Lipper Gerda

Gerda Gila Sophie Lipper

*11.4.1920 in Halle, Saale

Staatsangehörigkeit polnisch

Religion jüdisch

Vater Leo Leib Lipper *3.7.1891 in Bohorodczany; ✡ Kolomya 1942

Mutter Hanna Gänger *14.6.1893 in Leipzig; ✡ Kolomya 1942

Geschwister

Heini Lipper *25.6.1921 in in Halle, Saale ; ✡ Kolomya 1942

Beruf Praktikantin, Landarbeiterin

Adressen Alle/Saale; Havelberg;  

Heirat

In England mit Adler

 Kurt „Langer“Nattenheimer/Aricha Netta *4.8.1920 in Hamburg; ✡ 1991 Tod in Israel

Kinder

Polenaktion

28.10.1938 beide Eltern und Bruder Heini aus Halle nach Zbaszyn ausgewiesen

Zuflucht für 1.300 Juden

Der polnische Konsul in Leipzig Chiczewski warnte die Juden mit polnischem Pass und öffnete ihnen die Tore zum Konsulat. Bis zum Mittag strömten etwa 1.000 Juden ins Konsulat; 1.300 sollen sich in der Villa und im Garten aufgehalten haben. Auch Gerda Lipper findet hier Zuflucht, bis die Aktion vorüber ist

Waldgehöft Havelberg

1939 Gerda Lipper zur landwirtschaftlichen Hachschara ins Waldgehöft, auch Jagdgehöft Barella, Damlacker Weg, nördlich von Havelberg (1934-1941), Träger bis zum Pogrom November 1938 war der Hechaluz, dann die RVJD. Die frühere Jagdpacht gehörte dem jüdischen Rechtsanwalt Siegfried Freund, er war zunächst auch der Leiter. Es umfasste acht Hektar Land, eine kleine Villa, zwei Wohnhäuser, eine Werkstatt, einen Stall, Gewächshäuser und Schuppen. Bis zu 50 Chaluzim waren hier untergebracht.

1939 eine Gruppe der Havelberger geht nach Holland z.T. zur Einzelhachschara der „Deventer Vereniging“ oder ins Werkdorp Wieringen.

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Gerda Lipper in Havelberg, Damlackerweg

Das Palästinaamt beschafft ihr ein Visum für England, vermutlich ein „domestic permit“

Sommer 1939 Gerda Decker emigriert nach England

29.9.1939 Gerda Decker beim Ehepaar Silver in Silver Lodge, Hovefields Avenue, Billericay, Essex

August bis Oktober 1939 Auflösung des Lager Zbaszyn, die Eltern gehen mit Bruder Heini nach Kolomya

Novemberpogrom in Ellguth

10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Hachschagut Ellguth, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht;

12.11.1938 Kurt Nattenheimer mit allen über 16 jährigen Männern – mehr als 23 – nach Buchenwald transportiert, Frauen und Jungen wieder entlassen.

10.12.1938 Entlassung von Kurt Nattenheimer mit einer großen Gruppe der Ellguth Chaluzim aus dem KL Buchenwald

Dezember 1938 Kurt Nattenheimer mit  u.a. Kurt Hannemann, Adolf Hafner, Erich Naftalie, Joachim Simon zum Hachschara-Trainingskurs für die aus Buchenwald entlassene Gruppe aus Ellguth in der Schlosshofstraße in Bielefeld

6.1.1939 Kurt Nattenheimer mit einer Gruppe aus Elguth zur „Deventer Vereeniging tot Vakopleiding“,

Nachkriegszeit

16.7.1945 Einreise von Gerda Decker /Adler in Haifa

Internierung in Athlit

Gedenken

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://collections.yadvashem.org/en/photos/collection/13069463

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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