Harry Wilhelm Flanter
*27.11.1922 in Dortmund; ✡ ?.
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Fritz Nahum Flanter *21.5.1889 in Posen; ✡ 1943 in Auschwitz
Stiefmutter Cäcilie Bloch *16.3.1903 in Sulzheim; ✡ 1943 in Auschwitz
Stiefmutter Janette Cohen
Großeltern Jakob Flanter und Jenni Goldner
Onkel Georg Flanter *14.5.1886 in Posen; ✡in Riga; oo Dorothea Schrimmer
Geschwister
Werner Flanter *25.8.1919 in Dortmund; ✡ 2007 in Kfar Saba, Israel
Ernst Flanter *22.4.1931 in Dortmund; Mutter Janette Cohen; Tod in Auschwitz
Beruf Praktikant
Adressen Dortmund, Weissenburger Straße, Taubenstraße 4; Heidelberg; Mannheim;; Urfeld;
Heirat –
Kinder
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Weiterer Lebensweg
Vater Fritz war Friedhofsgärtner, Beamter der jüdischen Gemeinde Dortmund
1935 Ausschluss von Harry Flanter aus der städtischen Mittelschule
Abbruch von Lehrausbildung in einer Tuchgroßhandlung und in einer Bäckerei
Bruder Werner zur Hachschara ins Lehrgut Schocken, Gut Winkel bei Spreenhagen
17.5.1939 Bruder Werner erfasst in Beeskow-Storkow, Spreenhagen bei Minderheitenzählung
Hachschara in Urfeld
Harry Flanter zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.
Von 1933 bis 1938/39 warder Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für ca 60 Jugendliche über 18 Jahren. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg), finanziert von dem jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.
Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)
Anfang 1938 auch mittlere Hachschara für 15–17-Jährige Chaluzim
Alija
Juli 1939 Harry Flanter emigiert nach Palästina
1940 Harry Flanter Kibbuz Asholot Yaakov
Alija beth auf der SS PACIFIC, Sonderhachschara 7
16.8.1940 Bruder Wernermit dem Zug aus Deutschland fahren 350 Jugendliche und 150 Eltern, die bereits Kinder in Palästina hatten, nach Wien mit dem Ziel über die Schwarzmeerroute nach Haifa zu kommen;
1.11.1940 Ankunft der SS PACIFIC in Haifa
8.11.1940 Registrierung im Camp Atlith; gibt Bruder Harry Flanter, Kibbutz Asholot Yaakov als Referenz an
Nachkriegszeit
„Wiedergutmachung“
August 1957 u.a. Ermittlungsbericht zum Antrag auf Entschädigung für Schaden in der Ausbildung
Gedenken
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Quellen
Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB) – 07615 -06
Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.
https://www1.wdr.de/urfeld100.html
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/en258104
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://collections.arolsen-archives.org/de
Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume
Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History