Perl Margot

Margot Perl geb. Nebel

*19.10.1913 in Gleiwitz;

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Heimann Nebel *27.8.1888 in Breslau; ✡24.11.1970 in West Roxbury USA

Mutter Sara Pisky *10.5.1893 Jarozin; ✡30.9.1965 in Boston

Geschwister

Bianca Nebel *26.6.1915 in Gleiwitz; ✡1942 in Raasiku; oo Werner Baum *5.2.1920 in Köln

Gerhard Nebel *18.9.1917 in Warschau; ✡19.1.2005 in Florida

Dagobert Nebel *17.1.1927 in Breslau; ✡17.3.1997 in Stoughton, USA; oo Lester

Beruf Arbeiterin

Adressen Gleiwitz; Breslau; Gut Winkel

Heirat Heinz Perl *12.8.1911 Deutsch Krone; ✡11.9.1989 USA

Schwiegereltern Meir Max Perl und Fanny Lewisohn

Kinder

Weiterer Lebensweg

Gut Winkel

Margot und Ehemann Heinz zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.

1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben.

Im Novemberpogrom 1938 wurde Gut Winkel nicht überfallen.

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Margot und Ehemann Heinz in Gut Winkel Spreenhagen

17.5.1939 Schwester Bianca Nebel in Berlin Wilmersdorf, Hektorstr. 3

12.10.1939 Bahnfahrt von Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Breslau nach Wien

14.10. 1939 Ankunft von Margot und Ehemann Heinz in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest

6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen

26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA

15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert

22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa

24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung

29.1.1940 Ankunft von Margot und Ehemann Heinz in Haifa nach Abschluss von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung

29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht

14.2.1940 Registrierung von Margot Perl in Athlit; sie gibt ihren Schwiegervater Max Perl, Berlin, Brüderstraße 16/18 als Referenz an , als Gemeindeältesten Joachim Prinz, Chief Rabbi in Berlin (Dokument D/733/40/CHU)

18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager

18.2.1940 Registrierung von Heinz Perl in Athlit; er gibt als Referenz an Rabbiner Van der Zyl Berlin (Dokument D/895/40/CHU)

21.7.1940 Entlassung von Heinz Perl aus dem Lager Athlit

Angabe der Kontaktadressen

Lehrgut Ellguth

Bianca Nebel und Werner Baum zur Hachschara ins Lehrgut Ellguth

17.6.1941 aus dem Hachschara- Landwerk Ellguth ins Umschulungs- und Einsatzlager Paderborn, Grüner Weg

8.7.1941 Bianca Nebel aus dem Hachscharalager Ellguth nach Paderborn, Grüner Weg

9.3.1942 Ehepaar Baum wechselt ins Gut Scaby, Spreenhagen

Zwangsarbeit im jüdischen Arbeitsheim Radinkendorf

26.9.1942 Ehepaar Baum von Berlin nach Raasiku und 812 Berliner Juden und Jüdinnen mit dem 20. Osttransport (Welle 32) deportiert. Am Güterbahnhof Moabit wurde ein Zug aus Frankfurt/Main mit weiteren 237 Häftlingen angekoppelt. Das Ziel der Deportation war Raasiku in Estland. Nach Ankunft in Raasiku kam ein Teil der Deportierten in das Lager Jägala, ein weiterer kleiner Teil in ein Arbeitslager in der Nähe von Riga, die übrigen Häftlinge wurden in einem unweit entfernten Waldgebiet (Kalevi-Liiva) direkt nach der Ankunft erschossen.

Gedenken

5.4.1990 Page of Testimony von Alfred Ohnhaus, Chawer aus Paderborn

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Margit Naarmann, Ein Auge gen Zion, Paderborn, 2000; ISBN3-89498-087-7

Siegfried Ransch: Jüdisches Arbeitsheim Radinkendorf (1940 bis 1943). Nora Verlagsgemeinschaft Dyck & Westerheide, Berlin 2010

https://museenkoeln.de/ns-dokumentationszentrum/default.aspx?sfrom=1214&s=2460&id=746&buchstabe=B

https://collections.arolsen-archives.org/en/search/person/11221991?s=Baum%20Werner%201920&t=2575175&p=3

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT20-42.jpg

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

“My