

17.12.1943 erneute Einweisung von Edith und Mann als Strafgefangene „S“ in die Strafbaracke 67

Theresienstadt –  Auschwitz

25.2.1944 Edith und Ehemann Eugen zusammen mit der Schwiegermutter Alice Mannheimer sowie Schwägerin Ellen und Mann Peter Luss mit dem verwitweten Vater Jakobi Luss auf dem Transport XXIV/4 von Westerbork nach Theresienstadt

28.9.1944 Ehemann Eugen Mannheimer und Schwager Peter Luss auf dem Transport E k von Theresienstadt nach Auschwitz

4.10.1944 Schwägerin Ellen Luss-Mannheimer auf dem Transport E n von Theresienstadt nach Auschwitz

16.10.1944 Jakobi Luss auf dem Transport E r von Theresienstadt nach Auschwitz

Eugen Mannheimer, Peter und Ellen Luss überleben die Todesmärsche aus Auschwitz

Edith und Schwiegermutter Alice Mannheimer am 8.5.1945 in Theresienstadt befreit

Nachkriegszeit

Edith und Eugen Mannheimer kehren nach Amsterdam zurück; sie emigrieren 1946 nach London

30.1.1947 Edith mit Mann Eugen von Buenos Aires nach New York in die USA

Gedenken

12.6.2023 Stolpersteine für die Eltern sowie Adolph, Hans und Edith Hattenbach in Kassel, Annastraße 11

Quellen

www.werkdorpwieringermeer.nl/

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de834571

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de834575

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130337986

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Luss%22%7D

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Hattenbach%22%7D

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 7274); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://yvng.yadvashem.org/ad

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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