
Heinz Simon Weissblüth
*19.3.1915 in Berlin 29.12.1971 in Los Angeles
Staatsangehörigkeit (polnisch) staatenlos
Religion jüdisch
Vater Meier Max Weissblüth *3.1.1882 Stanislau; ✡ 29.10.1942 Riga Bikernieki
Mutter Recha Weissblüth *25.10.1894 in Berlin; ✡ 29.10.1942 Riga Bikernieki
Geschwister
Alice Weissblüth *1.4.1910 in Berlin; ✡8.5.1986 in Kaliningrad; oo Leo Felix Engel (1938 in Moskau hingerichtet)
Herbert Weissblüth *23.8.1912 in Berlin; ✡2.4.1988 in New York
Ruth Weissblüth *27.1.1936 in Berlin; ✡ 29.10.1942 Riga Bikernieki
Beruf Landarbeiter
Adressen Hannover; Dresden; Urfeld; Berlin

Heirat 16.6.1937 Anna Tennenbaum *11.7.1909 in Hannover;✡ 30.1.1992 Los Angeles
Kinder –
Vita Mazal Weissblüth *3.11.1937 in Haifa
Weiterer Lebensweg

17.10.1934 Fremdenpassausstellung für Anna Tennenbaum in Hannover

2.9.1935 Fremdenpassausstellung für Heinz Weissblüth in Berlin
Hachschara in Urfeld
1.1.1935 Anna Tennenbaum aus Hannover zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.
Von März 1934 bis April 1940 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für mehr als 180 meist junge Juden. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.
Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)
5.9.1935 Anna angemeldet für Urfeld; 7.1.1936 abgemeldet nach Dresden Brünnerstraße
16.9.1935 Heinz Weißblüth zur Hachschara nach Urfeld
1.1.1936 Anna Tennenbaum abgemeldet aus Urfeld nach Dresden

14.5.1936 in Bornheim Passverlängerung für Heinz Weissblüth

23.5.1936 Heinz Weissblüth in Bornheim abgemeldet „auf Reisen“
Alija
16.4.1935 Emil Tennenbaum aus Hannover nach Palästina
22.11.1936 Mutter Polia Tennenbaum aus Hannover nach Palästina
16.6.1937 Heirat von Anna und Heinz Weissblüth in Berlin
7.7.1937 Einschiffung von Anna und Heinz Weissblüth in Triest
12.7.1939 Ankunft von Anna und Heinz Weissblüth in Haifa mit Arbeiterzertifikaten des Hechaluz der Kategorie C/LS
7.10.1941 Einbürgerung von Simon und Anna Weissblüth in Palästina
Berlin Riga

26.10.1942 beide Eltern und die fünfjährige Schwester Ruth auf dem 26. Osttransport von Berlin nach Riga
29.10.1942 nach Ankunft in Riga Skirotawa wird der gesamte Transport im Hochwald von Bikernieki erschossen
Nachkriegszeit
Emigration in die USA
Gedenken
Quellen
StA Bornheim, Sammlung Zerlett; Liste der Bewohner im „Lager Urfeld“
Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)
Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.
https://www1.wdr.de/urfeld100.html
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://collections.arolsen-archives.org/de
Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume
Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History